Nach einem 35:28 für die Wiener im Hinspiel, setzte es am Tivoli für das ersatzgeschwächte Team von Chris Calaycay – mit QB Garrett Safron und WR Reece Horn fehlten verletzungsbedingt beiden Imports eine 13:55 Niederlage. Damit haben die Raiders das direkte Duell gegen die Vikings auf Grund der besseren Punktedifferenz in den direkten Spielen für sich entschieden. Das könnt am Ende den Ausschlag über Platz 1 und 2 geben. Die Vikings behalten die Tabellenführung, da sie ein Spiel mehr bestritten haben.

Die Raiders schlossen ihren ersten und sehr langen Drive gleich mit Punkten ab- Tobias Bonatti besorgte das 6:0, der ehemalige Profifußballer Thomas Pichlmann setzte den Kick beim PAT daneben. Für die Vikings startete als Quarterback der Salzburger Yannick Mayr. Der lief zunächst nur, Pässe sollten erst später folgen. Der Drive endete mit einem Punt und einem schweren Foul von Akseli Olin an Patrick Donahue, wofür der Finne völlig zurecht unter die Dusche geschickt wurde, Donahue blieb nach der Unsportlichkeit für einige Sekunden benommen liegen.

Die Vikings Offense bekam nach einer Interception von Luis Horvath gleich wieder in die Hände und konnten am Ende mit einem Fieldgoal die ersten Punkte auf ihrer Seite aufs Scoreboard bringen – 6:3.

Doch schon im nächste Drive zeigte Donahue, dass er wieder fit ist. Nach einem 64-Yards-Pass von Sean Shelton stand es 13:3 für die Tiroler. Zu Beginn des zweiten Viertels sah Max Zangl dann zum zweiten Mal nur die Rückennummer 10 von Patrick Donahue – 82 Yards Catch & Run zum 20:3. Die Drives der Vikings Offense waren dann keiner Extra Erwähnung mehr wert. Es gab bis dahin kein Passspiel – 0 Yards bei einem Versuch – und die Läufe von QB Mayr beeindruckten die Raiders Defense nur bedingt. So entwickelte sich ein Einbahn-Partie mit Zugrichtung Vikings Endzone. Der zweite Touchdown von Raiders Back Tobias Bonatti besorgte das 27:3.

Kurz vor der Pause, die Vikings bemühten nun die Wildcat, kamen nach ihrem besten Drive im Spiel über den tapferen Yannick Mayr auch zu ihrem ersten Touchdown. Es blieb zur Pause beim 27:10 aus Sicht der Hausherren am Tivoli, auch weil Pichlmann ein Fieldgoal-Versuch aus 40 Yards neben die Uprights setzte.

Vikings Blackout nach Wiederbeginn
Ein Fehler von Bernhard Seikovits zu Beginn des dritten Viertels – er scrambelte bei einem Punt mit dem Ball, den er schlussendlich für einen Yard nach vorne kickte – brachte den Raiders eine sehr gute Feldposition. Ein Play brauchte es nur zum 34:10Sean Shelton über 27 Yards zu Adrian Platzgummer.

Die Wiener mit ihrer Offense am Feld, kamen wieder ein Mal ein Stück weiter als Die Drives zuvor. Christopher Kappel verwandelte am Ende ein kurzes Fieldgoal zum 34:13. Die Luft war aus dem Spiel längst raus, beide Teams nahmen das designierte Bundesligaspitzenspiel als willkommene Trainingseinheit wahr, man glaubt zumindest, ein drittes Mal heuer aufeinander zu treffen. Sandro Platzgummers Jet Sweep über 75 Yards war dann auch noch ein Beauty Shot für die Fotografen an der Sideline.

Beim letzten Seitenwechsel hatten die Vikings 20 Passversuche am Papier stehen und das für 29 Yards. Es ist offensichtlich, dass nach dem Abgang von Alex Thury nach Marburg, hinter dem Import Quarterback nichts mehr steht, was in der Bundesliga aktuell eine sportliche Berechtigung hätte. Damit sind die Wiener zwar nicht alleine, es ist aber auch der endgültige Tod ihrer „Austrian Way“-Idee. Der Weg ist zugewachsen.

Im letzten Viertel legten Tobias Bonatti mit seinem dritten Touchdown und Filip Vlajic mit seinem ersten zum Endstanf von 55:13 nach.

Aussagekraft hat das Spiel wenig, es ist davon auszugehen, dass die Imports der Wikinger wieder fit werden und man ein völlig anderes Team dann wieder sieht. Die Frage ist jetzt, wie lange die Verletzungen dauern und wen die Vikings mit dem Personal schlagen können. Nächste Woche ist eine Bye Week, am 27. Mai gastieren die Ljubljana Silverhawks auf der Hohen Warte.

Chris Calaycay (Dacia Vienna Vikings, Headcoach): „Es ist ganz bitter, natürlich wollen wir nicht verlieren. Das Scoreboard ist nicht deshalb so, weil unsere Imports nicht hier waren. Die Raiders Offense hat viele gefährliche Waffen und ich habe als Defense Coordinator nicht meinen Job gemacht.“

Shuan Fatah (Swarco Raiders Tirol, Headcoach): „Wir waren gut vorbereitet, natürlich können wir das Spiel einordnen. Aber es sind immer noch die Vikings und wir haben uns gut verkauft. Wir sind happy, dass wir dieses Spiel gewinnen konnten. Es fällt uns ein Stein vom Herzen, dass wir das Tivoli sauber halten konnten. Die Vikings waren immer noch sehr physisch und intense, die Vikings sind ein Klasseteam.“

AFL
Raiders Tirol vs. Vienna Vikings 55:13

(13:3/14:7/14:3/14:0)
SO 13. Mai 2018 15:00 Uhr, Tivoli Stadion Innsbruck

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