Vor dem Spiel stellten sich die rund 70.000 Giants-Fans nur eine Frage. Nämlich, in welcher Höhe der Sieg der G-Men über die Herren aus Philadelphia ausfallen wird. Dem Gegner traute man wenig bis eigentlich gar nichts zu, obwohl deren Superstar Brian Westbrook in der Vorwoche ein Monsterspiel machte und vier Touchdowns beim 48:20-Erfolg über Arizona erzielte.

Die Giants Offense begann gleich mal schwach und baute dann über dreieinhalb Viertel kontinuierlich ab. Quarterback Eli Manning war quasi unsichtbar, das Runningback Trio Brandon Jacobs (10/52), Derrick Ward (8/39) und später Ahmand Bradshaw (5/9) bestenfalls Mittelklasse an dem Tag.

Auf Seite der Gäste lief nicht alles besser, aber doch einiges. Die Eagles gingen mit einem Fieldgoal von David Akers und einem Touchdown von dem bereits erwähnten Brian Westbrook mit 0:10 in Führung. Als sie sich anschickten, diese kurz vor der Halbzeit mit einem weiteren Fieldgoal noch auszubauen, blockte Justin Tuck den Kick von Akers und Kevin Dockery retournierte das Ei in die Eagles Endzone zum (dem Spielverlauf gar nicht entsprechenden) 7:10-Halbzeitstand.

Nach Wiederbeginn änderte sich am Bild wenig. Die Giants ohne Dampf und erkennbarem Offensiv-Konzept, der Gegner war mit deutlich mehr Esprit unterwegs. So waren es wieder Westbrook und Akers, die mit einem TD und einem FG auf 20:7 im bereits letzten Viertel erhöhten.

Eli allein im Haus
Den einzig wirklich herzeigbaren Drive der Hausherren, den sahen die meisten ihrer Fans nicht mehr. Das Stadion war bereits zu drei Viertel leer, als Eli Manning Darcy Johnson zum 14:20 bediente. Das auch der Endstand, denn der Onside Kick der Giants, mit noch 20 Sekunden auf der Uhr, fiel mit acht yards um zwei yards zu kurz aus, um mehr als zum Ende bloß noch schlechte Haltungsnoten dafür zu bekommen.

Gameday? Fehlanzeige!
So übel das Spiel des Super Bowl Champions, so schlecht war auch das Wetter. Für die Kälte und den Wind können die New Yorker nun wahrlich nichts, das alte Stadion der Giants ist allerdings ein Relikt aus Urzeiten. Der Zustand der Baracke wäre noch knapp CEFL-tauglich (Bratislava?), die Infrastruktur ist es aber nicht mehr. Da hilft auch der Shuttle-Bus-Service nichts, wenn die Fans oft noch Stunden nach dem Spiel auf den Abtransport warten. Man ist zu Fuß wohl schneller back in Manhattan. Das einzig NFL-Taugliche an einem Giants-Gameday sind die Preise. Acht Dollar für ein kleines Bier, dazu ein Brezel für geschlungene fünf Dollar, drei Hühnerstreifen (kalt) mit Pommes (eiskalt) für eisige zehn Dollar – Prost und Mahlzeit, Urlaubskasse. Und weil es eh alles schon egal ist, denn nebenan wird am neuen Stadion bereits gebaut, ist es wohl das einzige NFL-Stadion, in dem man sogar rauchen darf. Nicht auf den stands, aber in den Katakomben und Zugängen.

Mehr Spaß als im Stadion beim Spiel hat man mit Sicherheit am Parkplatz vor dem Spiel. Tailgating hat auch in New York eine schöne Tradition und entschädigt für vieles, was dann drinnen nicht mehr an Show passiert. Denn der Gameday der New York Giants kann bei weitem nicht mit dem mithalten, was sich in Wien oder Innsbruck abspielt. Es sind zehn Mal mehr Menschen, aber auch nur dann, wenn das Gaststeam nicht gewinnt. Und das war schon der ganze Zauber.

Denn überraschend für Europäer ist auch das Verhalten der Giants Fans. Viele verließen bereits zur Pause das Stadion (?). Nach dem 17:7 der Eagles, machte sich das Volk dann geschlossen auf die Heimreise. Das bei noch vierzehn Minuten auf der Uhr! Es muss eigentlich ganz schön deprimierend für Eli Manning sein, wenn er für lediglich eine Handvoll Touristen einen Touchdown wirft, die halt einfach nicht wussten, dass sich draußen bereits eine Schlange vor der Busstation bildet; mit Menschen, die sich an dem Tag wieder mal einig waren, dass dieser Typ wohl doch der kleinere der beiden Brüder sein muss.

NFL-Ergebnisse vom Sonntag:
Detroit Lions – Minnesota Vikings 16:20
Indianapolis Colts – Cincinnati Bengals 35:3
New Orleans Saints – Atlanta Falcons 29:25
New York Giants – Philadelphia Eagles 14:20
Green Bay Packers – Houston Texans 21:24
Tennessee Titans – Cleveland Browns 28:9
Chicago Bears – Jacksonville Jaguars 23:10
Seattle Seahawks – New England Patriots 21:24
Buffalo Bills – Miami Dolphins 3:16
Denver Broncos – Kansas City Chiefs 24:17
San Francisco 49ers – New York Jets 24:14
Pittsburgh Steelers – Dallas Cowboys 20:13
Arizona Cardinals – St. Louis Rams 34:10
Baltimore Ravens – Washington Redskins 24:10
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