Zwar ging es vordergründig um den guten Zweck, aber nach den beiden Erstrundenpartie ging es auch sportlich deftig zur Sache. Es setzten sich zu Beginn jeweils die Favoriten durch. Der einzige Teilnehmer aus der Division I und damit auch klarer Titelfavorit, die Steelsharks Traun, bezwangen den Titelverteidiger des Vorjahres aus Hall, die Tirol Gunners, mit 21:0.
Dabei traten die Trauner nicht wie angekündigt mit den Junioren an (die müssen ab nächster Woche Meisterschaft spielen), sondern mit der Kampfmannschaft, bzw. den Spielern die schon vom Urlaub zurück waren. Noch heftiger erwischte es den Gastgeber, die Gmundner Rams, in ihrem ersten Spiel gegen die Amstetten Schnitzl’Land Thunder. 0:42 mussten sie sich der Truppe rund um Andreas Illich geschlagen geben und das bei einer Spielzeit von nur 4×5 Minuten. Die Niederösterreicher, mit ein oder zwei Spielern am Feld, welche man während der Meisterschaft nicht so oft in Erscheinung treten sah, machten dabei einen enorm starken Eindruck. Neben Illich spielte Roman Holzinger in der Offense groß auf, die Defense dazu mehr als stabil gegen die Hausherren – das shutout sagt alles, dazu 6 Touchdowns in 20 Minuten reiner Spielzeit. Beachtlich.

So lauteten die Nachmittagspaarungen Rams vs. Gunners um Platz 3 und Steelsharks vs. Thunder um den Sieg in der Charity Bowl II. Im Gegensatz zu den einseitigen Matches zuvor, sahen die nur rund 100 Zuschauern zwei spannende Partien und phasenweise recht ordentlichen Football.

Spiel um Platz 3 – Rams vs. Gunners
Einigen wir uns auf ein Unentschieden
Günther Kranebitter brachte die Gäste rasch mit 6:0 in Führung (PAT no good), danach kam aber das Angriffsspiel der Haller vom Stocken ins Erliegen. Die Hausherren versuchten alles um in der kurzen Zeit noch den Ausgleich zu erzielen. Ein starker Antritt von Christian Binder, ein schöner Reverse Spielzug über Sebastian Haupt (First Downs) und Binder konnte verdient ausgleichen – 6:6. Extrapunkte gab es auch dieses Mal nicht. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit brachte ein Interception Return der Gunners sie bis an die 2 Yard Markierung der Rams, die Gastgeber konnten aber einen weiteren Score verhindern. Auf einen Tie Breaker wurde einvernehmlich verzichtet, die beiden Teams einigten sich auf ein Unentscheiden und landeten damit am geteilten dritten Platz.

Finale – Steelsharks vs. Thunder
Ich bekomme gleich einen Herzklappenabriss!
Steelsharks Headcoach Jens Pfenning war mit dem Auftritt seiner Equipe im letzten Spiel so gar nicht zufrieden. Der Deutsche unterdrückte seine Emotionen nicht, sondern ließ ihnen verbal freien Auslauf. Dabei begann es für die Oberösterreicher nicht schlecht, nämlich mit einem starken Kickoff Return, jener welcher sie sofort in eine gute Ausgangslage brachte. Ein Fumble machte jedoch ihren Hoffnungen auf eine rasche Führung zu Nichte. Die Amstettener holten sich den Ball, brachten aber ihrerseits offensiv wenig zustande. Dafür sorgte ihre Defense für die ersten Punkte. Steelshakrs QB Christian Baier wurde in der eigenen Endzone zu Boden gebracht (Thunder #55) – Safety. 0:2 – ein Spielstand bei dem es lange Zeit bleiben sollte, man vermutete sogar schon das kleinstknappste aller möglichen Ergebnisse, aber es sollte noch einiges passieren. Der Steelsharks Coach zeitweise empört über Cut-Blocks der Thunder (ausgemacht war vorher nicht zu cutten), die Strafen kassierte aber oftmals sein Team. Die Amstettener taten nur mehr das Notwendigste, versuchten den Gegner zu weiteren Fehlern zu verleiten, produzierten dabei aber selbst welche. Zum Beispiel eine Interception (Roman Niedermayr), doch die Thunder Defense hielt stets dagegen. Christian Baier wurde ein weiteres Mal zu Boden gebracht (Sack). Somit lag die Sensation, dass ein Division II Team ein Division I Team schlägt (die eigentlich gar kein mehr ist, denn das gab es heuer bereits zwei Mal) in der Luft. Als im letzten Viertel Leopold Wagner einen Pass in der Endzone für die Donnermänner zum 0:8 (2 PC no good) fangen konnte, war sie soagr fast schon perfekt. In der Situation eine 2 Point Conversion zu spielen kann nur daran gelegen haben, dass es keinen Kicker gab. Ein 0:9, damit zwei Scores Vorsprung, hätte die Partie zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Doch so kamen die Oberösterreicher noch mal zum Zug und hätten mit einem TD + Conversion noch ausgleichen können. Hätten – das Problem mit dem Konjunktiv. Die Haie warfen alles nach vorne, spielten nur mehr lange Pässe und einer passte dann schlussendlich auch. Christian Baier auf die #81 – Touchdown Steelsharks – nur mehr 6:8. Die Conversion musste also her für den Ausgleich, aber der Versuch heißt deshalb Versuch weil er auch scheitern kann. So aus Sicht der Linzer leider auch dieser. Amstetten gewinnt überraschend, überglücklich, aber vor allem völlig zu Recht die Traunsee Charity Bowl II.

Fazit
Der Sieg der Thunder geht in Ordnung, die Veranstaltung selbst kann man durchaus auch aus sportlicher Sicht als gelungen bezeichnen. Es kam danach durch Verlosungen einiges Geld für den Verein Kindercharity rein, der Besuch im Stadion war allerdings sehr spärlich. In Gmunden fand zur gleichen Zeit der weit über die Grenzen hinaus bekannte Töpfermarkt statt, im benachbarten Pinsdorf stieg eine Party mit mehren tausend Besuchern. Kein wirklich guter Termin für Football an dem Tag an dem Ort.

Charity Bowl II
ASKÖ Steelsharks Traun vs. Amstetten Schnitzl’Land Thunder 6:8
Gmundner Rams vs. Tirol Gunners 6:6
Gmundner Rams vs. Amstetten Schnitzl’Land Thunder 0:42
ASKÖ Steelsharks Traun vs. Tirol Gunners 21:0
26. August 06 | Kickoff 10:00
Voralpenstadion Gmunden
Referees: Koller, Koller, Riegler, Stajirits, Scheiber

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