Vikings Präsident Karl Wurm versteht die Welt nicht mehr, wie er der Kronen Zeitung sagte. Die Raiffeisen Landesbank, die die Wikinger sieben Jahre unterstützt hat, steigt mit Ende des Jahres bei den Wikingern aus und bisher konnte kein Ersatz gefunden werden. Es fehlen unterm Strich rund 300.000 im Jahresbudget. Bleibt es dabei, werden ab 1. Jänner 2015 die Wiener zum ersten Mal seit der Saison 1998 wieder Vienna Vikings heissen. Bis 2007 hatte man Chrysler bzw. Dodge als Partner, bevor Raiffeisen kam.
Die Folge sind Kürzungen, was nicht nur die Weihnachtsfeier heuer und das Jahrbuch im kommenden Jahr betrifft, sondern auch Mitarbeiter und Coaches. Vier Kündigungen wurden bereits ausgesprochen.
Noch hat Manager Alfred Neugebauer die Hoffnung bei der Suche nach einem Nachfolger aber nicht aufgegeben. "Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Wir haben im Februar bereits Gespräche mit potentiellen Sponsoren geführt. Wir hoffen immer noch, dass wir einen neuen Partner finden."
Probleme auf hohem Niveau
Die Vikings sind bei weitem nicht der einzige Footballverein, der mit finanziellen Engpässen zu kämpfen hat. Die Graz Giants, die ebenfalls ihren Namenssponsor verloren haben und auch die Danube Dragons müssen ihre Gürtel schon einige Zeit enger schnallen. Sogar von einem möglichen Ausstieg aus der Bundesliga ist die Rede. In Graz wird es am kommenden Donnerstag einen informellen Abend für alle Mitglieder geben. Inhalt ist eben die wirtschaftliche Lage des Klubs. Die Budgets der Grazer und Donaustädter sind deutlich niedriger als jenes der Vikings, die allerdings ihre über Jahre gewachsenen Strukturen und das Footballzentrum in Simmering aufrecht erhalten müssen. Insofern die Probleme der Wiener eigentlich noch "luxuriös" sind, gibt es noch genug Luft nach unten.
Betrachtet man allgemein die Lage, bei der ein Verein (Raiders), die einen Mäzen hinter sich wissen, recht gut dasteht und die anderen drei Bundesligaklubs mit den Finanzen kämpfen, muss man sich auch die Frage stellen, wie das dann mögliche Neueinsteiger überhaupt noch schaffen sollen. Die Vikings haben (ohne Raiffeisen) ein kolportiertes Budget von rund 700.000 Euro. Die Summe bei den Vienna Knights oder Carinthian Lions ist vorne durchaus ähnlich. Nur hinten fehlt eine Null.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei