Die Danube Dragons fuhren mit dem siegverwöhnten Team aus Wien mit dem Express-Schlitten Richtung Mercy Rule und begruben alle Hoffnungen einer erfolgreichen Titelverteidigung von Beginn an.

Die Hoffnung sterbe zuletzt heißt es, eine kleine Hoffnung hatten die Vikings noch. Zwar mußte man sich sowohl in der Pre-Season als auch in der Meisterschaft den Dragons bereits geschlagen geben, in entscheidenden Momenten konnten die Wikinger in Vergangenheit aber immer noch einen Tick zulegen. Diesmal legte aber der Gegner einen drauf – eine Vikings Mannschaft die unter Mercy-Rule spielt gibt es oft – allerdings liegt sie dann in der Regel vorne.

Vom Start weg sah man aber nur ein Team spielen – nämlich die Gastgeber, welche wetterbedingt (es schien übrigens die Sonne) vom Happyland auf den Heimplatz der Knights in den Prater ausweichen mußten. Quarterback Thomas Haider mit einem Pistolero-Pitch auf Andrej Kliman, der lief zu seinem ersten First Down – es sollten noch viele folgen. Trotz des böigen Windsturms am Platz, funktionierte auch das Paßspiel der Dragons – das nächste First Down nach einem Paß von Thomas Haider auf Michael Janik. Und schon schlug es zum ersten Mal ein in der violetten Endzone ein – Touchdown Michael Janik, 2 Point Conversion Thomas Haider8:0. Die Vikings waren in der Offensive vorerst nicht vorhanden. So erhöhte Michael Janik im zweiten Dragons-Drive auf 14:0, Andrej Klimans Conversion gut – 16:0. Die 11 Wikinger am Feld fanden vorerst kein Mittel die Dragons Offensive aufzuhalten. Ein erstes First Down Vikings – Daniel Stanzel mit einem QB Sneak – als Stichflamme. Wieder mußte man danach punten. Den dritten Drive der Dragons hielt die Wikinger Defense dann aber stand – keine weiteren Punkte. Eine Interception durch Kurt Lojka (?) brachte dem Heimteam aber umgehend das Ballrecht zurück. Kliman lief und lief bis in die Vikings Redzone – das erste Viertel endete 16:0. Seitenwechsel.

Das zweite Quarter begann wie das erste – Touchdown Dragons – Manuel Dallinger trug sich in die Scorerliste zum 22:0 (2 Point Conversion no good) ein. Wieder kamen die Wiener mit ihrer Offense nicht weiter. Vierter und lang – Punt – Fake – der Trickspielzug überraschte die Dragons und führte zum Touchdown über Peter Tutsch22:6 (2 Point Conversion no good). Im zweiten Viertel bekamen die Gäste allmählich die variantenreiche Offense der Drachen besser in den Griff, so konnte man ein weiteres Mal einen Drive auch stoppen und sich erstmals selbst auch offensiv in Szene setzten. First Downs durch Timothee Bach und Florian Hiess sahen zumindest nicht schlecht aus, trotzdem ging man am Ende 4 & aus – Turnover on downs. Es hört sich wie eine ewige Wiederholung an und war es auch: Andrej Klima tat dies, machte jenes, sorgte für das und erledigte auch manches andere noch im Vorbeilaufen. Zum Beispiel den Touchdown zum 28:6, Thomas Haider sneakte bei der Conversion zum 30:6 Halbzeitstand.

Die Dragons scorten auch nach der Pause nach Belieben. Florian Hiess setzte sich aber vorher noch mal mit einem First Down in Szene, Philip Stojaspal, an dem Tag mit der #1 als Fullback am Feld (normaler Weise trägt er als Linebacker die #54) mit einem Fumble bei der Ballübergabe, den er selbst noch erobern konnte, dabei aber 20 Yards an Raum verlor. Von Stojaspal in der Vikings Offense soll man am Ende des Berichts aber auch noch was Positives hören. Wir bleiben mal beim Negativen aus Sicht der Vikings – Interception Andreas Gigl, Vikings QB Daniel Stanzel, vom Wide Receiver zum Spielmacher heuer umgebaut (Bernd Dittrich ist in den USA), warf zum zweiten Mal in die Hände eines Gegners. First Down Dragons AK (AK steht hier für Andrej Kliman – Arbeiterkammer paßt aber auch) – Thomas Haider täuschte dann eine Ballübergabe auf AK nur an, lief selbst zum nächsten First Down. Was immer die Dragons auch probierten – es klappte. Damit niemanden bei der Lauferei langweilig wird folgte ein Paß auf Michael Janik, der den Ball zwar erst nach einigen akrobatischen Einlagen festhalten konnte, es dann aber tat. Da er sich in der Endzone befand war das der nächsten Dragons Touchdown – 36:6 (2 Point Conversion no good). Das Vikings Highlight: Ein First Down durch Daniel Rossmayer, ein ausgespielter vierter Versuch auf Timothee Bach inkomplett – turnover on downs. Andrej Kliman, der Mann dieses Spiels, für uns auch der Offensivspieler der heurigen Nachwuchssaison, lief nach einem weiteren Pitch von Thomas Haider 73 Yards in die Endzone zum 42:6 (2 Point Conversion no good) und machte damit den Wikingern den Geschmack der Mercy Rule aus Sicht des Begnadteten erfahrbar. Vor dem letzten Seitenwechsel lief also dir Uhr bereits durch – Gnade für die Wikinger.

Der letzte Spielabschnitt war dann nur mehr eine Siegesfeier für die in den Prater gepilgerten Dragons Fans. Florian Hirsch gelang die dritte Interception, ein 30 Yard Paß von Thomas Haider in die Endzone auf Manuel Dallinger zum 48:6 (PAT no good) folgte. Ein muffed ball beim Kick Return brachte erneut die Dragons in Ballbesitz – noch ein Fieldgoal zum 51:6. Das Setzten des Schlußpunktes überließeman den Vikings. Philip Stojaspal überrannte die Dragons Defense kurz vor Ende der Partie und lief zum 51:13 (PAT good). Damit hatte der gelernte Verteidiger seinen Fehler beim Fumble mehr als wett gemacht, allerdings war der Score nur mehr reine Kosmetik.

Fazit
Ein auch durchaus in der Höhe verdienter Sieg einer heuer großartig spielenden Dragons Junioren Mannschaft. Die Vikings waren über das gesamte Spiel hinweg chancenlos. An einen Sieg brauchten sie niemals denken, denn der war außer Reichweite. Wer vor einem Jahr noch gesagt hätte, dass die Vikings Junioren in der Höhe ein Spiel verlieren könnten, wäre als Phantast ausgelacht worden. Damit gehen die Dragons als Favorit in die College Bowl 2006. Wie groß ihr Selbstvertrauen des Teams derzeit ist, zeigte auch, daß die Plakate für das Finale (Dragons vs. Raiders) bereits vorgedruckt waren und direkt nach dem Match beim Ausgang den abziehenden Fans präsentiert wurden. Pikanterie am Rande: Das Finale der Schüler und Junioren wird auf der Schmelz stattfinden. Zum ersten Mal übrigens bei einem Nachwuchsmatch (wo wir zumindest zugegen waren) gab es keine gemeinsame Welle nach dem Spiel. Die machten die Dragons gerne und eigentlich auch zu Recht alleine.

Stimmen nach dem Spiel

Dragons Headcoach Ivan Zivko:
"Unser Ziel war es nicht mehr als 20 bis 25 Punkte zu kassieren, da wir wußten, dass unsere Offense im Stande ist viele Punkte aufs Scoreboard zu bringen. Dass es so laufen würde, habe ich nicht zu Träumen gewagt. Im Finale sehen wir uns nicht als Favorit, denn wir haben nur knapp gegen die Raiders gewinnen konnten. Der Kunstrasenplatz kam unseren athletischen Spielern sehr entgegen. Wir werden nächste Woche vier Trainingseinheiten absolvieren und hoffentlich die Konzentration nach dem Sieg im Team aufrecht erhalten können, denn nur dann haben wir gute Karten auch Meister zu werden. Das war erst das Halbfinale."

Vikings Headcoach Horst Obermayer:
"Es ist das passiert was wir vor der Saison vermutet, bzw. befürchtet hatten. Die Dragons sind heuer zu stark für unser heuriges Team. Wir hatten uns eine kleine Chance ausgerechnet, wenn alles paßt, die Überraschung zu schaffen. Davon waren wir ehrlich gesagt weit entfernt. Es ist zwar kein angenehmes Gefühl für uns gewesen die Mercy Rule mal von der anderen Seiten kennenzulernen, aber sicher keine unwichtige Erfahrung. Die Dragons waren einfach besser und das spornt uns an das wieder zu ändern."

Junioren-Playoff
Danube Dragons vs. Dodge Vikings 51:13
(16:0/14:6/12:0/9:7)
29. Oktober 06 | 13:30
KSV Platz, Wien
Referees: König T. / Dungler / König M. / Bauer / Berger / Leue

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