Wie Mario Rinner, Athletic Director der Tyrolean Raiders, Football-Austria.com heute mitgeteilt hat, wurde Grein in das Krankenhaus von Birmingham/Alabama gebracht und wird voraussichtlich die kommenden drei bis vier Wochen noch in den Staaten verbringen. Trotz dieser schweren Verletzung hat der Tiroler scheinbar noch eine Chance auf einen Platz in der NFLE.
Sollte Florian Grein jedoch unverrichteter Dinge nach Österreich zurückkehren müssen, sieht Rinner Greins’ kommende Saison nicht als gefährdet an.
„Die Ausheilung dieser Verletzung dauert 4-6 Wochen. Florian würde zum Saisonstart der AFL wieder zu 100 Prozent fit sein.“, so Mario Rinner.
Exoten vor!
Mittlerweile fand im Camp die „National selection“ statt. Die „nationalen Spieler“ wurden für die zweite Woche den sechs Teams der NFL Europe zwecks Training zugewiesen. Unter diesen findet man neben ehemaligen japanischen Sumo Ringern, auch die Creme der europäischen Football-Hochburgen Holland, Belgien, Frankreich und der Türkei, wie auch Spieler die im Vorjahr gegen Österreicher in diversen europäischen Bewerben sich nicht durchsetzten konnten. Einzige Glanzpunkte dem Namen nach setzten DB Richard Yancy (San Francisco 49ers) und Heimkehrer OL Peter Heyer (St. Louis Rams).
Dahingehend ist auch das Auswahlverfahren der NFLE bezüglich derer Spieler in Trainingcamps für uns Österreicher nicht ganz durchschaubar. Ohne in einen peinlichen „Warum nicht wir?“ – Patrioten Chor einstimmen zu wollen, scheint es zumindest merkwürdig, wenn Spieler aus Ländern welche auf der europäischen Football-Landkarte gar nicht aufscheinen zum Zug kommen und jene aus Österreich entweder gar nicht eingeladen, oder mit 100%iger Wahrscheinlichkeit wieder freundlich ins Alpenland retourniert werden.
Florian Grein war und ist 2005 jedenfalls der einzige Beitrag aus dem Land des regierenden EFAF-Cup – und Eurobowl Siegers im diesjährigen Camp. Dass die beiden aktuellen Titel den Verantwortlichen der NFLE entgangen wären ist unwahrscheinlich, da diese 2004 höchstpersönlich beim EFAF-Cup Finale im Tivoli Neu anwesenden waren. Woran es liegen kann, dass österreichische Spieler hier nicht zum Einsatz kommen, wird eine von mehreren Fragen von Football-Austria.com an Tony Allen sein. Das Interview mit dem NFLE-Spielerpersonalchef wird vorausschauend kommenden Freitag hier veröffentlicht.
Österreich jedenfalls braucht heimische Spieler in der NFLE. Und Jahrzehnte nach Kicker-Legende Tony Fritsch, kann man sich heute auch wieder einen Landsmann als NFL Pro vorstellen. Immerhin ist ein Steirer Gouverneur von Kalifornien, da wird es doch wohl noch möglich sein Quarterback der 49ers zu werden!? 🙂
Des einen Freud, des anderen Leid
Eine Einladung nach Tampa zu bekommen – und damit verbunden die Chance in die NFLE einzusteigen, wird wahrscheinlich jeder Spieler als Auszeichnung sehen und nutzen wollen. Bisweilen ist schon so mancher Brief bei österreichischen Spielern ins Haus geflattert. Geklappt hat es mit einem Engagement bislang noch bei keinem und was die Aspiranten nach dem Camp zu berichten wussten war nicht immer das Beste.
Auch manche Trainer, Manager und Verantwortliche zeigen sich (wenig überraschend) nicht immer begeistert. Einem Präsidenten kann die NFL sogar den Buckel runter rutschen. Sieht man sich dessen Leidensgeschichte an, ist seine Reaktion auch nachvollziehbar. So schneidet dieses Schwert gleich zwei Mal. Was für den einen die Chance seines Lebens zu sein scheint, ist für andere nicht mehr als eine, den eigenen Verein schwächende Makulatur. Der „Fall Grein“ steht dann fast symbolisch für das ambivalente Verhältnis zwischen der AFL und der NFLE.
Football-Austria.com wünscht Florian Grein gute Besserung und eine erfolgreiche Zukunft, wo immer diese auch sein wird.

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