Die Wolves, das Team der Division I, welches wahrscheinlich am meistens von sich selbst überzeugt war, haben sich gegen einen vermeintlich ‚leichteren‘ Gegner eine ganz kalte Wolfsschnauze eingefangen. Walter H. Reiterer für Football-Austria.com aus Budapest.
Was den Raiders, Vikings, Blue Devils & Giants auf der großen paneuropäischen Bühne bereits gelungen ist, wurde von den Dragons am Nebenschauplatz Division I ganz praktisch weitergeführt. Gar zu sicher waren sich die Budapester mit den Klosterneuburgern einen Gegner im eigenen Stadion empfangen zu dürfen der keine zu ernste Bedrohung ihrer Playoffträume darstellen sollte. Du sollst dich nicht täuschen, so ein simples Football Gesetz. Die Grünen rissen die Magyaren nämlich jäh aus ihren Träumen, die an diesem Nachmittag im Wolves Stadium im Nirwana verpufften, wie auch das ganze Brimborium rund um die Partie am Ende sich als viel warme Luft um recht wenig erwies. Es gibt gar keine bösen Wölfe, sondern nur ein bemühtes Footballteam aus Budapest, welches am Ende aber von zwei Teams aus Österreich (neben den Dragons, siegten auch zwei Mal die Vikings) in seine Schranken gewiesen wurde. So ist das. Mit oder ohne Nackedeien.

Ohne die Leistung der Wolves schmälern zu wollen (diese war bislang in der zweiten Liga durchaus formidabel) siegte hier am Ende die österreichische Cleverness über den magyarischen Sturm & Drang. Die Zeit der Wölfe ist noch nicht gekommen, das Zeitalter der Drachen & Wikinger hält dem noch stand. Da hilft es auch nichts wenn man den Gegner noch20 Minuten nach dem Einlauf am Platz stehen läßt um sie mit nackten Tatsachen zu konfrontieren. Ein Rotkäppchen verliert im Infight mit Kuschelweichwolf ganz zufällig ihr Oberteil und wir sehen wohlgeformte weibliche Brüste. Die Macho Chose als Blickfang, wofür es auch super Haltungsnoten samt allen Beifall der versammelten Männlichkeit gab, nur ein Match beginnt mit einem Kick & und nicht mit einem Strip. So auch jenes.

Oben Ohne Rotkäppchen verwirrte die Dragons anfangs schon ein wenig. Die Niederösterreicher starteten mit Fehlern in das Match, stellten sich gleich zu Beginn zu zwölft auf (das ist nicht erlaubt) und gaben den Wolves auch sofort via Fumble den Ball ab (das ist schon erlaubt, nur gänzlich unklug). So stand es rasch mal 3:0 für die Gastgeber durch ein Fieldgoal von Gábor Sviatkó. Dragons RB Jürgen Hablas konnte die Peep Show als erster aus seinen Gedanken verdrängen und zeigte gemeinsam mit Stefan Scharinger ein starkes Laufspiel. Von Beginn sah man aber auch jede Menge Penaltys & Fehler. So führte einer dieser Fehler der Dragons zu einem Turnover. Christian Hofmann holte den Ball aber postwendend retour. Das erste Viertel endete 3:0. Das Match kam nur mühsam in die Gänge.

Im zweiten Quarter ging es dann aber richtig zur Sache. Zuerst lief den Dragons Defense zwar noch Wolves RB Péter Csperkáló öfter von dannen, aber zu ihrem Glück nie in deren Endzone. DL Florian Felberbauer recovert einen Fumble & von da an ging es bergauf für die Niederösterreicher. Ein Face Mask & danach ein First Down von Jürgen Hablas – schon standen die Drachen vor der ungarischen Endzone. QB Daniel Dallinger erzielte die ersten Punkte für die Gäste, eine 2 Point Conversion von Jürgen Hablas brachte sie gesamt mit 3:8 in Front. Dem nicht genug, eroberten die Gäste im nächste Drive erneut den Ball & erhöhten mit Martin Knoll (Paß Dallinger) auf 3:14. Eine weitere 2 PC durch TE Martin Kuen ließ sie sogar auf 3:16 davonziehen. Der höchste Punkteunterschied im ganzen Match. Noch vor der Halbzeit konnten die Wolves mit einem schönen Paß auf Krisztián Piros auf 10:16 (PAT good, Gábor Sviatkó) verkürzen.

Sofort nach Wiederbeginn (Wolves mit der Second Half Option) ging wieder der Wolves RB Péter Cseperkáló ab durch die Mitte & zur erneuten Führung für die Wolves. 17:16 (PAT good, Gábor Sviatkó). Weiter dominierte das Laufspiel bei beiden Offensivabteilungen. Ein Paßversuch der Dragons führte zu einer Interception. Als würden alle Versuche den Ball durch die Luft zu belegen mit einer automatischen Strafe belegt, blieb man danach halt wieder am Boden (der Tatsachen). Das gesamte Spiel jenseits & diesseits des zweiten Viertels auf dürftigem Niveau. Fehler hüben wie drüben.

Im letzten Spielabschnitt zwangen die Dragons das Glück jedoch ein Quentchen mehr als die Gastgeber. Jürgen Hablas konnte viel Raum für die seinen gewinnen & danach auch den entscheidenden Touchdown zum 17:22 (2 PC no good) erzielen. Keine weiteren Punkte in Folge, dafür Schiedsrichterentscheidungen, welche vom Publikum mit Pfeifkonzerten begleitet wurden. Sie paßten sich der Fehlerorgie mit ihren Entscheidungen an, dadurch standen auch alle wieder auf einem Niveau.

Fazit
Ein verdienter Arbeitssieg der Dragons, die in diesem engen Match das schlauerer & auch glücklichere Team gestellt haben. Sie haben weniger Fehler produziert und sich auch nicht vom Umfeld (Zuschauer, FKK, Pfeifkonzerte) irritieren lassen. Die Schiris reagierten darauf phasenweise entnervt, mit warnings gegen Spieler und auch die Kettencrew, welche sich abfällig äußerten. Schade, denn die schon im Vorfeld von den Dragons angebrachte Vermutung, daß die ‚Dragons Crew‘ dort besser nicht hätte pfeifen sollen, hat sich mehr oder weniger dadurch bewahrheitet, daß die Wolves mit manchen Entscheidungen gar nicht einverstanden waren & das nun auf Freunderlwirtschaft zurückführen könnten. Was sie offen nicht tun. Wermutstropfen für die Dragons: Sebastian Bacher und Fuat Rusitovic haben sich beim Spiel verletzt und werden wohl für einige Zeit pausieren müssen. Die Dragons sind damit aber voll im Rennen um einen Playoffplatz, die Wolves haben nur mehr sehr theoretische Chancen auf einen solchen.

Division 1
ARD7 Budapest Wolves vs. Danube Dragons 17:22
(3:0/7:16/7:0/0:6)
27. Mai 06, Kickoff 15:00
Wolves Stadion, Budapest, Zuschauer: 600
Referees: Referees: Steiner / Koller F. / Fritz / Tod D. / Koller E.

Spielbewertung:
Spielniveau:
Ambiente:
Unterhaltungswert:

Football-Austria.com MVPs:
Jürgen Hablas & Daniel Dallinger (Dragons, 2 TDs, 2 Geburtstage)

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