Im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße beenden die Braunschweiger damit eine zwölf Jahre andauernde Durststrecke, nach dem letzten Finalsieg (2003), im wichtigsten europäischen Wettbewerb für Vereinsmannschaften.

Das vor allem in Halbzeit zwei von beiden Abwehrreihen geprägte Spiel, begannen die Lions mit dem Kick-Off.

Nach einem Return vom gefährlichsten Spieler des Haller Angriffs Patrick Donahue, starteten die Unicorns ihren ersten Angriffsdrive von der eigenen 38 Yard Linie. Doch nach nur drei Spielzügen und keinem Raumgewinn mussten sich die Gäste bereits wieder vom Ball und dem Angriffsrecht per Punt trennen.

Besser machten es die New Yorker Lions

Mit Läufen von  Runningback David McCants, Pässen von Quarterback Casey Therriault auf seine Receiver Christian Bollmann und Niklas Römer, sowie Strafen gegen die Defense der Unicorns, arbeitete sich der Angriff der Braunschweiger bis an die 17 Yard Linie der Gäste heran. Von dort aus brachte Lions Kicker Tom van Duijn mit einem 35 Yard Fieldgoal sein Team erstmalig mit 3:0 in Führung.

Die folgende Angriffsserie der Unicorns  dauerte genau einen Spielzug. Nach dem Nathaniel Morris den Kick-Off der Lions bis an die eigenen 39 Yard Linie zurückgetragen hatte, konnte Braunschweigs Sorie Bayoh den folgenden Passversuch vom Haller Spielmacher Marco Ehrenfried abblocken und der unkontrolliert trudelnde Ball landete direkt in den Armen von Jacob Schridde.

Dieses Geschenk nahmen die Hausherren dankend an und nur wenige Spielzüge später, bediente Casey Therriault seinen Ballfänger Niklas Römer über 24 Yards zum 10:0 (PAT Tom van Duijn) in der Endzone der Schwäbisch Hall Unicorns.

Auch der nächste Angriffsversuch der Gäste aus Schwäbisch Hall begann mit Schwierigkeiten. Nach einem Tackle für Raumverlust durch Braunschweigs Sorie Bayoh und einem unvollständigen Pass, fand man sich im dritten Versuch an der eigenen 29 Yard Linie wieder.

Doch dieses Mal bewiesen die Einhörner das sie zurecht im Finale um den europäischen Titel stehen.

Mit einem Pass über 71 Yards bediente Marco Ehrenfried seine Lieblingsanspielstation Wide Receiver Patrick Donahue, der zwischenzeitlich seinen Verteidigern entwischt war, zum 10:7 (PAT Thomas Rauch) Anschlusstouchdown.

Mit diesem Spielstand wechselten beide Teams erstmalig die Seiten und die New Yorker Lions machten sich daran, den alten Punkteabstand wieder herzustellen. Mit zielsicheren Pässen auf Niklas Römer und Christian Bollmann sowie eigenen Läufen, führte Casey Therriault sein Team kontinuierlich bis an die 9 Yard Linie der Gäste aus Schwäbisch Hall heran. Von dort nutzte der amerikanischer Spielmacher der Hausherren eine Lücke in der Verteidigung der Einhörner aus und erhöhte selbst den Spielstand auf 17:7 (PAT Tom van Duijn).

Die jeweils zwei folgenden Angriffsdrives beider Teams brachten nichts ein und so dauerte es bis zum letzten Drittel des zweiten Spielviertels bevor eine Mannschaft wieder die Chance erhielt zu punkten.

Nach einem hervorragenden Punt-Return der Haller Ein-Mann Show Patrick Donahue bis an die Lions 22 Yards Linie, war es Kicker Thomas Rauch, der versuchte mit einem 47 Yard Fieldgoal den Abstand zu den Braunschweigern erneut zu verkürzen. Leider geriet der Kick zu kurz und somit erhielt der Angriff der Löwen noch einmal kurz vor der Halbzeitpause die Chance die Führung weiter auszubauen.

Von der eigenen 30 Yard Linie beginnend bewegte die Offense der Löwen unter der Regie von Casey Therriault das Spielgerät durch Niklas Römer, David McCants und Christian Bollmann Yard für Yard Richtung Haller Endzone. Für den erfolgreichen Abschluss sorgte Casey Therriault mit einem 19 Yard Pass auf Evan Landi zum 24:7 (PAT Tom van Duijn). Für den erfolgreichen Abschluss der ersten Halbzeit aus Sicht der Lions sorgte Defense Back Tissi Robinson, der kurz vor der Pause einen tiefen Passversuch von Unicorns Spielmacher Marco Ehrenfried abfangen konnte.
Die zweite Halbzeit begann mit dem Kick-Off der Gäste durch Kicker Thomas Rauch und einem Return von Christian Bollmann bis zur 45 Yard Linie der Löwen. Doch der erste Drive im dritten Spielabschnitt gestaltete sich für die Lions schwierig und man musste sich nach nur drei Versuchen mit einem Punt von Bollmann schnell wieder vom Angriffsrecht trennen.

Von der eigenen 40 Yard Linie beginnend, starteten die Schwäbisch Hall Unicorns nun ihre Aufholjagd.

Yard um Yard kämpften sich die Gäste nach vorne und erreichten u.a. mit zwei langen Ballfängen von Nationalmannschaftsreceiver Aurieus Adegbesan Braunschweigs 12 Yard Linie. Zwei weitere Catches von Patrick Donahue, der letzte über neun Yards und die Unicorns verkürzten das Ergebnis auf 24:14 (PAT Thomas Rauch).
Bis zum Ende des dritten Spielabschnitts kontrollierten im Folgenden die Lions den Ball und die Uhr. Schritt für Schritt kam man erneut der Endzone der Unicorns näher und ließen sich erst kurz nach dem Beginn des vierten Quarters durch einen Sack vom Haller Linebacker Danny Washington und einem daraus resultierenden Raumverlust von 17 Yards aufhalten.

Nach einem weiteren Punt von Bollmann betrat der Angriff der Haller wieder den Rasen, machte sich aber durch eigene Fehler und Strafen das Leben selbst schwer. So musste auch die Offense der Unicorns unverrichteter Dinge das Feld verlassen.

Es begann die bereits letzte Angriffsserie der Begegnung für die New Yorker Lions.

Mit nun vermehrten Laufspiel im besonderen über Kraftpaket Michael Andrew kontrollierten die Hausherren die Uhr und erzielten damit gleichzeitig genügend Raumgewinn für First Down um First Down. Erst nach einer weiteren dummen Strafe gegen einen Spieler der Lions an der ein Yard Linie der Unicorns, geriet die Angriffsmaschinerie ins stottern und die Mannschaft von Head Coach Troy Tomlin musste bei noch etwas weniger als einer Spielminute das Feld unverrichteter Dinge verlassen.

Zwar versuchten die Schwäbisch Hall Unicorns bei noch knapp 45 Sekunden Spielzeit noch einmal zu punkten, doch war dieser Versuch nicht mit Erfolg gekrönt.
Somit gewannen die Lins zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Eurobowl und dürfen sich nun für mindestens ein Jahr als beste europäische Vereinsmannschaft bezeichnen.

Stimmen zum Spiel:

In der Pressekonferenz im Anschluss an dem Spiel waren beide Trainer jeweils voller Lobeshymnen gegenüber dem anderen Team. „Die Antwort der Unicorns war heute super auf uns eingestellt und haben uns das Leben im Angriff schwer gemacht“. So New Yorker Lions Head Coach Troy Tomlin. „Die Lions haben verdient gewonnen und dürfen sich ab sofort zurecht als die beste Vereinsmannschaften Europas bezeichnen“. So Unicorrns Head Coach Siegfried Gehrke.

Zum MVP wurde der Quarterback der New Yorker Lions, Casey Therriault gewählt.

Euro Bowl XXIX

New Yorker Lions vs. Schwäbisch Hall Unicorns 24:14
(10:7/14:0/0:7/0:0)
20. Juni 2015 18:00 Uhr, Eintracht-Stadion Braunschweig

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