180.000 würden, so das Wirtschaftsblatt, den Vikings durch den Wegfall der Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien im Jahr fehlen. Die Vikings selbst sprachen von einer Summe von insgesamt 300.000 Euro, die ihnen auf Sponsorenseite für das Jahr 2015 weggebrochen seien.
Interessant dabei ist die Analyse in Form eines Kommentars – So macht Sponsoring keine Freude mehr – von Hans Pleininger, ebenfalls im Wirtschaftsblatt. Denn die Vikings sind bei weitem nicht die Einzigen, die vom Rückzug der Bank betroffen sind. Der Handballverein Fivers verliert ebenfalls eine sechsstellige Summe und die Wiener Festwochen müssen in Zukunft auch ohne Giebelkreuz ihr Auslangen finden. Warum?
Raiffeisen sei der Ausstieg nicht zu Verdenken, so Pleininger. Der Compliance-Paragraph im neuen Anti-Korruptionsgesetz habe Sponsoring kompliziert gemacht. Die Richtlinie sei nicht zu Ende gedacht und dadurch würde man zwischen Gut und Böse nicht mehr unterscheiden. Bevor sich große Firmen und Konzerne dem Stallgeruch des "Verbotenen" ausliefern, sieben sie einfach aus und so fallen neben großen Sportevents, u.a. das Hahnekammrennen, auch Randsportarten dem Rotstift zum Opfer.
"Der Kostendruck durch die Regularien ist ein dramatischer und zwingt uns zu rigorosem Kostenmanagement", erklärte RLB-Sprecher Peter Wessely.
Der andere Faktor wäre ein mediales Aushungern. "Selbst der öffentlich rechtliche Staatsfunk versteckt Randsport im Nachtprogramm oder entsorgt ihn im zuschauerarmen Spartenkanal.", heisst es da. Gemeint ist der ORF, wo Football allerdings nicht gerade unterrepräsentiert ist. Alleine 56 Stunden sah man dort die EM 2014, davon 16 Stunden live. Allerdings eben auf ORF Sport Plus. Der Kanal ist nicht überall in Österreich ganz so einfach empfangen, in Teilen Graz z.B. sah man von der EM in der Stadt dadurch nichts im TV. Auf der anderen Seite sind die Sportarten auf den ORF angewiesen, denn die Privatsender würden den Aufwand mit ihren finanziellen Mitteln nicht stemmen. Wobei 150.000 Zuschauer beim EM-Finale dann auch den einen oder anderen Privaten hellhörig machen könnten.
Alles in allem ist eine schwierige Situation. Raiffeisen hat sich, so sagen es alle Partner, sehr korrekt verhalten und den Aussteig langfristig bekannt gegeben. Den Abgang zu kompensieren ist den Wikinger bisher nicht gelungen. Es ist vielleicht auch gar nicht so einfach einen neuen Großsponsor zu finden, dem man dann keine Freikarten geben darf, weil es die Anti-Korruptionsbehörde auf den Plan rufen könnte. Alleine mit Kleinvieh wird man auf die Summe nicht kommen und somit wird der Sparkurs bei den Wienern wohl unvermeidbar sein, sollte sich bis Jahresende kein neuer Partner finden.

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