25 Jahre jung wurden die Invaders diese Tage und das sollte gebührend gefeiert werden. Man lud sich die Kornmesser Rangers ein, die kommende Saison, nach einigen Jahren der Pause, wieder in der Bundesliga spielen werden. 26 Bewerbspiele in Folge hatte das Team in der Division 2 (2009) und Division 1 (2010 & 2011) gewonnen.
Zwar traten die Rangers (28 Spieler) nicht mit allen ihren Startern an – in Hälfte zwei sah man teilweise dann auch das zweite Team der Mödlinger im Einsatz (Kommende Saison in der Division 3) – aber auch die Invader liefen alles andere als in historischer Höchstform am Ottakringer Field ein. Nach dem Abgang vieler arrivierter Spieler, musste man 2011 die Teilnahme an der AFL absagen und wird 2012 in der Division 2 einen Neustart versuchen. Die Zeit in der heurigen Saison vertrieb man sich im Challenge Cup der EFAF, wo man hohe Niederlagen in Serie kassierte. Darunter ein 0:34 gegen die Belgrade Blue Dragons (jene die gegen Danube Dragons das Jahr zuvor eine 0:73 in der EFL kassierten), oder ein 0:32 gegen die Pancevo Panthers (ebenfalls Serbien). Alles andere als gute Vorzeichen um gegen ein Programm, welches 2012 zwei Klassen über einem selbst spielen wird, zu reüssieren.
Mit dabei bei den St. Pöltnern (endgültiges Abschiedsspiel) war Quarterback Markus Sandler. Auch für seinen jüngeren Bruder Dominik Sandler war es das letzte Spiel, denn der Passempfänger klagt über chronische Rückenschmerzen, deren Ursache trotz intensiver Untersuchungen nicht gefunden werden konnte. „Die Gesundheit geht vor“, sagt der Leading Receiver der AFL-Saison 2010 und man hört sein Bedauern durch, dass er seine Karriere in so jungen Jahren beenden muss. Das Brüderpaar sollte dann auch eine Hauptrolle in der Partie spielen.
Keine Geschenke geplant
Sie kämen gerne zur Geburtstagsfeier der Invaders, erklärten die Rangers, Geschenke gäbe es aber keine. Das stellte sich am Feld dann aber deutlich anders dar. In der ersten Hälfte wog das Spiel, welches teilweise auf einem erschreckend niedrigen Niveau geführt wurde, hin und her. Manchem am Feld hätte eine Basis-Regelschulung vorab sicher nicht geschadet. Es warfen sich (auf beiden Seiten) mehrmals Verteidiger mit Inbrunst auf am Boden liegende Bälle nach einem incomplete pass, offenbar mit der Hoffnung, damit das Ballrecht zu erobern. Fehler beim Kickoff, bei der Einwechslung, oder falsche Aufstellungen zogen Strafen, riesige Löcher in der Line schon bei der Aufstellung (Links ist dort, wo der Daumen rechts ist), Punts (Plural) die gerade 15 Yards weit gingen und eine „statische“ Wedge, die auf den Returner wartet, hohen Raumverlust nach sich. Das alles sind Dinge, die man in der Regel in der untersten Liga sieht. Es war also alles andere als Klasse Football, der den rund 300 Schaulustigen geboten wurde, die sich lange Zeit daher auch sehr ruhig mit sich selbst beschäftigten.
Das Spiel
Dominik Sandler brachte das Heimteam im ersten Quarter in Führung (2-Point-Convesion failed), Florian Wegan (bester Mann der Rangers Offense) erzielte mit einem kraftvollen Lauf postwendend den Ausgleich (PAT no good). Nach dem Seitenwechsel war es erneut Wegan der zuschlug, der PAT Kick zum 13:6 aus Sicht der Rangers saß (Lukas Seper) und bei dem Stand ging es auch in die Pause.

Die Rangers brachten dann wie eingangs erwähnt neues Personal aufs Feld und die Invaders übernahmen das Kommando. Markus Sandler erzielte mit einem Laser-Pass auf Martin Herberstein das 12:13 und die 2-Point-Conversion von David Karner brachte den Rotgoldenen die Führung zurück. Karner erzielte kurz darauf (Rangers verloren den Ball mit einem Fumble) auch das 20:13. Bei dem Stand wurden auch zum letzten Mal die Seiten gewechselt.
Nach einem völlig misslungen Punt der Rangers fanden sich die Invaders auf der gegnerischen 10 wieder (!) – Markus Sandler warf auf Bruder Dominik Sandler zum 26:13. David Karner lief mit einer Conversion zum 28:13. Die Rangers bekamen den Ball, gaben ihn kurz danach mit einem weitere Fumble ab und David Karner erzielte den fünften und letzten Invaders-Touchdown der Partie zum Endstand von 34:13.

Noch viel Arbeit
Rangers Headcoach Mathias Weinberger strich das Positive aus seiner Sicht hervor: „Wir haben alle Spieler auf Video, das war auch einer der Hauptgründe für unsere Zusage“. Das Spiel hätte man schon gerne gewonnen, aber „unser zweites Team ist noch nicht so weit, wie ich mir das erhofft habe“, erklärte Weinberger. Die Performance in Hälfte eins war für ihn halbwegs in Ordnung, das Spiel nach der Pause hätte klar gemacht, dass nicht nur auf das AFL-Team der Rangers noch viel Arbeit wartet, sondern auch auf das zweite Team. „Da sind einige Leute noch nicht so weit, wie sie sein sollten.“, gab Weinberger zu. Aus seiner Sicht hat kein AFL-Team gegen ein Division 2-Team verloren, sondern in Hälfte 2 ein Division 3-Team gegen eines der Division 2.

Autumn Bowl
Generali Invaders St. Pölten vs. Kornmesser Rangers 34:13
(6:6/0:7/14:0/14:0)
12. November 11 | 14:00
Ottakringer Field | St. Pölten

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