In sechs Tagen treffen die Wiener damit in Rudersdorf auf die ASVÖ Gladiators.
Ohne Headcoach, dafür aber mit QB Roger Schlegelmilch am Start, stellten sich die Vienna Knights der Playoffaufgabe Amstetten und meisterten diese teilweise mit Bravour. Allerdings gab es nur eine Halbzeit lang ein Match zu sehen, die beiden letzten Viertel wurden von einem eigenwilligen Regenguß in Richtung Persiflage weggeschwemmt.

Doch die Wiener machten bereits in der ersten Halbzeit alles klar. Zu Beginn ging auf beiden Seiten nicht viel vorwärts. Roger Schlegelmilch fand vor allem in Philipp Köck einen Receiver der sich als sichere Anspielstation hervortat. Ein First Down war drinnen – ein vierter Versuch wurde ausgespielt und endete mit einem QB Sack. Die Thunder, mit ihrer Offense wesentlich harmloser als in der Defense, kamen mit Martin Brunner zwar zu einem First Down, aber ähnlich wie bei den Gästen lief offensiv noch nicht viel zusammen. Ein Fehler beim Punt (Misssnap) und die Knights kamen an der Thunder 23 in Ballbesitz. Die Bestrafung für den Schnitzer folgte umgehend. Roger Schlegelmilchs nächster Pass auf Philipp Köck führte zum 0:6 (2 PC no good) für die Gäste. Zwar gelang den Amstettenern immer wieder die ein oder andere schöne Einzelaktion (starker Return von Andreas Fuchs, ein Reverse über Roland Holzinger, ein erfolgreicher vierter Versuch von Andreas Illich), in Summe schaute aber nichts Zählbares dabei raus. Auch die Knights Offensive präsentierte alles andere als effizient, das Ballrecht wechselte oft, die Drives waren meist kurz gehalten. Das erste Viertel endete demnach auch 0:6. Dieter Fleck und sein Kollege Martin Brunner erzielten ihre First Downs bis zur Endstation Ritter Andreas Fuchs, der mit einer Interception das Ballrecht zurückholen konnte. Knights RB Roman Gezer stellte die Thunder Laufverteidigung dann immer wieder vor unlösbare Aufgaben. First Downs in Serie, die er mit einem Touchdown abschließen konnte. 0:12 (2 PC no good). Ein Fumble Recover von Arthur Michalek brachte die Knights umgehend wieder in Ballbesitz. Der stärkste Moment der Knights in diesem Spiel: Ein trocken exekutierter Drive, weiter Pass Schlegelmilch auf Köck – TD Schlegelmilch (Sneak) – 2 Point Conversion Roman Gezer – setzte die Hausherren mit 0:20 bereits vor der Halbzeit Schach. Das Matt folgte in Hälfte Zwei und kam von oben. Vor der Pause arbeiteten sich die Thunder noch an die Endzone der Gäste ran, eine weitere Interception machten ihren Hoffnungen auf den Anschlußpunkte aber zu Nichte.

Kurz nach Wiederbeginn kamen die Zuschauer in Genuß eines sehenswerten Naturereignisses. Ungefähr 50 Meter vom Platz entfernt ging ein Regenschauer in Tropenqualität herunter. Zuerst noch als Fata Morgana wahrgenommen (Schleiersicht), war es eine Wand aus Wasser die kurz vor der Endzone sich aufbaute. Sie bewegte sich zunächst nur langsam Richtung Spielfeld vor, nahm an der 10 Yard Linie Tempo auf (wer sie kommen sah rannte) und binnen Sekunden zog sich ein Wasserfallvorhang von links nach rechts über das Spielfeld. Im selben Moment waren Spieler, Referees und Ballgirls nicht nur bloß naß, sondern durchweicht. Eine kollektive göttliche Gatorade Dusche. An ein Spiel danach war nicht mehr wirklich zu denken, denn der Schauer hielt sich beharrlich über dem Feld. Wie oft das Ballrecht in dieser Phase wechselte? Bei 5 direkt aufeinander Folgenden Fumbles inkl. Turnovers war Schluß mit Mitzählen, immerhin bildete sich ein wunderschöner doppelter Regenbogen über dem Stadion, was in dem Moment einfach Vorrang hatte. Irgendwann begann der Regen dann leichter zu werden, irgendwann kam bei den Knights Junioren QB Michael Frank aufs Feld, irgendwann wurde Knights FB Kurt Czaak wegen Boxen ausgeschlossen, irgendwann erzielte dann Thomas El-Badramani im Rahmen der Wasserspiele einen TD. 0:26, so lautet auch der Endstand in einem Match mit einer Hälfte Football und einer zweiten Wasserball. Schöne Sache.

Fazit
Ein klare Angelegenheit für die Knights, auch wenn das Ergebnis eine Spur zu hoch ausgefallen ist, bzw. die Thunder einen Score hätten machen müssen. Von einem Heimsieg träumte aber nur der Platzsprecher, der bei 0:20 die Hausherren noch anfeuerte das Spiel doch umzudrehen. Nur womit? 20 Spieler waren umgezogen, viele von ihnen spielten doppelt – auch hier waren die Knights klar im Vorteil, die nun im Finale auf die Gladiators treffen. Die beiden Teams kennen sich bereits, traten sie auch zwei Mal im Grunddurchgang gegeneinander an. Dabei gelang den Wienern in der Offensive eher weniger (15 Punkte), dafür zeigte man sich im zweiten Match in der Defense gut auf die Burgenländer eingestellt. Das Finale könnte dahingehend ein spannendes werden, wenn die Wiener am 15. Juli in der Lage sind noch einen Zahn zuzulegen.

Division 2 Playoff
Amstetten Schnitzl’Land Thunder vs. Vienna Knights 0:26
(0:6/0:14/0:0/0:6)
09. Juli 06, Kickoff 16:00
Umdaschstadion, Amstetten
Referees: Windsteig / Praher / Zemsauer E. / Kreimel / Scheiber

Spielbewertung:
Spielniveau:
Ambiente:
Unterhaltungswert:
Käsekrainer Test:
MVP
:
Roman Gezer
(Knights, 1 TD, 1 2PC)

Gameday
Wesentlich mehr Zuschauer (~150) als beim letzten Grunddurchgangsmatch, Kinderbetreuung, Hüpfburg, Grillerei, Backupplatzsprecher in Ordnung (der Starter der Thunder wird übrigens die Austrian Bowl kommentieren).

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