Der Viertelfinal-Gegner der Raiffeisen Vikings im EFL-Bewerb erwies sich als weit schwierigerer Gegner als von den Wiener erhofft. Und das lag in erster Linie an der Offense der Gastegber, die über vier Viertel versuchte den mit 22 A-Klasse-Spielern gespickten Gegner zu zermürben, sich dabei aber fast verzettelte.

Konservativ wäre eine Euphemismus für das was die Wikinger den rund 1.700 Zuschauern auf der Hohen Warte offensiv boten. Mit elf First Downs und 267 Total Yards und mit der Kreativkraft eines Finanzbeamten kurz vor seiner Pensionierung, erkämpften sich die Wiener einen 15:12-Sieg, der durchgehend in Gefahr stand sich in eine Niederlage umzukehren. Zum Glück gab es da noch die Vikings Defense, die den Broncos ihre Grenzen aufzeigte.
Die Gäste gingen in ihrem ersten Drive nach einer Unachtsamkeit der Vikings Defense über D.J. Wolfe (2/63 Yards, TD + 4 rushes f. 24 Yards) in Führung, der einen kurzen Pass von Blake Barnes (5/10 f. 94 Yards, TD) 67 Yards weit in die Endzone trug. Die Wikinger kämpften drei Drives, bis kurz vor Ende des ersten Quarters, um ihr erstes First Down. Das zweite war dann auch schon der Touchdown nach einem Pass von Christoph Gross (14/26 f. 176 Yards, 2TD. INT + 6 rushes f. 3 Yards) auf Receiver Chauncey Calhoun, der mit sechs Catches für 138 Yards rund die Hälfte des kompletten Raumgewinns der Vikings Offense für sich verbuchen konnte. Wer dachte der Vikings Offensive wäre damit der Knopf aufgegangen, der irrte. Es waren weiterhin die Gäste aus der Schweiz, die den Ton angaben.

Nach einer Verletzung von QB Blake Barnes kam der ehemalige Raiders Spielmacher Marko Glavic aufs Feld, der mit einem 28-Yards-Touchdown Pass auf Tight End Tripp Chandler die 12:7 Führung aus Sicht der Broncos zur Halbzeit fixierte, denn die Wikinger Offense bleib statisch und zeigte gar wenig, was die Gäste hätte überraschen können und blieb bis auf den einen Big Play auf Calhoun punktelos.

Nach Wiederbeginn spielte die Wikinger Defense noch stärker auf und das obwohl sie auf Nationalteam Linebacker Phil Stojaspal verzichten mussten. Stojaspal kam gerade von einer Verletzung zurück und fiel wieder aus – die WM ist fraglich für den Wiener.

Es dauerte wieder drei Drives und es war wieder ein Big Play – ein 65 Yards-Touchdown Pass von Gross auf Calhoun – der den Hausherren die erneute Führung in der Partie brachte. Der 2-Point-Conversion Versuch durch Tony Hunt (18/80) wurde leichtfertig vergeben.

Ansonsten hielten die Wiener die Broncos Offense, wo sich dann Barnes und Glavic als Quarterbacks abwechselten, in Schach und man sah eine Reihe von Punts. Einer der Wiener wurde an der Broncos 1-Yard gedowned. Zwei Plays später danach sackte Dustin Illetschko Calanda QB Barnes in der Endzone für einen Safety zum 15:12. Die Vikings spielten danach die Uhr souverän herunter, kamen mit dem längsten Lauf des Spiels (26 Yards Tony Hunt) zur Broncos 1 zurück und knieten dort das Spiel ab.


Fazit
Die Vikings zeigten sich offensiv von ihrer einfallslosen Seiten gegen ein mit Legionären gespicktes Team und gewann dieses trotzdem. Das spricht für sie, denn sie waren an dem Sonntag sicher nicht am Zenit ihres Leistungspotentials. Die Broncos sind trotz des knappen Ergebnisses am Boden der Realität angekommen, denn der Sieg wäre – wenn wann nicht an dem Tag – gegen die Vikings möglich gewesen, sie konnten ihn aber nicht einfahren. Und es lag, bei allem Respekt, nicht an einer bärenstarken Schweizer Defense (ohne einen Schweizer Starter), sondern in erster Linie am mangelnden Spielwitz und Esprit der Wiener, somit es nur ein 12:15 wurde. Dahingehend der Einzug in das Halbfinale für Wien in Ordnung geht, gegen die Raiders wird eine solche Leistung aber zum Untergang führen.
Die Vikings und Raiders dürfen sich nun für die Austragung des Halbfinales bei der EFAF bewerben und man darf gespannt sein, welches Hotel dieses Mal das Rennen macht. Ob Vikings Präsident Karl Wurm ein weiteres Mal (wie beim Finale 2010) in seine Bonus-Trickkiste greifen und Gegner wie EFAF eine schönes Extra in die Kasse anbieten wird? Oder ob Elisabeth Swarovski das attraktivere Gesamtpakt schnüren kann?

Ein Wort zum Abschluss zu den Zuschauerzahlen. Die Vikings gaben 3.500 (laut Stats) und die Raiders ebenfalls 3.500 (laut Aussendung) an. Wir waren auf beiden Spielen und sagen: Ja, es waren 3.500. In Wien und in Innsbruck zusammengerechnet wohlgemerkt. Stop the Unfug please! Wir wissen mittlerweile was die Kollegen vom Fußball (Wacker & Vienna) bei ähnlichen Massen angeben und darüber denken, dass es bei einem anderen Sport bei gleicher Füllung des Stadions plötzlich doppelt so viele sein sollen. Die Zeit zur Umkehr wäre jetzt. Auch wenn WM-Jahr ist. Danke.
EFL Euro Bowl Viertelifnale
Raiffeisen Vikings vs. Calanda Broncos (CH) 15:12

8. Mai 11 | 15:00
Hohe Warte | Wien
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