Die Nummer 1 aus Europa empfing die Nummer 2 aus Europa und beide Teams kommen aus Österreich. Das ist noch immer eine Sensation für mich und man kann dies nicht oft genug erwähnen.

Die Raiders mussten ohne Florian Grein und den verletzten LB James Ellingson gegen antreten. Durch die personelle Unterlegenheit war schon am Anfang klar, dass gewisse Spieler doppelt, dreifach und vierfach spielen werden müssen. Und das taten sie auch. Deswegen möchte ich einen Namen erwähnen, Chris Rosier. Dieser Mann war in fast allen Special- Teams und natürlich auch in der Offense und in der Defense vertreten. Seine spielerische, physische und psychische Leistung war beeindruckend. Deswegen sind er und Vikings RB Clinton Graham meine MVPs dieses Spieles. Graham spielte fantastisch und das obwohl er meist auf sich alleine gestellt war. Die selbsternannten ‚Monsters‘ (O- Line der Vikings) waren an diesem Tag komplett von der Rolle. Sie blockten weder für Graham vor, noch gaben sie QB Toby Henry genügend Zeit zum Passen. Gegen die Blue Devils aus Hamburg spielten sie einfach um Klassen besser. Dieser Clinton Graham ist nicht nur fesch, sondern auch ein verdammt guter RB. Ich sah in den letzten Jahren sehr viele gute RB’s. Der einzige RB, der mich noch mehr begeistert hat war Tyron Rush von den Bergamo Lions. Doch vor dem hatte sogar Michi Holub Respekt: ‚ I know, you are THE Running Back!‘. Doch zurück zum Anfang.

Die ‚Heilige Warte‘ war gut besucht, doch bei weitem nicht voll, was mich ein wenig enttäuscht hat. Martin Hammermüller gab vor dem Spiel und während der Pause die neuesten News und Statistiken via Micro an die Fangemeinde ab. Auch Lance ‚Gustl‘ Gustfason, der beste Allround- Footballer der letzten Jahre, war auf Besuch in Wien. Und nein, die Viks haben ihn nicht als Verstärkung gegen die Raiders geholt. Dieser Mann war in ‚zivil‘ anwesend und genoss das Spiel als Zuschauer.

Die Vikings starteten mit ihrer Offense und QB Toby Henry erzielte mittels seines WR Joe Widner das erste First Down. Beim 4 und 8 spielten die Viks den Versuch aus – Jakob Dieplinger fing den Ball ab. Interception #1. Die Tiroler versuchten es anfangs mit Laufspielzügen über ihren jordanischen RB Mohammed Muheize. Michael Werosta kam ihm beim ersten Versuch in die Quere und stoppte ihn frühzeitig. Die Raiders mussten punten. Die Viks kamen über Clinton Graham und der erzielte schnell zwei First Downs und auch den ersten TD dieses Spieles. Peter Kramberger, komplett gestylt im gelben Underarmour passend zu den neuen Dressen, verwandelte den Extrapunkt. Die Raiders versuchten verzweifelt die Viks- Defense zu knacken. Sie spielten z.B. einen WR- Screen der für Viks- DB Shawn Leever ein gefundenes Fressen war. Somit endete das 1. Quarter mit 7:0.

Doch auch die Viks- Offense hatten Probleme mit der immer stärker spielenden Defense der Gäste. Und jeder Defense Spieler in Österreich weiß, dass diese O-Line normal enorm stark und kompetent ist. (Zum Vergleich. Ein ’normales‘ Team freut sich, wenn sie einen oder 2 Liner mit 188 und 130 kg haben, die fleißig trainieren. Diese O-Line ist echt ‚Groß und Stark‘, deswegen ‚Hut ab‘ vor der Raiders- Defense). Die Wikinger versuchten ein sehr, sehr weites Fieldgoal von ? HmmmYards. Peter Kramberger scheiterte. (Ich glaube, dass er ganz Österreich und vor allem Ungarn(!) zeigen wollte, dass er die weitesten Fieldgoals macht/e. 1:0 für Ungarn an diesem Wochenende: ‚Ägeeschägedre‘).

Die Raiders stellten um und Geoff Buffum warf einen weiten Pass auf Chris Rosier. Danach versuchte er einen ‚Puntpass‘ auf Rosier zu werfen, ein Pass der eben wirkte wie ein Punt (wegen der Höhe und der Hang-time) und sollte allen Fans zeigen, dass keiner so hoch springen kann wie Rosier. Er fing ihn auch, nur ‚out of bounds‘. Die Raiders verwandelten ein Fieldgoal (Josef Schnellrieder) und verkürzten auf 7:3.

Die Viks marschierten wieder zur bis zu ihrer nächsten Interception. Philip Margreiter fing diesmal den Pass von Henry ab. Die Raiders konnten daraus aber keinen Nutzen ziehen. Die Vikings danach wieder mit Laufspiel – Neuzugang Daniel Stoudt (LB) erwischte Graham für einen ‚Tackle for loss‘. Henry, fast immer schwer unter Druck, warf auf Ralph Poitner und die letzten Zentimeter erlief Clinton Graham zum neuen First Down. Toby Henrys dritte Interception war fast schon logisch. Der Ball wurde zu Rosier weitergepitcht und der lief damit noch einige Yards weit. Die Vikings Defense stoppte die Raiders zur Halbzeit.

Die Innsbrucker mit dem Ballrecht in der zweiten Hälfte, erspielten mittels eines HB- Screens auf Mohammed Muheize das nächste First Down. Das war es dann auch. Die Viks verließen sich auf Mr. Graham, der zwei First Downs erlief. Roman Meklau fing einen Pass von Henry und erreichten ebenfalls ein solche, bevor Michael Süß Clinton Graham hinter der Line of Scrimmage erwischte. Die Viks spielten den vierten Versuch aus, Graham lief über die Außenseite, während seine O-.Line zuschaute. Alle? Fast alle bis auf die ‚Linzer-Monster‘ die ‚Baumpötzelsberger- Twins‘. Doch auch Ralph Pointner half Graham mit einem super Block, der danach den zweiten TD erlief und seine ‚Celebration- Moves‘ zeigte. Kramberger verwandelte den Kick zum 14:3. Die Tiroler weiter bemüht, aber auch Geoff Buffum warf seine erste Interception (Gregor Pachmann), Toby Henry bewies, daß auch er kein ‚Option-QB‘ ist/war und pitchte den Ball so, dass er fast von den Raiders recovert wurde. Dann ging es schnell. Viks punteten aus der Endzone, Roman Floredo tackelte den Raiders-RB for Loss und Buffum mit dem TD Pass auf Andreas Pröller. Eine 2- Point Conversion auf Thomas Lerch und es stand nur mehr 14:11. Der darauf folgende Onside- Kick der Raiders wurde jedoch von Graham abgefangen und die Vikings konnten das Spiel abknien.

Fazit:
Es war ein sehr spannendes Spiel und die Verteidigungsmannschaften beider Teams spielten echt beeindruckend. Dies dürfte für viele Fans ‚fad‘ zum Zuschauen sein, doch für jeden Defense-Spieler war es ein Genuss! Einige Vikings Fans zeigten sich empört über das Abknien ‚Ihrer‘ Viks. Ich finde die Entscheidung richtig. Das sieht ein jeder anders. Toby Henry, tja was soll ich sagen? Ich sage nichts außer, dass Bernd Dittrich und Philipp Jobstmann besser gespielt hätten. Klingt komisch, ist es aber nicht. Denn diese beiden QB’s können einen ‚Option- pitch‘. Der Herr aus Nebraska allerdings nicht. (asc)

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