Der Grundstein für eine erbitterte Rivalität ist gelegt. Währenddessen balgen sich die Buffalo Bills und die New York Jets um die Rolle des Kellerkindes im Osten der AFC. Football-USA liefert eine erste Einschätzung der sich abzeichnenden Konflikte.
Buffalo Bills

Das mentale Leistungsvermögen nimmt mit fortschreitendem Alter rapide ab. Was schon mehrere Jahre anhand vieler fragwürdiger Entscheidung am Beispiel von Al Davis (77), dem Präsidenten der Oakland Raiders, beobachtet werden kann, hat nun offensichtlich auch Hall Of Famer Marv Levy (81) in Buffalo erwischt. Die älteren Fans dürften sich seiner noch entsinnen. Er war derjenige, der die Buffalo Bills Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre zu vier Superbowl-Teilnahmen führte (alle vier gingen verloren). Den Jüngeren sollte er zumindest seit dem 5. Januar 2006 bekannt sein. An diesem Tag stellte Teambesitzer Ralph Wilson den 81-jährigen als neuen General Manager vor. Seine Vorgabe war klar: Das stolze Team endlich wieder dorthin zu führen, wo man unter seiner Amtszeit war: ganz nach oben.
Seine erste Handlung im ungewohnten Amt war sodann die Nominierung eines Head Coaches, da Mike Mularkey nach der enttäuschenden 5-11 Bilanz seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Wahl entfiel etwas überraschend auf Dick Jauron, den letztjährigen Interimscoach der Detroit Lions. Danach ging es ans ausmisten, doch so viel Mist wie sich momentan in Buffalo befindet kann nicht in einer einzigen Offseason weggekarrt werden. Komischerweise ließ man dabei aber auch Leistungsträger wie WR Eric Moulds (zu Houston) oder SS Lawyer Milloy (zu Atlanta) ziehen. Im Prinzip hätte Levy die komplette Offensive Line der Bills cutten müssen. Unterirdisch schlechte Pass Protection und abartig übles Run Blocking gehören einfach bestraft. So wurde dann aber lediglich Tackle Mike Williams, 2002 im Draft der vierte Pick, an die Luft gesetzt. Immerhin entsann sich Levy noch in der Free Agency die O-Line nicht komplett zu vernachlässigen und holte mit Guard Tutan Reyes (von Carolina) einen Spieler, der auch gegnerische Spieler und nicht nur Luft blocken kann.

Der Draft lieferte weitere verwunderliche Entscheidungen. Mit SS Donte Whitner und DT John McCargo (beide Ohio State) holte man sich mit hohen Picks zwei Spieler, die von Experten jeweils wesentlich niedriger eingestuft worden waren. Erst in Runde 5 widmete man sich dann der eigentlichen Problemzone Offensive Line. Genie und Wahnsinn liegen bekanntermaßen nah beieinander, bleibt nur zu hoffen, dass Levy und Jauron wissen was sie tun.
Denn in Buffalo drückt der Schuh an allen Ecken und Enden. Der ehemalige Erstrundenpick QB J.P. Losman schafft es nicht am prädestinierten Backup Kelly Holcomb vorbeizukommen. RB Willis McGahee bekommt keine Lücken freigeblockt. Mit Eric Moulds ist der sicherste Wide Receiver weg. Die Defensive rund um LB Takeo Spikes stellte letztes Jahr die zweitschlechteste Laufverteidigung. Grund genug sich ernsthaft zu fragen, wie sich die Herren am Lake Eerie einen schnellen Turnaround vorstellen. Nach sechs Spielzeiten ohne Playoffs fordern die loyalen Fans, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Wichtigster Neuzugang: DT Larry Tripplett (von Indianapolis)
Nach vier Jahren in der ausgezeichnet besetzten Defensive Tackle Rotation der Indianapolis Colts bekommt Larry Tripplett in Buffalo zum ersten Mal in seiner NFL Karriere die Chance sich als Vollzeit Starter zu beweisen. Mit einem Gewicht von 133kg und einer Größe von 1,87 ist er für die Rolle des Pass Ruhsing Defensive Tackles ausgezeichnet geeignet. Dass er das ganz gut kann, hat er in der letzten Saison, trotz eingeschränkter Spielzeit, mit vier Sacks unter Beweis gestellt.

Schwerwiegendster Abgang: WR Eric Moulds (nach Houston)
Über Jahre hinweg hatte man mit Eric Moulds einen Receiver in den eigenen Reihen, der ein Garant für solide Leistungen war. Mit Buffalos chronischem Problem auf der Quarterback-Position sind seine Leistungen sogar noch höher einzustufen. Als er nach Ablauf der letzten Saison öffentlich Kritik an den Vorgängen in Buffalo äußerte und einen Trade verlangte, war bereits klar, wie die Sache enden würde. Mit 33 Jahren zwar nicht mehr der Jüngste wurde er von den Houston Texans trotzdem mit Kusshand aufgenommen. Moulds Nachfolge soll von WR Lee Evans angetreten werden. Der ist zwar ein passabler Receiver, allerdings eher für spektakuläre Downfield Catches als für seine Fähigkeit die sicheren Bälle zu fangen, bekannt.

Gedrafteter Spieler, der sofort einschlägt: SS Donte Whitner (Ohio State)
Als einer von fünf Ohio State Verteidigern, die in der ersten Runde gedraften wurden, sollte Whitner besser früher als später der Defensivabteilung der Bills helfen. Denn zum Zeitpunkt als er geholt wurde waren noch Spieler wie QB Matt Leinart, DT Haloti Ngata oder LB Ernie Sims zu haben. Entwickelt sich Whitner so, wie es sich die Bills vorstellen, sind General Manager Levy und Head Coach Jauron Genies. Sollte dem aber nicht so sein werden in Buffalo zahlreiche ‚hätte, wäre‘-Aussagen auf der Tagesordnung stehen.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
… die Bills nicht so schlecht abschneiden, wie es der Kader vermuten lässt. Angesichts des nicht vorhandenen Spielermaterials und den durchaus fragwürdigen Entscheidungen der Offiziellen wäre das ein riesiger Erfolg. Nachdem 2004 die formidable Defense die Bills fast in die Playoffs geführt hätte, waren die Erwartungen anfangs der letzten Saison dementsprechend hoch. Nach der 5-11 Bilanz des letzten Jahres wurde die Erwartung für die kommende Spielzeit kräftig heruntergeschraubt. Eine ausgeglichene Bilanz könnte heuer bereits als großer Erfolg eingestuft werden.

Furchtlose Vorhersage
Marv Levy und Dick Jauron wissen hoffentlich genau was sie tun. Heftig kritisierte Entscheidungen zahlen sich manchmal doppelt und dreifach aus. Auch wenn es momentan nicht so aussieht, könnte es gut möglich sein, dass die Defensive der Bills wieder zu der Form aus dem Jahre 2004 zurückkehren wird. Das Sorgenkind wird die Offensive bleiben. Einziges Trostpflaster ist die Tatsache, dass die Offensive Line nicht noch schlechter spielen kann, weil wenigstens OT Mike Williams gecuttet wurde. Anlass zur Hoffnung, dass sich jetzt eine drastische Veränderung einstellen wird, gibt das aber auch nicht. Buffalo ist, mit der Ausnahme von San Francisco, das Team im Umbruch, das den längsten Weg vor sich hat. > 4. Platz AFC East (4-12)

Mehr Info
Offizielle Webseite: Buffalo Bills
Blog: Bills Zone
Lokale Tageszeitung: The Buffalo News

Miami Dolphins

Im sonnigen Florida gab man sich noch nie mit kleinen Fischen zufrieden. Getreu dem amerikanischen Lebensstil müssen die vorzeigbaren Erfolge groß sein. Den größten und bis heute einzigartigen Erfolg in der Geschichte können die Football spielenden Delfine aus Miami für sich verbuchen. Eine sogenannte ‚perfect season‘, also eine Spielzeit ohne eine einzige Niederlage, gelang nur den Miami Dolphins des Jahres 1972 (damals wurde allerdings noch eine 14 Spiele umfassende Regular Season gespielt, Anm.). Im nächsten Jahr gingen zwar zwei Spiele verloren, aber die Superbowl konnte wiederum gewonnen werden. Diese Ereignisse liegen nun 34 Jahre zurück und auch Hall of Fame Quarterback Dan Marino konnte das Verlangen der Fans nach ähnlichen großen Erfolgen nicht befriedigen. Seit letztem Jahr besteht aber berechtigter Anlass zur Annahme, dass die Trockenperiode für die Delfine langsam zu Ende gehten könnte. Head Coach Nick Saban, bereits äußerst erfolgreich als Coach der Louisiana State University, krempelte die Mannschaft binnen einer Saison vollkommen um und holte mit einem Team, dem vor der Saison niemand eine positive Bilanz zugetraut hätte, beachtliche neun Siege. Nachdem die heimische Heat die lokalen Fans erst kürzlich mit dem Gewinn der NBA Championship in einen Freudentaumel versetzt hat, sind nun alle Augen auf das Abschneiden der Dolphins gerichtet. Denn mit einem (gesunden) Daunte Culpepper besitzt Miami zum ersten Mal seit dem legendären Marino einen starken Quarterback. Ex-Lions QB Joey Harrington soll eine effektive Absicherung sein, sofern einmal der Ernstfall in Form einer Verletzung Culpeppers eintreten sollte.

Ansonsten setzte Saban größtenteils auf die Mannschaft, die ihre letzten sechs Saisonspiele allesamt gewinnen konnte. Einzige unrühmliche Ausnahme ist dabei RB Ricky Williams, der im Februar zum vierten Mal positiv auf Marihuana getestet wurde und von der Liga mit einem Jahr Sperre belegt wurde. Saban empfahl dem ehemaligen Heiman-Trophy-Gewinner (Auszeichnung für den besten College-Spieler, Anm.), während dieser Sperre in der Canadian Football League (CFL) zu spielen. In Miami wird auch nach Ablauf seiner Sperre mit Williams geplant, da er dem Verein aufgrund seines überraschenden Rücktritts vor zwei Jahren immer noch mehrere Millionen Dollar schuldet.
Unglückvogel Williams brach sich dann aber in seinem zweiten Spiel für die Toronto Argonauts den Arm und wird noch ein bis zwei Wochen ausfallen. In seiner Abwesenheit soll RB Ronnie Brown, der zweite Pick des letztjährigen Drafts, glänzen.

Weitere erwähnenswerte Neuerungen lassen sich an einer anderen Front finden. Saban gab Houstons Ex-Coach Dom Capers eine Stelle als ‚Special Assistant to the Head Coach” sowie dem ehemaligen Buffalo Coach Mike Mularkey den Posten als Offensive Coordinator. Neben Washington stellt Miami somit den nominell am hochkarätigsten besetzte Trainerstab der Liga.

Wichtigster Neuzugang: QB Daunte Culpepper (von Minnesota)
Falls ihnen Namen wie Jay Fiedler, Sage Rosenfels oder Gus Frerotte wenig bis gar nichts sagen, macht das nichts. Bei allen handelt es sich um ehemalige Miami Quarterbacks, die beim Versuch Dan Marino vergessen zu machen kläglich gescheitert sind. Gerade deswegen sind nun alle Augen auf Daunte Culpepper gerichtet. Dass er es wesentlich besser kann, als alle die Miami seither auf der Quarterback-Position hatte, bewies er im Jahr 2004 als er mit 4700 Yards und insgesamt 39 TDs nur aufgrund von Peyton Mannings 49 TD Pässen die MVP-Trophäe nicht zugesprochen bekam. Obwohl in Miami uneingeschränkter Optimismus vorherrscht, muss Culpepper erst beweisen, dass er nach der schweren Knieverletzung (Riss aller Bänder im Knie) der letzten Spielzeit wieder ganz der Alte werden kann.

Schwerwiegendster Abgang: Ricky Williams (für eine Saison nach Toronto)
Auch wenn Ronnie Brown das Potential hat RB Ricky Williams im Alleingang zu ersetzen, war dieser speziell gegen Ende der letzten Saison ein wichtiger Bestandteil der Offensive. Mit seiner Fähigkeit sich wuchtig durch die Mitte zu tanken gab er der Offense eine völlig neue Dimension. Außerdem war Williams für gegnerische Defensiven wesentlich Furcht einflößender, als alles was Miami momentan auf der Backup Running Back Position aufzubieten hat (Sammy Morris, Travis Minor, Anm.). Bleibt zu hoffen, dass die einjährige Sperre Williams eine Lehre sein wird und er nächstes Jahr wieder dort anknüpfen kann, wo er zum Ende der Saison 2005 aufgehört hat.

Gedrafteter Spieler, der sofort einschlägt: CB Jason Allen (Tennessee)
Aufgrund seines vertraglich bedingten, langen Holdouts im Training Camp wird es der ehemalige Tennessee Volunteers Cornerback schwer haben schon von Saisonbeginn an im Starting Lineup zu stehen. Mit den CBs Will Allen und Travis Daniels hat er aber Starter vor sich, die nicht unbedingt zum Besten zählen was es auf dieser Position gibt.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
Nick Saban seinen guten Freund und Lehrmeister Bill Belichick, seines Zeichens Head Coach des Rivalen New England, überholen kann. Gemessen am unerwartet großen Erfolg der letzten Saison und den zahlreichen Abgängen bei den Patriots liegt dieses Ziel durchaus im Bereich des realistischen. Vorteilhaft, dass Miami im traditionell schwachen Dezember nur einmal in einer ‚cold weather city‘ antreten muss (Woche 15 @ Buffalo). Genau dieser Dezember wird schlussendlich mit Spielen gegen Jacksonville (Woche 13), New England (Woche 14) und Indianapolis (Woche 17) den Ausschlag für eine erfolgreiche Playoff-Teilnahme geben.

Furchtlose Vorhersage
Mit Gus Frerotte als Quarterback neun Siege zu erringen mutet so absurd an wie mit Ex-Teamtorwart und Fliegenfänger Alexander Manninger ein Elfmeterschießen zu gewinnen. Hut ab vor Nick Saban und seinen Mannen. Auch die in der Offseason getroffenen Entscheidungen wirken wohlüberlegt. Free Agency und Draft waren durchaus erfolgreich und lassen Fans in Miami von dem ersten Divisionstitel seit 2000 träumen. Dennoch ist es nur schwer vorstellbar, dass Saban diesen bereits heuer erringen wird. Es fehlt schlicht und einfach noch an Sabans Erfahrung den Trainerfuchs Bill Belichick und seine Patriots zu überlisten. Lange Zeit sollte es bis dahin aber nicht mehr dauern. Immerhin wird Saban auch diese Saison als Head Coach keine negative Bilanz einfahren. > 2. Platz AFC East (8-8)

Web-Tipp
Offizielle Webseite: Miami Dolphins
Blog: FinHeaven
Lokale Tageszeitung: Miami Herald

New England Patriots

Macht es Sinn diese Saison (endlich) den Niedergang der Patrioten aus New England vorauszusagen? Jahr für Jahr verlieren die Mannen rund um QB Tom Brady wichtige Führungsspieler und schaffen es dennoch immer wieder in der Division den Platz an der Sonne zu erringen. Auch diese Saison trieb der Free Agent Teufel wieder sein Unwesen in Foxboro (die Spielstätte der Patriots, ca. eine Autostunde von Boston entfernt, Anm.).

WR David Givens (zu Tennessee), OT Tom Ashworth (zu Seattle), DE Willie McGinest (zu Cleveland) und Kicker Adam Vinatieri (zu Indianapolis) sind da nur die prominentesten Namen. Insgesamt trennte man sich von 16 Spielern, was für manch anderes Team Grund genug wäre, jegliche Hoffnungen auf eine Superbowl-Teilnahme zu begraben. Nicht so in New England. In gewohnt ruhiger und besonnener Manier sorgten Head Coach Belichick und ‚Vice President – Player Personnel‘ Scott Pioli für adäquaten Ersatz der Abgänge. Im Draft verstärkte man sich zudem noch mit RB Laurence Maroney und WR Chad Jackson, die beide als Top 20 Spieler galten.
Letztgenannter könnte sogar früher als erwartet zum Einsatz kommen. WR und Superbowl XXXIX MVP Deion Branch zeigte sich die gesamte Offseason unzufrieden mit seinem Vertrag und verlangte eine Gehaltsaufbesserung wie sie beispielsweise WR Reggie Wayne in Indianapolis (40 Millionen Doller über 6 Jahre) bekam.
Traditionell werden Verträge in New England nur selten vor dem Auslaufen verlängert. Im Zweifelsfall lässt man den Spieler dann doch ziehen, da die Ansicht vorherrscht bis auf wenige Ausnahmen (QB Tom Brady, DE Richard Seymour) jeden Spieler ersetzen zu können. Seit Beginn des Training Camps befindet sich Branch nun im Holdout (was ihn bislang über 200.000 Dollar gekostet hat) und eine Einigung scheint weit entfernt zu sein. Immerhin bekam Branch letzte Woche vom Managment die Chance eingeräumt sich ein neues Team zu suchen.

Dennoch kann man sich zum jetzigen Zeitpunkt ein Ende der Dynastie nur schwer vorstellen. Wie jede Saison ist New England zum Kreis der erweiterten Superbowl-Favoriten hinzuzuzählen. So lange Strahlemann Brady und Genie Belichick die Geschicke der Patrioten leiten, ist mit der Mannschaft aus Foxboro zu rechnen.

Wichtigster Neuzugang: WR Reche Caldwell (von San Diego)
Schon bezeichnend, dass ein Receiver, der sich in San Diego nie wirklich durchsetzen konnte als wichtigster Neuzugang durchgeht. Allerdings ein Indiz dafür, dass man sich in New England traditionell durch den Draft und nicht durch die Free Agency verstärkt. Caldwell soll neben Deion Branch (falls diese die Saison bei New England bestreiten sollte) starten und über kurz oder lang die Übergangslösung darstellen, bis Rookie WR Chad Jackson bereit ist im Starting Lineup mitzumischen.

Schwerwiegendster Abgang: Adam Vinatieri (Indianapolis Colts)
Hoffentlich geht die Entscheidung die personifizierte Abgeklärtheit gehen zu lassen nicht in die Hose. Im Handumdrehen fallen einem mindestens drei wichtige Spiele ein, die Vinatieri mit seinen Kicks zu Gunsten der Patriots entschieden hat (AFC Divisional Playoffs 2001 @ Oakland, Superbowl XXXVI, Superbowl XXXVIII). Die Indianapolis Colts wussten Vinatieris Fähigkeiten entsprechend zu würdigen, indem sie ihn zum bestbezahlten Kicker der NFL machten (12 Millionen Dollar für 5 Jahre). Rookie Stephen Gostkowski (Memphis) versucht nun in die (zu) großen Fußstapfen von Vinatieri zu treten.

Gedrafteter Spieler, der sofort einschlägt: RB Laurence Maroney (Minnesota)
Starting RB Corey Dillon wird im Verlaufe der Saison 32 Jahre alt werden. Zahlreiche Verletzungssorgen machen ihm zusätzlich zu schaffen. Letztes Jahr war der Ex-Bengal nur selten fit und erlief lediglich 733 Yards (mit 3,5 Yards pro Versuch der niedrigste Schnitt seiner Karriere). Grund genug sich langsam aber sicher nach einem Ersatz umzuschauen. Mit dem ehemaligen Golden Gophers Running Back Laurence Maroney wurden die Pats in der ersten Runde des diesjährigen Drafts schnell fündig. Der erste gedraftete Running Back erlief als Junior über 1400 Yards, was gegen die starken Defensiven der Big Ten Conference sehr beachtlich ist. Diesen Erfolg will Maroney nun auch in die NFL übertragen und dürfte aufgrund der Verletzungsanfälligkeit von Corey Dillon auch früher oder später seine Chance bekommen.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
… die Patriots der Erwartungshaltung der Fans gerecht werden und die vierte Superbowl in sechs Jahren gewinnen können. Wie jedes Jahr sind die Patrioten aus Foxboro zu den absoluten Topfavoriten auf den Divisionssieg und die Superbowl zu zählen. Der Hingucker wird auch dieses Jahr wieder einmal das (mittlerweile schon) obligate Duell mit Indianapolis sein, welches in Woche 9 in Foxboro stattfinden wird. Möglicherweise bekommt man da schon einen kleinen Vorgeschmack auf das AFC Championship Game.

Furchtlose Vorhersage
Egal ob man die Patriots mag oder hasst, ihre Leistungen nötigen einem definitiv Respekt ab. So lange Tom Brady und Bill Belichick in New England sind wird die Franchise die Crème de la Crème der Liga darstellen. Die Saison 2006 sollte hier keine Ausnahme bilden und zumindest die fünfte Playoffteilnahme in den letzen sechs Jahren bedeuten. Ob es dann auch der vierte Superbowlring für Brady und Co. wird bleibt abzuwarten. Dezidiert ausschließen will man das aber nicht, denn zu oft hat man Kritiker und Zweifler (unter anderem mich) eines besseren belehrt. > 1. Platz AFC East (12-4), Divisionssieger

Mehr Info
Offizielle Webseite: New England Patriots
Blog: Pats Pulpit
Lokale Tageszeitung: Boston Globe
Amüsantes am Rande: Brady’s Game Winning Super Bowl Drives

New York Jets

Wer wissen möchte wie krass sich zwei aufeinander folgende Spielzeiten desselben Teams unterscheiden können, vergleiche die Saisonen 2004 und 2005 der New York Jets miteinander. War die Mannschaft vom Big Apple 2004 ein verschossenes Field Goal vom AFC Championship Game entfernt, so konnten 2005 lediglich vier Spiele gewonnen werden. Stellten die Jets mit RB Curtis Martin in der vorvergangenen Saison noch den Leading Rusher der NFL, reichte es 2005 nur für den zweitschlechteste Laufangriff.

Head Coach Herm Edwards wollte sich das offensichtlich nicht länger mit ansehen. Gut, dass Edwards Wunschkandidat für die Head Coach Position der Kansas City Chiefs war. So verabschiedete sich der Erfolgscoach ohne mit der Wimper zu zucken und hinterließ seinem Nachfolger Eric Mangini einen Trümmerhaufen. Als Ex-Defensive Coordinator der New England Patriots und mit 35 Jahren jüngster HC der Liga will er alles daran setzen die Franchise wieder aufzubauen und mit derselben Disziplin und Härte wie sein langjähriger Lehrmeister Bill Belichick schnellstmöglich ein Gegengewicht zu dessen Patriots etablieren.
QB Chad Pennington, der sich zum zweiten Mal innerhalb einen Jahres an seiner Wurfschulter verletzte hatte, bekam von HC Mangini gestern eine weitere Chance auf den Starter-Posten eingeräumt. Ex-Rothaut Patrick Ramsey und Brooks Bollinger dürfen sich bei Pennigtons Verletzungsgeschichte während der Saison berechtigte Hoffnungen auf Spielzeit machen. Das Laufspiel soll zu alter Hochform zurückkehren, ob mit oder ohne Curtis Martin wird sich erst noch zeigen. Deswegen wurden im Draft mit OT D’Brickashaw Ferguson und C Nick Mangold zwei viel versprechende Offensive Linemen geholt. Sollte Pennington fit bleiben darf er sich schon einmal über eine stark verbesserte Pass Protection freuen. Die war mit 53 zugelassenen Sacks über die gesamte letzte Saison gesehen eine einzige Katastrophe. Dass die ‚It all starts with the line‘-Philosophie schon manch anderes Team rasch zurück an die Spitze der NFL geführt hat dürfte Jets Fans die nötige Zuversicht für die kommenden Jahre geben. Mit HC Mangini und dem neuen General Manager Mike Tannenbaum kehrt in New York, wo es zehn HCs in den letzten 15 Jahren gab, hoffentlich auch bald die nötige Stabilität ein.

Wichtigster Neuzugang: DE Kimo von Oellhoffen (von Pittsburgh)
Aus Ermangelung an hochkarätigen Neuzugängen muss an dieser Stelle der bereits 35-jährige DE Kimo von Oelhoffen angeführt werden. Von Oelhoffen erlangte letzte Saison kurzzeitige Berühmtheit, als er mit einem am Rande der Legalität durchgeführten Tackle die Saison von Cinncinati QB Carson Palmer und die Superbowl-Aspirationen der Bengals abrupt beendete. Dennoch kann er als einziger die Lücke, die durch den Abgang von DE John Abraham (zu Atlanta) entstanden ist, ansatzweise schließen.

Schwerwiegendster Abgang: DC Donnie Henderson (zu Detroit)
Auch wenn man mit John Abraham einen der besten Defensivspieler verloren hat, schmerzt der Abgang von Mastermind Donnie Henderson noch mehr. Unter seiner Regie war es erst möglich viele Spiele der letzten Saison knapp zu halten und der Offense immer wieder die Chance auf Punkte zu ermöglichen. Doch auch die beste Defense der NFL wird irgendwann müde, wenn sie ständig auf dem Feld sein muss. Genau dies passierte letzte Saison bei den Jets. Detroits neuer HC Rod Marinelli dürfte sich angesichts der Verpflichtung von Henderson ein Loch in den Bauch gefreut haben. Gute Defensive Coordinator sind nicht leicht zubekommen und werden von ihren Teams für gewöhnlich auch nicht so einfach ziehen gelassen.

Gedrafteter Spieler, der sofort einschlägt: OT D’Brickashaw Ferguson (Virginia)
Der Mann mit dem unaussprechlichen Vornamen soll die marode Offensive Line der Jets endlich wieder konkurrenzfähig machen. Den Abgang von Tackle Kareem McKenzie (2005 zu den Giants) konnte die O-Line bis heute noch nicht verkraften. Mit dem 2m großen und 140kg schweren Ferguson besitzen die Jets nun einen schnellen und athletischen Lineman, der über viele Jahre die Konstante auf der so wichtigen Position des Left Tackles sein kann.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
… unterm Strich mehr Siege als letztes Jahr verbucht werden können, obwohl niemand in diesem Jahr wirklich hohe Erwartungen an die Jets stellt. Weiters wäre es von Vorteil, wenn die Offense entgegen aller Erwartungen ein solides Jahr abliefern könnte. Denn dann würde die Defense nicht immer unter Dauerbeschuss des Gegners stehen und die dringend benötigte Entlastung bekommen.

Furchtlose Vorhersage
Die Jets werden sich mit den Buffalo Bills einen erbitterten Kampf um den dritten Platz in der AFC East liefern. Momentan sieht alles danach aus, als ob die New Yorker diese Auseinandersetzung auch für sich entscheiden dürften. Viel mehr wird es dann aber auch nicht mehr werden. Obwohl die letzte erfolgreiche Spielzeit nur ein Jahr zurückliegt, haben Verletzungen und zahlreiche Abgänge die Jets deutlich geschwächt. Die ersten Schritte von Head Coach Mangini und General Manager Tannenbaum gingen jedenfalls in die richtige Richtung. Weitere solide Aufbauarbeit wird folgen, soviel ist sicher. Dennoch wird es 2006 bestenfalls zu einer ausgeglichenen Bilanz reichen. > 3. Platz AFC East (6-10)

Mehr Info
Offizielle Webseite: New York Jets
Blog: The Jets Blog
Lokale Tageszeitung: The New York Times

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