Im kleinen Finale ließ man Gastgeber Schweden nicht den Funken einer Chance und schoss die Skandinavier mit 13:42 vom Feld.
Hängende Köpfe nach der Niederlage gegen Deutschland. Wieder einmal war der große Bruder am Ende auch der Stärkere. Wie schon in Moskau verlor man gegen Deutschland das Spiel im letzten Viertel, aber auch die zweite Parallele war wieder da: Das kleine Finale entschied man zu seinen Gunsten, damit gibt es zum vierten Mal in Folge bronzefarbenes Edelmetall.

Das Spiel kam nur mühsam in Gang. Nachdem Österreich 3 & out ging, holte die Defense den Ball mit einer Interception zurück. Wieder einmal war auf RB Andrej Kliman Verlass, der für das Team Austria scorte. Nach dem 0:7 wachte das Team erst so richtig auf und zeigte phasenweise großartigen Angriffsfootball. Lange Pässe auf Thomas Haider und Michael Janik, dazwischen sorgte auch Andrej Kliman für First Downs, führten zum Erfolg. Die beiden Receiver verwandelten Pässe von QB Bernd Dittrich zu Punkten. Janik im ersten Quarter noch zum 0:14, nach einer Interception durch Christof Promitzer im zweiten Viertel war dann Haider erfolgreich. 0:20 – die Schweden wurde zu Zuschauern degradiert, die sich danach aber kurz erholten. Der Anschluss zum 7:20 konnte aber prompt von Dittrich mit einem TD + 2 Point Conversion noch vor der Halbzeit beantwortet werden. Bei 7:28 ging es in die Kabinen – bei gleichzeitig klaren spielerischen Vorteilen für Österreich, welche sich so auch in Zahlen ausdrückten. Dittrichs Performance in Hälfte eins formidabel – 11 Pässe von 15 waren komplett für 173 Yards und 2 TDS. Dazu gelang dem Spielmacher noch ein Rushing TD und eine 2 Point Conversion. Nach dem Spiel wurde er von den Offiziellen zum Game MVP gekürt. Gesamt gelang der österreichischen Offense in einer Hälfte 289 Total Yards, im Vergleich dazu kamen die Schweden nur auf 155. Leading Tackler: der Kärntner Youngstar of the Year Ramon Abdel Azim.Alles fest in rot-weiß-roter Hand.

Auch in der zweiten Hälfte hielt die österreichische Dominanz an. Florian Hiess erhöhte nach einem Option Spielzug auf 7:35 (PAT good) – die Schweden, spätestens zu diesem Zeitpunkt platt, konnten dem alpenländischen Treiben nichts mehr entgegensetzen. Alle Versuche ihrerseits zu Scoren wurden von der Defense im Keim erstickt. Die Offensive blieb weiterhin in bester Spiellaune. Ein Pass von Bernd Dittrich auf Peter Tustch und es tuschte ein weiteres mal in der Dreikronenzone – 7:42 (PAT good). Schweden wurde langsam einer Komplettdemontage zugeführt. Doch bevor sich die etwas sensiblen Skandinaier (man erinnere sich an die böse Presseaussendung des schwedischen Verbandes zum Match GER vs. DEN) aufregen konnten, nahmen die Österreicher im letzten Viertel ein wenig Drehzahl vom Motor. Die Gastgeber kamen zu einem weiteren TD – 13:42 (PAT no good), gleichzeitig der Endstand im Duell um Bronze, welches Österreich ganz klar für sich entscheiden konnte.

Nach dem Match berief Headcoach Bernhard Binstorfer die Junioren Thomas Haider (DRA), Marko Radovanovic (BUL) & Philipp Magreiter (RAI) auch in den Kader des Österreichischen Herren Nationalteams ein.

EJC 2006 – kleines Finale
Schweden vs. Österreich 13:42
(0:14/7:14/0:14/6:0)
30. Juli 06 | Kickoff 13:00
Zinkensdamm IP, Stockholm
MVP: Bernd Dittrich (AUT)
»Spielstatistiken«

Fazit
Wieder Bronze – sicher ein toller Erfolg, allerdings mit dem bitteren Beigeschmack, dass es wieder mehr hätte sein können. Das Ziel Finale hat man verfehlt, Angstgegner Deutschland hat sich nach einem 21:10 im letzten Viertel herangekämpft und das Team Austria aus seinen Titelträumen gerissen. Vier Mal Edelmetall in acht Jahren zeigt aber deutlich, daß Österreich am Juniorensektor zu den Spitzenteams gehört. Irgendwann, vielleicht schon 2008, wird sich auch der ganz große Erfolg einstellen. Die Art und Weise wie man den Gegner im kleinen Finale dominiert hat, lässt auf eine ähnliche Leistung des Herrennationalteams hoffen, welche im Oktober in einem Freundschaftsmatch auf die Auswahl von Schweden (regierender Europameister) treffen wird.

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