Pachmann erklärt seine Motive für den Wechsel nach zehn Jahren bei den Wienern mit einem Mangel an Teamgeist, den er vor allem zu Beginn der letzten Saison in Simmering verspürt habe. ‚Es war einfach nicht mehr so wie früher‘, erklärt der 26-Jährige gegenüber Football-Austria.com. ‚Da fehlte mir dann die Motivation im Training und auch im Spiel.‘

Schuld weist er in der Organisation der Wiener niemanden zu, es sei einfach eine allgemeine Entwicklung gewesen, womit er sich bei den Vikings nicht anfreunden konnte und fügt an: ‚Man muss auch in der Niederlage zusammen stehen, nicht nur wenn man gewinnt. Am Ende der Saison, als wir die Austrian Bowl holten, war die Stimmung wieder viel besser, aber gerade das hat mir zu Denken gegeben.‘

Über seinen ehemaligen Head Coach Chris Calaycay verliert Pachmann nur gute Worte. ‚Chris wäre für mich ein Grund gewesen dort zu bleiben. Es tut mir weh seine Defense zu verlassen, aber es passten andere Dinge für mich nicht. Das sei nur gesagt, um es nicht zu Missverständnissen kommen zu lassen.‘

Bei den Dragons sei er trotzt jahrelanger Rivalität herzlich aufgenommen worden. ‚Das Team steht dort klar im Vordergrund. Es haben sich alle darüber gefreut, dass ich nun Teil dieser Mannschaft bin. Head Coach Ivan Zivko hat in den letzten Jahren hier sehr viel aufgebaut.‘

Zwar seien die Strukturen der Dragons ein wenig familiärer und weniger professionell als die der Wikinger, aber: ‚Dieses Programm befindet sich definitiv auf dem richtigen Weg und wird in Zukunft Erfolg haben‘, ist Pachmann überzeugt.

Ebenfalls über die Donau wechselt der Wide Receiver Pasha Asiladab. Der 29-Jährige wirkte in der Saison 2009 des öfteren demotiviert, da laut ihm zu wenige Bälle in seine Richtung kamen. Als er sich auch noch eine Verletzung zuzog, fürchtete er sogar um seine Einberufung ins Nationalteam. Der Saisonausklang war für Asiladab mit dem Gewinn der Austrian Bowl und des B-EM Titels zwar versöhnlich, trotzdem kehrt er den Simmeringern nun den Rücken.

Neben den beiden Nationalteam Cracks wechseln weitere heimische Talente zu den Grünen. Die ehemaligen Wikinger Jan Höck (DB, zuletzt Rugby Spieler bei RC Donau) und der ehemalige Junior Stefan Baumgartner, ebenfalls ein Defesnive Back. Aus Tirol kommt mit Niko Stieldorf ein Linebacker, der in Wien ein Studium begann. Der Kärnter Receiver Johannes Widner kommt von den CNC Gladiators, spielte in Vergangenheit ebenfalls im Dress der Vikings, wie auch der Giants und Cowboys.

Einbahnwechsel
‚Früher soll es ja schon mal Spieler gegeben haben, die von den Vikings zu den Dragons kamen, weil sie nicht mehr so intensiv trainieren wollten‘, sagt Dragons Head Coach Ivan Zivko. ‚Diese Einbahn gibt es nun nicht mehr. Wer zu uns kommt und spielen will, der muss auch vollen Einsatz zeigen‘. Über seine Neuzugänge berichtet Zivko nur Gutes. ‚Es sind alles tolle Athleten und sehr gute Footballspieler, die für unser Team eine echte Verstärkung darstellen. Joe Widner hat mich im Training am meisten überrascht. Er ist engagiert und in einer guten Form.‘

Legionäre ante portas
Welche A-Klasse-Spieler die Dragons heuer engagieren werden, ist bereits geklärt. Namen will Zivko aber noch keine nennen. ‚Es wird keiner vom Vorjahr wieder kommen. So viel steht fest. Joey Stein hat seine Karriere offenbar überhaupt beendet. Wir machen daraus aber kein großes Geheimnis, warten nur ab, bis sie auch wirklich da sind. Wir präsentierten bisher unsere Neuzugänge immer am Tag ihrer Ankunft. Das bleibt unter meiner Führung auch weiterhin so.‘     

Silent treatment
Trash Talk, das ist nicht Zivkos Metier. ‚Ich lese und höre so viel darüber, wer die Dragons sind und vor allem: was sie nicht sind. Das ist okay für andere als Motivation vielleicht, aber ich erlaube mir dazu kein Kommentar abzugeben. Wir arbeiten an unserem Programm mit Ruhe und Sorgfalt und geben Antworten auf solch offene Fragen ausschließlich am Feld.‘

Seine Ziele definierte Zivko bereits bei Amtsantritt. ‚Jedes Spiel gewinnen‘ lautet sein Credo, was im Vorjahr (Spiele gewinnen) in sechs von zehn Fällen gelang. Im Jubiläumsjahr (Die Dragons feiern ihren 25iger) wäre der erste Titel für die Drachen wohl auch ein wenig Balsam für ihre Seele, denn die Niederösterreicher sind der älteste noch bestehende Verein in Österreich ohne Titelgewinn in der Bundesliga.

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