Die Vienna Vikings und Raiders Tirol lieferten sich vor 4.457 Zuschauern auf der Hohen Warte einen erbitterten Kampf zweier Erzrivalen, der zum vierten Mal seitdem die beiden Mannschaften in der ELF spielen, von Wien entschieden wurde.

Mit dem Sieg stehen die Wiener bereist mit einem Beim in einem Halbfinale zu Hause, da nächste Woche mit Fehervar und zum Abschluss mit Prag zwei Gegner warten, die man im Hinspiel jeweils klar schlagen konnte. Für die Raiders geht es am nächsten Wochenende darum, ein Auswärtsspiel in der Wild Card gegen Frankfurt zu vermeiden.

Defense-Schlacht auf der Hohen Warte

Nach einem punktelosen ersten Viertel, scorten die Hausherren zuerst. Chris Helbig fand Florian Bierbaumer zum ersten Touchdown des Spiels, der PAT von Dennis Tasic saß, was aber sein letzter Treffer des Abends sein sollte. Bei 7:0 ging es in der Hitze Döblings auch in die schattigen Kabinen, denn Niklas Sanin vergab für die Raiders vergaben ein Fieldgoal aus 52 Yards.

Nach Wiederbeginn hatten die Gäste ihre stärkste Phase. Nach einem starken Return, legten die Tiroler einen 59 Yards Touchdown-Drive hin, abgeschlossen von Lukas Haslwanter zum 7:7 Ausgleich (PAT Niklas Sanin).

Danach gab auf beiden Seiten wieder die jeweilige Defense den Ton an. Punts wurden ausgetauscht, Dennis Tasic vergab ein Field Goal aus 41 Yards und ein weiteres aus 37 Yards. Doch die Raiders konnten die vergeben Chancen der Vikings nicht nutzen, denn es war die Defense der Wikinger, die das Spiel einmal mehr kontrolliert. Neo Raiders Quarterback Joe Dolincheck Pass wurde von Sebastian Wimmer abgefangen und die Strafe folgte auf dem Fuß. Karri Pajarinen machte das Play des Tages, tanzte die halbe Raiders Defense aus und lief über 20 Yards zum 13:7. Auch den PAT vergab Tasic.

Die Partie schien dann aber trotzdem noch ein gutes Ende für die Raiders zu nehmen. Ein erneut starker Drive führte sie in die Vikings Redzone, doch dort wurde Polincheck von Elmeri Laalo das zweite Mal an dem Abend gepickt. Der Finne im Dress der Vikings retournierte den Ball auch noch über 74 Yards. Es war die insgesamt fünfte Interception des Neuzugangs der Raiders, bei zwei Touchdowns in ebenso vielen Spielen. Und es war gleichzeitig auch die Entscheidung im Spiel, da die Hausherren die Partie danach an der Raiders 13 abknieen konnten.

Fazit

Es wäre mehr drinnen gewesen für die Tiroler, die sich in den entscheidenen Phasen aber fehleranfällig präsentierten und gegen die Defense der Vikings über weite Strecken kein Rezept fanden. Die Wikinger machten es mangels eines vernünftigen Kicking Games spannender als es nötig war. Dass man 7 relativ einfache Punkte in so einem engen Spiel einfach liegen lässt, wird sich eines Tages noch rächen.

ELF WEEK 12

Vienna Vikings (10-0) vs. Raiders Tirol (7-3) 13:7
(0;0/7:0/0:7/6:0)
» Spielstatistiken
SA 19. August 2023 18:00 Uhr · Hohe Warte Wien, 4.457


Vorschau:

In der European League of Football kam es bisher zu drei Aufeinandertreffen der österreichischen Footballgrößen – alle Partien endeten mit demselben Ausgang: Sieg für die Vikings. Das soll sich endlich ändern, auch wenn sich die Raiders Tirol der besonderen Herausforderung bewusst sind. „Vikings Week! Mehr Motivation braucht man nicht. Wir wollen besseren Football spielen als letzte Woche und uns speziell als Offense weiterentwickeln.“, erklärt Receiver Philipp Haun.

 „Es geht wieder einmal gegen die Vikings – diesmal auf der Hohen Warte. Wir freuen uns alle sehr darauf, die Jungs sind topmotiviert. Wie schon letzte Woche gesagt – die restlichen Regular Season-Spiele sind enorm wichtig für uns. Wir wollen Siege holen und unsere Playoff-Chancen aufrechterhalten. Wir fahren hin, um einen Sieg einzufahren. Die Offensive – nach dem shaky Start im vergangenen Spiel – hat eine sehr gute Trainingswoche hinter sich. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine gute Performance abliefern werden. Es wird schwer – wie immer gegen die Vikings – ich habe aber ein gutes Gefühl.“ — Raiders Head Coach Kevin Herron.

Quarterback Joe Dolincheck feierte gegen die Helvetic Guards sein Debüt in Silver and Black und konnte sein Team zum Sieg führen – auch wenn noch lange nicht alles fehlerfrei funktionierte. Die kurze Eingewöhnungszeit von sieben Trainingstagen mündete in einigen Abstimmungsschwierigkeiten, Dolincheck warf insgesamt drei Interceptions, zwei davon wurden in Defensive-Touchdowns auf Seiten der Guards umgemünzt. Dennoch konnte Dolincheck auch seine Stärken ausspielen, fand Neuzugang Trevon Sidney zum Touchdown und war selbst im Laufspiel ein Aktivposten: Der US-Amerikaner erzielte einen sehenswerten Rushing-Touchdown.

„Wir schauen auf X’s and O’s und wie sich die Raiders aufstellen werden. Was machen sie, was machen sie gut und wie müssen wir darauf reagieren. Wen sie als neue Spieler bringen, darüber habe ich keine Kontrolle.“, sagt Vikings Head Coach Chris Calaycay. „Sie haben einen neuen Quarterback under center und einen neuen Receiver. Darum wird sich unser Defense Coordinator kümmern.“, blickt der Wiener Cheftrainer ebenfalls recht optimistisch auf den Samstag.

Neuer Schwung gesucht

Gegen die Vikings sind Fehler der Raiders wie zuletzt zu vermeiden, da sich der amtierende Meister der ELF selten davor scheut, Geschenke nicht anzunehmen und dementsprechend zu bestrafen. In Woche 6 setzte es eine empfindliche 13:34-Heimniederlage für die Raiders Tirol. Die Offensive kam damals nie richtig in Schwung. Mit dem Effekt der Überraschung – einem neuen Quarterback – sollen die Raiders diese Woche schwerer auszurechnen sein und den Wienern das Leben so schwer wie möglich machen.

Vikings dominieren am Tivoli

Mit sieben Siegen und zwei Niederlagen stehen die Tiroler aktuell bei derselben Bilanz wie die Stuttgart Surge – es ist und bleibt ein Kopf an Kopf-Rennen um den Titel in der Central Conference. „Die nächsten Spiele sind entscheidend für uns in welche Richtung es geht. Wir müssen Woche für Woche 1-0 gehen, um unsere Ziele zu erreichen.“, meint Haun.

Die Vienna Vikings

Immer noch ungeschlagen zeigt sich der amtierende Meister. Die Vienna Vikings mussten zwar einige knappe Partien hinter sich bringen, manchmal auch zittern, schlussendlich gingen sie aber in jedem Spiel als Sieger vom Platz. Über die Qualitäten der Mannschaft muss man nicht mehr viele Worte verlieren, in nahezu jeder Positionsgruppe können die Hauptstädter auf Erfahrung und Talent setzen.

Quarterback Chris Helbig steht bei 1.890 Passing-Yards für 16 Touchdowns bei nur vier Interceptions. Der US-Amerikaner ist außerdem gefährlich im Laufspiel, konnte schon 220 Yards und acht Touchdowns erzielen. Runningback Florian Wegan konnte sieben Scores und 676 Yards erlaufen. Mit Jordan Bouah, Weston Carr, Florian Bierbaumer und Radim Kalous stehen gleich vier enorm gefährliche Passfänger in den Reihen der Vikings. Defensiv sticht natürlich Allrounder Exavier Edwards mit fünf Interceptions heraus.

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