In ihrem Abschiedsschreiben berichtet Katzmayer, die sich seit 1996 im Nachwuchsfootball engagiert, von „Hoch und Tiefs“. „Gemeinsam“ habe man aber „enorm viel im Nachwuchs-Football geschaffen“, obwohl es „nicht immer einfach für viele war".

Unter den Bedankten findet man den ehemaligen Nationalteamtrainer Bernhard Binstorfer, gemeinsam mit Raiders Manager Daniel Dieplinger, die, so Katzmayer, maßgeblich für die Einführung von vier Altersklassen im Nachwuchs gewesen seien.

Als Erfolg verbucht sie u.a. „Ganzjahres-Nachwuchs-Trainingsprogramme in nahezu allen Vereinen“ so wie „Coach-Ausbildungen mit Schwerpunkten auf Coaching von Nachwuchsspielern“.

Neben dem gemeinsamen, österreichweiten Try-Out, um die Vereine bei der Spielerrekrutierung zu unterstützen, sei aus der gemeinsamen Arbeit ein äußerst erfolgreiches Junioren-Nationalteam entstanden – und aus diesem nun ein Herren-NT, das an der Weltmeisterschaft in Österreich teilnimmt.

Hätte sich anderen Abschied gewünscht
Sie (Katzmayer) gehe mit "einem weinenden und einem lachenden Auge". Es falle ihr schwer, "ihr Baby loszulassen" und sie habe sich „wohl einen anderen Abschied gewünscht“, andererseits hätte sie jetzt ein wenig mehr Zeit für Familie.

Keine Erwähnung in Katzmayers Schreiben findet Nik Jellinek, jener im AFBÖ Vorstand für den Nachwuchs zuständig ist. Zwischen den beiden gab es zuletzt mächtig Ärger.

Als die Black Lions in einem offenen Brief ankündigten, mit Nachwuchsmannschaften von Meisterschaften im kommenden Jahr zurückzuziehen (um Geld zu sparen), hinterfragte Katzmayer die Qualifikation von Jellinek als Nachwuchsvorstand und warf ihm den Versuch einer Erpressung vor.

Jellinek konterte, dass Katzmayer die Problematik der Black Lions nicht versteht und wies auf den gezielten Aufbau des Nachwuchses in Kärnten in den letzten beiden Jahren hin.

Jellinek warf Katzmayer in der Causa dann etwas vor, was sie sich während ihrer Amtszeit mehrmals anhören musste, als er sie ersuchte „als Nachwuchsbeauftragte des AFBÖ keine Dragons-Stellungnahmen mit offiziellem Titel als AFBÖ-Nachwuchsbeauftragte mehr zu zeichnen“, bzw. diese zu vermischen, da es „sonst bei vielen Leuten zu Missverständnissen kommen könnte“.

Amtsmüdigkeit
Dass dieser Konflikt der Grund für Katzmayers Rücktritt gewesen sei, das glaubt Nik Jellinek nicht. Katzmayer sei schon längere Zeit amtsmüde gewesen, hätte mehrmals den Wunsch geäußert abgelöst zu werden. Diesem Wunsch sei man nun nachgekommen.

Aus seiner Sicht habe Katzmayer – gemeinsam mit Karl Wurm – sehr gute Arbeit für den Nachwuchsfootball geleistet, die europaweit ihres gleichen suchen würde. Trotzdem erkennt er heute ein Optimierungspotential, da der Nachwuchs in Österreich seit einigen Jahren quantitativ stagniere. Es gehe in der Breite wenig bis nichts weiter und das möchte er ändern.

Das österreichweite Tryout funktioniere für zwei Vereine schon prächtig. Nun müsse man sich überlegen, ob – und falls ja – was der AFBÖ dafür tun kann, damit das Tryout ein noch größerer Erfolg als bisher wird.

Er sehe momentan keine Dringlichkeit darin, die Position Katzmayers nachzubesetzen.

„Wir werden im Frühjahr Nachwuchs Workshops veranstalten, bei denen alle Vereine eingeladen sind.“, so Jellinek. Wer dann der Kopf an der Spitze ist, wird sich daraus ergeben.

Einer von vielen Meilensteinen für ihn ist zum Beispiel die Nachwuchs-Regel-Kommission, die Dank Georg Zivko ins Leben gerufen wurde (auch Katzmayer erwähnte diese bei ihrem Abschied). Es gehe darum bestmögliche Bedingungen an der Basis zu schaffen und Einstiegsschwellen abzubauen. Der AFBÖ habe heuer z.B. bereits Schiedsrichterkosten teilweise übernommen, wobei er gegen ein Gießkannenprinzip sei. Gute Ideen und gute Arbeit solle belohnt werden.

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