Das Team stehe finanziell vor dem Aus – 250.000 Euro fehlen in der Kassa für die kommende Saison. Eine Spendewebseite soll den Klub vor dem Ruin retten.
Sportlich sieht es bei den Blue-Devils aus Hamburg nicht schlecht aus. Zum wiederholten Male erreichten sie die Finalphase der GFL (German Football League) und stehen am 24. September im Halbfinale gegen die Marburg Mercenaries. Womöglich ist es aber trotzdem die letzte Saison für die Hanseaten, denn hinten und vorne fehlt es an Geld.

"In den vergangenen Jahren ist das Sponsoren-Interesse am GFL-Football merklich gesunken", meint der Hamburger Präsident Jürgen Kemper. "Fest steht: Ein Spielbetrieb ist mit dem derzeitigen Budget nicht noch ein weiteres Jahr durchzuführen. Wir bräuchten für eine Spielzeit einen Etat von 250.000 Euro. Dass wir überhaupt noch spielen ist den derzeitigen Gesellschaftern zu verdanken, die aufgrund ihrer Liebe zum Football ein finanzielles Mehrengagement geleistet haben."

Nicht das erst Mal in Finanznöten

Die Sport Vermarktung Hamburg hat den Verein erst im vergangenen Jahr aus der Insolvenz gerettet und die Schulden des Teams übernommen. "Nach zwei Saisons ist der Punkt erreicht, wo man klar kommunizieren muss, dass wir finanzielle Hilfe brauchen", so Kemper, der gleichzeitig die Aktion ‚Hamburg braucht Blue Devils‘ ins Leben rief.

Damit möchte der Verein Firmen und Fans aufrufen, sich für das Fortbestehen des Teams finanziell zu engagieren. Alle Infos dazu gibt es auf www.hamburg-braucht-blue-devils.de.

Nicht nur die Aktion selbst löst mancherorts Verwunderung aus, sondern auch der angegebene Einjahres Etat von 250.000 Euro. Erzrivale Braunschweig operiert dem Vernehmen nach mit einem Budget von 1,5 Mio. Euro pro Spielzeit. Der österreichische Namensvetter aus Hohenems hat erst kürzlich sein Jahresbudget beschlossen. Auch dieses liegt mit knapp 300.000 Euro recht deutlich über jenem der Hamburger.

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Statement von Jürgen Kemper

Liebe Freunde der Hamburg Blue Devils!

Sie haben es ja sicherlich aus den Zeitungen erfahren: Wir als Traditions-Verein kämpfen nicht nur in den Playoffs der German Football League, sondern auch an einer mindestens ebenso wichtigen Front.

Der Verein Hamburg Blue Devils e.V. kämpft ums Überleben. Wir alle können uns noch gut erinnern an die Zeiten in der AOL-Arena: 15.000 Zuschauer, Football in der Blüte-Zeit. Nun sind wir aber nicht mehr die Nummer 3 im Hamburger Sport, sondern nur noch die Nummer 6. So ehrlich und realistisch muss man sein. Das Sponsoreninteresse an den Blue Devils ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Dies hat natürlich viele Gründe. Die meisten liegen in der Vergangenheit und deren Konsequenzen holen uns in der Gegenwart leider viel zu oft wieder ein. Zudem hat sich viel verändert in der Sportstadt Hamburg, die Konkurrenz ist gewachsen und scheint beinahe übermächtig.

Aber die Blue Devils wären nicht die Blue Devils, wenn Sie an dieser Stelle aufgeben würden. Klar ist: Wir brauchen Hilfe von allen Seiten. Und daher starten wir ab heute die Kampagne ‚Hamburg braucht Blue Devils‘. Denn wir sind der Meinung, dass auch unser Sport in dieser Stadt einen Platz haben muss!

Stichwort Platz: Wir bieten jedem Platz an unserer Seite, beziehungsweise auf unserem Football-Feld. Wer auf die Internetseite www.hamburg-braucht-blue-devils.de klickt, findet nämlich dieses Football-Feld. Jeder, der den Blauen Teufeln helfen möchte, kauft sich ein Stückchen zwischen den Yard-Markierungen – oder gerne auch gleich die ganze Endzone. Je mehr Engagement, desto größer die Fläche. Ganz einfaches Prinzip. Jeder Helfer unterstützt in dem Maße, wie es ihm möglich ist – schon ab 10 Euro.

Mit dieser Idee wollen wir unser großes Ziel erreichen. Das Überleben der Blue Devils. Das Budget, was nötig ist, um den Sport so zu umzusetzen, wie wir uns alle das vorstellen, konnte in den vergangenen Jahren allein durch Sponsorengelder nicht mehr generiert werden. Gäbe es die derzeitigen Gesellschafter nicht, die aufgrund ihrer Liebe zum Football ein finanzielles Mehrengagement geleistet haben, würden wir vielleicht schon heute nicht mehr hier stehen.

Das darf so nicht weitergehen! Wir wollen die Blue Devils auf vielen Schultern verteilen und wieder dafür sorgen, dass mehr Hamburger Spaß mit unserem Sport haben.

Denn:

HAMBURG BRAUCHT DIE BLUE DEVILS!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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