Die Invaders haben zwei bewegte Jahre hinter sich. 2010 machten sie als Wiedereinsteiger in der Bundesliga eine gute Figur, beendeten die Saison mit zwei Siegen und brachten auch den späteren Meister Danube Dragons an den Rand einer Niederlage. Im Anschluss folgte aber die Ernüchterung. Viele arrivierte Spieler hörten nach dem ersten Jahr AFL auf und man entschloss sich (spät) für einen Ausstieg aus der AFL. Zu spät, denn es gab keinen Platz mehr in der Division 1. Die Invaders absolvierten 2011 Freundschaftsspiele und obwohl diese vom Ergebnis her nicht berauschend verliefen, konnte man ein neues Team aufbauen, welches 2012 in der Division 2 an den Start gehen wird. Insgesamt 25 Spieler der Invaders werden heuer entweder Rookies oder Junioren-Upgrades sein. Ein beinahe völlig neues Team also.
Football-Austria sprach mit Headcoach Mario Hörhager (29) über Vergangenes und Zukünftiges.
FA: Die Invaders haben ein Jahr den Ligabetrieb ausgesetzt und nur Freundschaftsspiele absolviert. Wie sieht das Team 2012 aus?
Mario Hörhager: Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden. Wir verfügen über einen sehr großen Roster, sind jedoch auch ein enorm junges Team jetzt. Viele Spieler, die 2010 noch AFL gespielt haben, sind nicht mehr aktiv, allerdings sind uns ein paar Routiniers auch erhalten geblieben. Unser Ziel ist es, nach den Erfahrungen der letzten Jahre, einen Stamm für die nächsten Jahre aufzubauen, um nicht mehr in eine Situation wie Ende 2010 zu kommen.
Wie hat man im Verein die Abstufung in die Division 2 aufgenommen?
Wir sehen uns spielerisch mittelfristig wieder in der Division 1 und hätten auch heuer dort gespielt. Das haben wir auch bei der Ligasitzung gesagt. Ich denke, wir würden uns dort im Mittelfeld platzieren können. Jedoch ist die Division 2 für unser junges Team eine sehr gute Wahl, insofern die Einteilung gar nicht negativ aufgenommen wurde. Wir sind da zur Zeit wohl in der richtigen Liga.
Wie empfindet man das AFL-Jahr rückblickend?
Für mich persönlich als Spieler war es ein tolles Jahr. Mir hat die Liga an sich gut gefallen und wir haben einige richtig gute Spiele gemacht. Was nicht gepasst hat, war das Umfeld im Verein. Es war der falsche Zeitpunkt, um in die AFL aufzusteigen, weil wir die Rostertiefe nicht gehabt haben, was erst danach offensichtlich wurde. In Summe haben wir gut mitgespielt, aber hatten stets eine schlechte Trainingsbeteiligung und danach hörten viele erfahrene Spieler auf. Interessant ist für mich der Vergleich zu 2011. Wir haben zum Teil Spiele deutlich verloren, aber keinen einzigen Spieler. Der Teamgeist in dem jungen Team ist jetzt stärker und das stimmt mich positiv für die Zukunft.
Macht das die Arbeit für einen Headcoach leichter?
Natürlich. Uns ist klar, dass wir die Nachwuchsarbeit weiter intensivieren müssen. Wir werden im Herbst mit einer Schüler-, Jugend- und Junioren-Mannschaft antreten, das heißt wir versuchen möglichst früh mit dem Nachwuchs zu beginnen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir keine Personalprobleme mehr bekommen. Es braucht einen soliden Kern, dann kann man auch anders arbeiten. Wenn du nur wenige Leute hast, dann musst du jeden am Spieltag einsetzen, egal wie gut oder schlecht seine Trainingsbeteiligung ist. Jetzt ist es so – und da hilft uns auch die Division 2 zum Aufbauen sehr – wenn ein Spieler nicht zum Training kommt, dann wird ein anderer statt ihm  spielen.
Es gibt einen komplett neuen Vorstand bei den Invaders. Wie läuft es mit dem?
Der hat sich, so meine ich, etabliert und es gibt eine gute Kommunikation. Ich bin ja selbst auch im Vorstand und das macht vieles einfacher. Unsere neue Obfrau Ulrike Zöchling macht einen super Job und ist sehr engagiert. Am Freitag hielten wir in St. Pölten gemeinsam mit dem AFBÖ einen Schoolday ab, bei dem 450 Kinder mit dabei waren. Es passiert sehr viel zur Zeit rund um den Verein. Markus Schindele zum Beispiel, der ja Sport studiert, ist unser neue Athletik Trainer. Es gibt jetzt einen Kraftkammerplan und wir arbeiten gezielt daran, die körperlichen Voraussetzungen unserer Spieler zu optimieren. Als ich vor 16 Jahren mit dem Sport begann, da war das noch allgemein eine „Wirtshauspartie“. Heute läuft im Football in Österreich vieles weit professioneller ab, die Einstellung der Athleten zum Sport hat sich grundlegend geändert und damit hat sich der Football in alle Richtungen gut weiter entwickelt.
Warum haben die Wide Receiver Dominik Sandler und Daniel Gloimüller ihre Karrieren so jung schon beendet?
Daniel hat sich zwei Mal die Hand gebrochen, die verschraubt werden musste und er wird deshalb mal pausieren. Bei Dominik sind es Rückenprobleme, von der man bis heute nicht weiß, woher oder wovon sie genau kommen. Sie sind uns allerdings beide als Coaches erhalten geblieben. Das war in Vergangenheit auch nicht immer die Regel, dass Leute, die ihre aktive Karriere beenden, trotzdem beim Klub bleiben. Genau das ist aber enorm wichtig. Wir haben jetzt auch einen – wenn auch noch sehr jungen – Coaching Staff, der schon ein wenig Erfahrung sammeln konnte.
Dafür spielt der ältere Bruder von Dominik wieder…
Ich freue mich immer über einen erfahrenen Backup-Quarterback (lacht). Im Ernst: Dass Markus Sandler wieder Lust auf Football hat, ist natürlich ein Geschenk für uns. Wir werden allerdings mit dem Junior Andreas Jungblut als etatmäßigen Quarterback in die Saison gehen. Markus kann und wird ihm eine große Hilfe sein. Das ist eine sehr schöne Konstellation für uns.
Kann man es sich leisten, einen so erfahrenen Mann auf der Bank zu lassen?
Das heißt ja nicht automatisch, dass er nur die Bank wärmen wird. Klar ist, dass wir in allen Bereichen der Mannschaft den Fokus auf junge Spieler legen und sie gezielt aufbauen. Andreas Jungblut hinterlässt im Training einen hervorragenden Eindruck. Vor allem seine Spielintelligenz ist für sein Alter für mich beeindruckend. Daher wird er starten. Sollte es mal nicht so laufen, was bei einem jungen Spielmacher immer passieren kann, dann haben wir die Möglichkeit Markus zu bringen und können den Druck vom ihm nehmen. Es wird aber dabei bleiben, dass unser Blick in die Zukunft gerichtet ist und wir auf die jungen Spieler setzen. Wie zum Beispiel auf einen Luis Sator, der als Linebacker es in den erweiterten Kader des Junioren Nationalteams geschafft hat. Der wird natürlich in unserer Defense starten. Darum, ich sagte es bereits, gefällt mir die Division 2 sehr gut zur Zeit.
Wenn man sich spielerisch im Mittelfeld der Division 1 sieht, dann ist das sportliche Ziel 2012 der Gewinn der Division 2?
Ich rede mit unserem jungen Team nie über den Gewinn einer Meisterschaft und werde mich davor hüten es zu tun. Vom Talent her glaube ich, dass wir vorne mitspielen können. Wir haben gleich das erste Spiel gegen die Alpin Hammers. Schwaz stand 2011 im Finale und dann wissen wir auch gleich, wo wir ca. stehen. Wir werden von Spiel zu Spiel uns vorbereiten. Sollte am Ende ein Finale rausschauen, dann wäre ich nicht traurig darüber. Passiert es nicht, dann geht die Welt bei uns aber deshalb nicht unter. Unser vorrangiges Ziel bleibt, eine Mannschaft für die nächsten Jahre aufzubauen.

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