Die Partie begann für die Gäste aus Gmunden vielversprechend. Thomas Randacher returnierte eine Interception für einen Touchdown in die Grazer Endzone. Doch schon beim Extrapunktversuch nahm das Unheil seinen Lauf. Patrick Schleich pickt den Pass zur Conversion und returniert diesen ebenfalls bis in die gegnerische Endzone – in dem Fall für zwei Punkte. Der erste Drive dauerte keine Minute und beide Teams hatten bereits angeschrieben.
Was man zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, dass die Rams, bei denen seit kurzem erst Mike Brennan Headcoach ist, keine Punkte mit ihrer Offense erzielen werden können. Es scorten daher vorerst nur die Giants². Benjamin Lenz nach einem Pass, Stefan Promitzer (der mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung später ausfiel) mit einem Punt Return-Touchdown und Daniel Kaisinger nach einem Lauf, stellten eine bereits komfortable 25:6-Führung nach dem ersten Quarter her.
Danach unterliefen auch den Grazern vermehrt Fehler. Das Team wirkte in der Offense unkonzentriert und folgerichtig scorte die gut eingestellte Gmunder Defense ein weiteres Mal. Nachdem Quarterback Martin Überriegler gesackt wurde, verlor er den Ball, Defense Coordinator und Linebacker Wolfgang Zelch schaltete zuerst und trug das Ei zum 12:25 aus Gmundner Sicht in die Endzone (PAT no good).
Der Rams Offense gaben die Big Plays ihrer Defense keinen wirklichen Anschub und blieb weiterhin ungefährlich, weil auch ungenau. Viele kurze Pässe fanden keine Anspielstation, tief ging so gut wie gar nichts, so blieb einzig der Lauf, der von der Grazer Defense aber gut kontrolliert wurde.

Nach Wiederbeginn blieb es dabei. Die Rams brachten offensiv nichts zustanden, die Giants² erzielten im dritten durch Florian Friedrich (Safety), Jürgen Waltensdorfer (TD) und im vierten Quarter durch Martin Überriegler (TD + 2 Point Conversions) noch 16 Punkte zum schlussendlich auch wohlverdienten 41:12-Erfolg.

Fazit: Scores don’t lie
Damit ist auch in Zahlen gegossen, was mancher während der Saison schon ahnte, nämlich dass die beiden Conferences Unterschiede im Kräfteverhältnis aufweisen. Confernce B, mit den Neueinsteiger Pinzgau Devils und den Telfs Patriots, die sich meist nur gegenseitig gefährlich wurden, war die etwas leichtere, als die A mit den Zweier-Teams der Giants, Knights und Rangers, wo nur die Hurricanes abfielen.
Die Challenge Bowl IX bestreiten daher mit den Knights² und Giants² zwei Teams aus der „Conference Strong“ und das könnte spannend werden. Für die Giants² ist es die dritte Finalteilnahme. 2007 unterlagen sie im Finale den Stallions, 2008 den Swarco Raiders². Die Knights standen 2006 (mit dem ersten Team) im Endspiel und unterlagen damals den Gladiatiors.
Die Grazer haben zwar beide Spiele gegen die Wiener gewonnen, konnten aber weder beim 14:0 in Wien und noch weniger beim 7:0 Heimerfolg restlos überzeugen. Beide Programme stehen für gute Vorbereitung und gutes Coaching. Was im Falle der Knights² auch ganz klar der Schlüssel zum Erfolg gegen einen nur scheinbar übermächtigen Gegner in ihrem Halbfinale war.

Daraus ergibt sich auch ein kleiner Vorteil für die Giants²: Am Wochenende der Challenge Bowl finden auch die Division 1-Playoffs statt. Konnten sich die Ritter im Halbfinale noch voll und ganz auf die Warlords vorbereiten, wird in den kommenden Wochen ihr Fokus sicher auf das Team der Raiffeisen Vikings² gerichtet sein, ihr Gegner im Halbfinale der Division 1. Die Silver Bowl XV ist das große Ziel, die Challenge Bowl IX dann doch nur ein Nebenziel.

Es gibt übrigens in der bisherigen Geschichte des heimischen Footballs nur einen Verein, der beide Titel gewinnen konnte – die Cineplexx Blue Devils (SB 2000, CB 2004). Die Knights wären die ersten, die es im selben Jahr schaffen könnten, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Division 3 Playoff
JCL Giants² vs. Gmundner Rams 41:12
(25:6/0:6/8:0/8:0)
S0 3. Juni 2012 | 16:00 
Stadion Eggenberg | Graz

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