Man durfte den Worten vor Saisonstart ja noch Glauben schenken. Die Gladiators wurden wegen nicht erbrachter Nachwuchsarbeit abgestuft, kurz danach schuf man dieses Qualifikationsmerkmal ab. Die Burgenländer waren (zu Recht?) grantig, kündigten sogleich an alles in der Division 2 platt zu machen, was sich ihnen in den Weg stellt. Immerhin schlug man im Vorjahr noch die Bulls, Steelsharks und Titans eine Liga höher, das mehr oder weniger deutlich.

Fast die gleichen Worte hörte man von den nun wieder siegenden Amstetten Schnitzl’Land Thunder vor etlichen Jahren, als sie ebenfalls, übrigens genau deshalb (Nachwuchs), den Gang nach unten antreten mussten. Damals wie heute erwiesen sich die Drohungen als warme Luft. Die Gladiators machten sich im Umdasch-Stadion gegen den vermeintlichen Winzling, den man im ersten Spiel noch mit 52:0 Punkten schlug, nass. ‚Wirtshausliga-Superstar‘ Bernhard Kamber und seine CEFL-erprobte Flip-Flop-Truppe ging mit 22:12 gegen die Niederösterreicher unter. Zwar in einer Mindestbesetzung (18 Mann), aber wenn man vorher ankündigt alles zu panieren und wird man danach im Schnitzelland frittiert, dann ist die Glaubwürdigkeit des Chefkochs beim Teufel.

Keine Gentlemen
Dazu gesellt sich diese unappetitliche Black Lions-Geschichte. Der Präsident der Kärntner Löwen kündigte an, keinen seiner Spieler in der Division 2 einsetzen zu wollen, sondern nur in der CEFL. Dazu gibt es mittlerweile auch ein Protokoll. Auf das Wort verließ man sich und genehmigte eine Spielgemeinschaft. Als man dann trotzdem Spieler der Lions in Österreich einsetze, verwies man im Burgenland sehr gemütlich auf Black Lions-Präsident Manfred Mocher. Der hätte das ja schließlich gesagt, nicht sie. Handschlagqualität Null, Partner lässt man alleine in der Kritik stehen, putzt sich an diesen sogar noch ab. Der Begriff Gemeinschaft wird hier deutlich überstrapaziert. Anträge brauchen die zwei Vereine in Zukunft wohl nicht mehr stellen. Das Misstrauen ist groß. Die Kärntner und die Burgenländer haben gemeinsam bewiesen, dass ihnen nicht zu trauen ist und Begriffe wie Gentlemen Agreement und Sportsmenship nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich für sie Fremdwörter sind. Dann tritt auch noch Herr Kamber aus dem Off auf seine Politbühne und meint tatsächlich er hätte nicht gelogen und den einen Schiedsrichter, den will er nicht mehr haben, weil der pfeift immer gegen sie. Ein Abziehbild bekannter Methoden eines Politikers im Kleinstformat.

Was den Burgenländern in Summe nach außen hin egal scheint. Sie lachen über die Liga und sollten wissen, dass es umgekehrt genauso so ist.

Dem Wolf aus dem Weg
Zwar schlägt man sich in der CEFL ganz ordentlich, die Gegner bisher waren aber allesamt keine Könner. Die Wolves ein Schatten ihrer selbst, verlieren nicht nur gegen die Gladiators, sondern auch gegen Belgrad und Novi Sad, mühen sich mit Bratislava und Ljubljana ab. Das tun auch die Gladiators, bzw. gehen sie einem Vergleich mit Belgrad per Spielverschiebung lieber gleich aus dem Weg, wohl wissend, dass es dort für sie wenig zu holen gibt. Die Erfolge über Zagreb, Ljubljana, Bratislava und zwei Mal Budapest täuschen darüber hinweg, dass die Mannschaft jederzeit auch gegen ein Division 3-Team verlieren kann. An Tagen wie diesen, wo man eben nicht will. Oder Besseres zu tun hat, als mit Leuten sich herum zu ärgern, die nicht mal wissen, dass der Bartl den Most seit Neustem vom Balkan holt. Dumm nur, dass mit mangelndem Willen nun auch mangelndes Können einhergeht, weil nur die treuesten Jünger Kambers werden ihm abnehmen, dass das ja alles nicht so wichtig sei. Ein Team ohne Stolz? Eine Woche vor dem Spiel versprach er den Amstettenern noch eine weitere Klatsche – nun ist es einerlei?

Die Reaktionen des Vereins darauf sind wie gesagt erstaunlich. >Man darf ja schließlich noch verlieren. Wen interessiert denn, was man gestern noch gesagt hat. Die Division 2 interessiert kein Schwein und der AFBÖ soll am Ende der Saison sagen, wo man nächstes Jahr spielen soll oder darf.<

Können und Wollen
Ob man aufsteigen will beantwortet man zunächst mit ‚Ja‘, beim nächsten Mal mit ‚Vielleicht‘ und ein drittes Mal mit ‚Eher nicht‘. Derzeit stehen wir bei ‚Ja, wollen wir.‘ Mittlerweile darf man auch hier das Können stark in Zweifel ziehen. Das letzte Spiel gegen den kommenden Finalgegner LA Titans hat man zwar gewonnen, allerdings ähnelte das eher einer lauwarmen Provinz-Schlägerei als einem Football-Spiel. Kamber lacht den Gegner aus, eine Woche danach lacht ganz Österreich über seine Mannschaft.

Welche Schiedsrichter dieses Finale sich auch immer antun werden müssen, sie sind heute schon damit gestraft. Sollte das eine enge Kiste werden, kann man durchaus mit Ärger rechnen. Ernst kann man das soweit nehmen, wie sie die Sache ernst nehmen. Nämlich gar nicht mehr. Schade, denn eigentlich würde in der Mannschaft mehr Potential stecken, beheimatet sie eine ganze Reihe von Talenten und leistet auch im Nachwuchsbereich für einen Provinz-Klub Erstaunliches.

Aber dass gerade die Garde der arrivierten Altspatzen nun auf kichernde und spottende Spaßgesellschaft macht, die sich selbst gefällt und genügt, für unglaublich schlau und gut hält und nicht mehr hinterfragt, warum das sonst kaum jemand mehr tut, löst allgemein Kopfschütteln aus. Mehr Sport, weniger Wort. In Grund und Boden sollte man sich genieren, wenn man zum Stampfen nicht taugt.

Gratulation an Andreas Tatarski und seine Mannschaft bei der Gelegenheit. Die waren nämlich einfach besser.

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