Die USI Sportanlage in Innsbruck ist vermutlich die schönste, wo jemals ein Flag Turnier gespielt wurde. Grandios, an diesen beiden sonnigen Herbsttagen, war nicht nur die Kulisse im Hintergrund, sondern auch die Organisation dieses Events.

Day 1 – der Kampf um die Plätze

Vipers, Ramblocks, Oldstars und Dragons vertraten die östliche Riege, Ravens und Xtrems die des Westens. Gespielt wurde in zwei Gruppen. Vorweggenommen sei, dass die Teams des Ostens den westlich angesiedelten Vereinen nicht den Funken einer Chance ließen.

Wie schon angekündigt, machten die Dragons ernst und feierten nach fast 800 Tagen ihren ersten und gleichzeitig einzigen Sieg. Gefeiert wurde als ob sie die Flag Bowl gewonnen hätten. Verständlich

Die Vipers dominierten ihre Gegner und gewannen alle ihre Spiele.

Das Spiel Oldstars gegen Ramblocks war ein Krimi vom feinsten, mit dem besseren Ende für die Ramblocks, bei denen es im Spiel um den siebenten Platz gegen die Vipers wieder knapp herging, sie aber dort den Kürzeren zogen.

Die Dragons verloren gegen die Vipers und im Spiel um Platz 9 gegen die Oldstars mit Anstand, aber klar.

Die Ravens waren an diesem Tag der Prügelknabe. Gegen die Vipers, Dragons deutlich unterlegen und gegen die Xtrems verloren sie dann auch das Spiel um den elften Platz.

Die Oldstars lieferten den Ramblocks einen tollen Fight und dominierten auch die beiden anderen Begegnungen. Schlussendlich "nur" der neunte Platz – für diese Mannschaft sicher eine sehr herbe Enttäuschung.

Day 2 – Grande Finale

1.Oktober, Wahlsonntag, und einer der letzten sonnigen Tage in Österreich. Die östliche Abordnung wurde vom Serienmeister Klosterneuburger Indians angeführt. Weitere Mitfavoriten: Vikings und Constables. Der Westen war durch die Raiders, im Osten als Titans bekannt und durch die Tornados vertreten. Neu dabei waren die Shootingstars aus der Steiermark, die Studs. Auch sie gehörten zum Favoritenkreis.

Wie am Vortag wurde in zwei Gruppen gespielt. Bereits im ersten Spiel trafen die Studs auf die Indians und bekräftigten gleich ihren Anspruch auf den Titel. In einem hochklassigen Spiel rangen sie die Indians mit 29:32 nieder.

Keinen Deut schlechter war das Parallelspiel Vikings gegen Constables. In der Vorrunde immer ein Kracher, stand es denen in der Meisterschaft um nichts nach. Die Vikings nutzen zwei Unachtsamkeiten in der Blaulicht-Verteidigung und gingen in Führung. Doch bis zu Pausenpfiff kamen die Cons wieder heran. Die zweite Hälfte begann mit einem Safety gegen die Violetten. Das war’s dann mit den Titelträumen der Wikinger. Die Cons Offens und ein überragender R.F. Fahrbach legten noch einen Gang zu und gewannen deutlich mit 42:26.

Keine Wunder für Indianer und Wikinger

Wenn nicht noch ein Wunder geschehen sollte, dann gibt es einen neuen Meister. Das Wunder für die Indians trat nicht ein. Die Klosterneuburger fertigten die Tornados zwar mit 47:0 ab, aber auch die Studs gewannen gegen die Tiroler mit 41:6. Ein Wunder brauchten die Vikings, doch sie verloren mit dem letzten Spielzug die knappe Führung und das Spiel gegen die Raiders mit 32:27. Das Spiel war dramatisch, hochklassig aber auch mit einige Fehlentscheidungen gespickt.

Raiders gegen Constables spielten nun um den Einzug ins Finale. Die Innsbrucker legten einen furiosen Start hin, gingen rasch mit 12:0 in Führung. Erinnerungen an das Vorjahr wurden bei den Cons geweckt. Damals verloren die Wiener überraschend das Spiel um Platz 3 gegen die Titans. Dieses Mal besannen sich die Wiener auf ihre Stärken und holten auf. Zur Halbzeit waren sie bereits in Front und spielten die Partie trocken um 31:20 Sieg herunter.

Süden oder Osten, Wien oder Graz, wohin geht der Pokal?

Verdient hätten es sich es beide Teams. Die Steirer weil sie eine wirkliche Bereicherung der Liga sind und einige Sensationen lieferten; Die Constables, weil sie von allen Vereinen als erster Herausforderer der Indians gehandelt wurden. Im direkten Duell stand es 2:1 für die Newcomer.

Spiele um die Plätze 3 und 5

Vikings gegen Tornados um den fünften Platz. Die Wiener begannen, wie gegen die Cons, mit einem Offensiv Feuerwerk der Sonderklasse. Damit war auch schon die halbe Miete eingefahren. Die Tiroler kamen zwar noch zum Ehren Touchdown, aber dann war Feierabend. Verdient gingen die Violetten mit 36:6 vom Platz und als Fünftplatzierter in die Geschichtsbücher ein. Ähnlich erging es dann den Raiders, die gegen die Indians auch nicht wirklich was zu bestellen hatten. Der Ex-Meister überfuhr sie mit 47:13 regelrecht, und durfte sich mit einem kleinen Pokal auf den Heimweg nach Klosterneuburg machen.

Im Finale standen nun zwei Mannschaften, denen es eigentlich fast keiner zugetraut hätte, doch sie standen nicht ganz zufällig dort.

Das Spiel begann von beiden Seiten recht vorsichtig, um nicht entscheidend in Rückstand zu geraten. Die Steirer erzielten den ersten Touchdown, versemmelten aber den Extrapunkt. Gegen Mitte der ersten Hälfte kam die Angriffsmaschinerie der Wiener auf Touren. Nach zwei Touchdowns und den Extrapunkten verwertet ging es bei 14:6 in die letzte Pause der Saison.

In Hälfte zwei blieb da Spiel spannend und offen. Ein Plus für die Wiener war sicher der größere Kader. Die Steirer gaben jedoch nie auf und erzielten zwei weitere Touchdowns. Doch das war zu wenig, denn auch die Cons erreichten zwei Mal die Endzone der Hengste, danach die Defense all ihre Routine an den Tag legte, somit der erste Meistertitel in der Clubgeschichte nicht mehr den Bach runter ging. Endstand 19:27.

Neuer Meister 2006 sind die Vienna Constables!

Zum Abschluss dieses Flag Wochenende möchte ich noch ein Danke an alle Zebras richten. Obwohl nicht immer fehlerfrei und manch harscher Kritik ausgesetzt, haben sie versucht ihr Bestes zu geben. Zum Ablauf eines Spieles gehören auch die Mannschaften, und es haben alle nicht nur ihr Bestes gegeben, sondern sind dabei auch fair geblieben. Auch hier ein großes Dankeschön an alle Spieler. Dies gebührt auch den Veranstalter Dr. Andreas Platzgummer, der diesem Wochenende einen würdigen Rahmen verlieh.

Zum MVP der Saison 2006 wurde Thomas Herz von den Vikings gewählt. Nicht nur wegen seiner hervorragenden Leistungen als Spieler, sondern auch wegen seiner Fairneß dem Gegner gegenüber. So hat er schon einige Male die Entscheidungen der Schiedsrichter korrigiert und damit der anderen Mannschaft einen Vorteil verschafft.

Ergebnisse unteres Play Off
30. September 06

Vipers vs. Dragons 37:22
Ramblocks vs. Oldstars 47:40
Ravens vs. Vipers 12:67
Xtrems vs. Ramblocks 12:33
Dragons vs. Ravens 46:19
Oldstars vs. Xtrems 39:15

Spiel um Platz 11
Ravens vs. Xtrems 25:34

Spiel um Platz 9
Dragons vs. Oldstars 20:48

Spiel um Platz 7
Vipers vs. Ramblocks 33:28

Ergebnisse oberes Play Off
1. Oktober 2006

Gruppe A

Indians vs. Studs 26:32
Tornados vs. Indians 0:47
Studs vs. Tornados 41:6

Gruppe B

Vikings vs. Constables 26:42
Raiders vs. Vikings 32:27
Constables vs. Raiders 31:20

Spiel um Platz 5
Tornados vs. Vikings 6:33

Spiel um Platz 3
Indians vs. Raiders 47:13

Finale
Studs vs. Constables 19:27

1. Constables
2. Studs
3. Indians
4. Raiders
5. Vikings
6. Tornados
7. Vipers
8. Ramblocks
9. Oldstars
10. Dragons
11. Xtrems
12. Ravens

Michael Prochazka
Constables #69

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