Bereits im März des vergangenen Jahres zog Patrick Esume schwere Geschütze gegen den deutschen Verbandspräsidenten Robert Huber auf. Damals ging es um die Football EM (Esume wurde später mit Frankreich als Coach Europameister).

Offiziell gab es damals, trotz einer Petition mit über 10.000 Unterschriften kein Kommentar. Stimmen aus dem Off und auf Social Media unterstellten Esume lediglich ein „Football Comedian“ zu sein, der nur den Verkauf seines Buches antreiben möchte.

Nun legt Esume, der u.a. für den deutschen Privatsender Pro7 die NFL kommentiert, nach: Der deutsche Verband mache aus dem NFL Hype zu wenig. Anders als bei der EM-Kritik, antwortete Huber dieses Mal im Hamburger Abendblatt.

AFVD als Auslöser des NFL Booms?

Und mit der Replik hat wohl auch manch Anhänger des 44-jährigen Verbandsbosses nicht gerechnet. Ein NFL-Boom sei im AFVD nicht auszumachen. Man befände sich schon länger im Aufwind. Vielmehr glaubt Huber, dass es genau umgekehrt ist: Auf den positiven Trend seines Verbandes habe sich die NFL draufgesetzt. [sic!]

Es wären also nicht die Initiativen der Amerikaner, sondern die Arbeit des deutschen Verbandes, die der NFL in Deutschland zum Erfolg verhalfen.

Dazu muss man wissen, dass die NFL in den vergangenen zehn Jahren Senderechte an über 100 Länder vergeben und fast 30 Spiele in London organisiert hat. Der NFL Game Pass wurde verbilligt, am Streaming Sektor hat sich DAZN die NFL Rechte gesichert. Insgesamt werden 130 Länder in 25 Sprachen die Super Bowl LIII live im TV zeigen. In Deutschland (und damit auch in Österreich) hat die Sendergruppe Pro7sat1Puls4 sein NFL-Angebot stark ausgeweitet. Das alles sollte durchaus auch eine positive Auswirkung auf den Erfolg der US-Liga gehabt haben.

Österreich profitiert von der NFL

In Österreich hat der Erfolg der NFL auch dem heimischen Football geholfen. Der Anstieg der Aktiven und der Vereine geht mit dem Anstieg der Zuschauerzahlen im Free TV seit etlichen Jahren Hand in Hand. Zuletzt meldete Puls 4 Rekordzahlen, auch der Stand der Vereine in Österreich befindet sich auf einem Allzeit-Hoch. Etliche neue Klubs der letzten Jahre wurden auf einer Super Bowl Party gegründet, der Erstkontakt zu Football passiert häufig über das Fernsehen. Der größte Unterschied zu Deutschland ist dabei allerdings, dass der nationale Football auf Puls 4 ein positiv besetztes Thema ist, während der deutsche Football auf sat1 und ran häufig in einem negativen Kontext erwähnt wird.

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