Dieses Spiel wird gegen eine Auswahl der Kornmesser Rangers bestritten, die heuer in die AFL aufgestiegen sind und ebenfalls ihre 25-Jahrfeier haben. Alle Freunde, ehemalige Spieler und Besucher dürfen sich im Anschluss bei einer Feier im Fliegerbräu St. Pölten nicht nur auf zahlreiche kulinarische „Schmankerln“, sondern auch auf ein tolles Rahmenprogramm freuen. Die, wenn man so will, Geburtstagsfeier findet am 12.11.2011 statt und es ist wirklich jeder herzlich eingeladen daran teilzunehmen.

Autumn Bowl
Generali Invaders St. Pölten
vs.
Kornmesser Rangers
12. November 11 | 14:00
Ottakringer Field | St. Pölten

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Die Geschichte der Invaders ist eine voller Missverständnisse
(von Günter Zanker)
Mitte der 80er haben sich 20 Freunde häufig in einem Lokal getroffen um zusammen Space Invaders zu spielen. Damals zog das Kabelfernsehen in die Haushalte ein und da gab es dann den Sky Channel und damit auch American Football im TV. Die Sache kam schnell zur Sprache und so beschlossen die Freunde: das machen wir doch auch! So hat das 1986 begonnen. Der Name war natürlich Programm – Space Invaders, das Space ließen sie dann weg. Schnell gab es auch einen eiförmigen Ball. Irgendwer brachte ihn von irgendwoher mit. Ein dreiviertel Jahr später kam man erst drauf, dass es sich dabei um einen Rugby Ball handelt. War damals aber auch egal. Es war ein Ball. 
Die Trainingsbeteiligung war rege, man traf sich zwei Mal die Woche auf einer Wiese hinter dem St. Pöltner Friedhof – scheinbar der exakt richtige Platz für Football. Ohne Kenntnis von Regeln und ohne Ausrüstung spielten sie eine Mischung aus Football, Rugby und Fußball. Von hinten reinrutschen mit den Füssen war legal, weil es ja hart sein musste. Im Nachhinein betrachtet war das ziemlich verrückt was die handvoll Freunde da gemacht hat, ein Wunder dass es ohne gröbere Verletzungen ausgegangen ist. Die ersten Ausrüstungen waren dann eine Mischung aus echten Ausrüstungsgegenständen und Selbstgebasteltem. Das änderte sich natürlich im Laufe der Jahre. Ich glaube, dass auch einige andere Vereine so begonnen haben. 
Die offizielle Gründung des Vereins war dann am 24. September 1986. Trainiert hatten die Invaders ja schon über den Sommer, also konnte es losgehen mit der Bewährungsphase. Drei Spiele mussten absolviert werden um uns als Mitglied des AFBÖ zu qualifizieren. 1987 war es soweit – die Mödling Breakers waren da – der erste Gegner. Mittendrin Wide-Receiver und ehemaliger Präsident Günter Zanker, ihm gegenüber stand ein Cornerback namens Tobias Oberzeller. Der zeigte ihm dann wie Football tatsächlich gespielt wird. Die Invaders verloren mit 36:6, den einzigen Touchdown der Invaders hat ein gewisser Zanker erzielt. Ein gefangener 60 Yards Pass – damals absolut ungewöhnlich, denn das Spiel durch die Luft für mehr als 10 Yards wurde erst in den 90er Jahren von den wirklich guten Teams beherrscht. Jedenfalls haben die Invaders diese drei Spiele absolviert und durften 1988 die erste Saison spielen.
Die Invaders haben damals auch ein Spiel gegen die Vienna Huskies mit 34:14 zu Hause gewonnen und das vor rund 1000 Zuschauern. Michael Holub soll der Center bei den Wienern gewesen sein, aber so ganz genau weiß man das nicht mehr.
Gebetsbrüder und die ersten Meistertitel
1989 stießen die ersten Amerikaner dazu. Es waren Mormonen Prediger, die uns über den Football den Weg zum Glauben zeigen wollten. Es waren zwei herausragende Legionäre – Tommy Sugg und Kerry Owen. Das war eine Zeit wo der junge Verein sehr viel über den Sport gelernt hat. In diesem Jahr wurde alles gewonnen was es zu gewinnen gab, auch die damals schon ins Leben gerufenen Vikings² wurden geschlagen und die Invaders wurden Division 2 Meister und Landesmeister von NÖ.
Die 90er Jahre waren ein ständiges auf- und ab. Am Anfang lief es gut: Wir wurden 90, 92 & 94 Meister – dazu jeweils auch NÖ Landesmeister. Ende des Jahrzehnts erkrankten wir am Buffalo Bills-Syndrom. Drei Mal im Finale – drei Niederlagen.
Der Tiefpunkt und der Weg aus dem Tal
Die Legionäre, welche zuerst das Know-How und dann die Erfolge brachten, waren aber auch für den Absturz des Teams mitverantwortlich. 1997 lehnten sich die Invaders zu weit aus dem Fenster, stiegen in die erste Klasse auf, gewannen zwar noch ein Match gegen die Mercenaries, waren am Ende aber nicht mehr spielfähig und mussten absteigen. Dazu brannte der Präsident durch und hinterließ dem Verein Schulden, die über Jahre nicht abbaubar waren. Dieses Jahr hat die Invaders sehr geprägt und ist uns bis heute noch in deutlicher Erinnerung. Wir wussten, so geht es also auch nicht. Seither arbeiten die Invaders kontinuierlich am Aufbau des Teams, haben mit der Nachwuchsarbeit begonnen und stellen traditioneller Weise auch immer wieder Nationalteamspieler. Wie zum Beispiel: Markus Sandler und Markus ‚Pauli‘ Rein.
Diesen Weg verfolgte der Verein auch in den 00er Jahren. Wir haben erkannt, dass das Wichtigste für uns als Invaders neben der Nachwuchsarbeit auch vernünftige Strukturen sind. Eine längere Zeit war das eine One-Man-Show von Harry Schmidt, der uns Gott sei Dank auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite steht und dem man für sein Ausharren an dieser Stelle auch Respekt und Dank aussprechen muss. Nun sind es gut 15 Leute die hier mitarbeiten und unsere Pläne können wir seither auch wesentlich besser verwirklichen. Der Krampf mit der Spielstätte, wir wechselten insgesamt 13 Mal den Platz in St. Pölten, wurde gelöst. Heute gehört dem Verein das Ottakringer Home Field, der ehemalige Glanzstoffplatz und seit einigen Jahren können wir auch eine Tribüne unser eigen nennen. Der Verein ist also wieder gesund – und das steht an oberster Stelle. Nachwuchs, Strukturen, Mitarbeit im Verein, Training ist in Ordnung – die sportlichen Erfolge sind überschaubar, aber auch nicht so übel. Die Invaders waren vor ein paar Jahren sehr erfolgreich in der Division I, haben den Junioren-Cup 2005 gewonnen und versuchten 2010 erneut in der obersten Spielklasse Fuß zu fassen was auch zunächst ganz gut gelang, jedoch 2011 wieder unterbunden werden musste, da es dem Verein auf lange Sicht nicht gut getan hätte, wir hatten wieder einmal zuwenig Nachwuchs.

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Zukunftsausblick der neuen Obfrau Ulrike Zöchling

Es ist immer gut einen Verein zu übernehmen, der eine traditions- und ereignisreiche Vergangenheit mit vielen Höhen und Tiefen hat. In diesem Fall ist es besonders interessant da es sich um Gruppe Idealisten handelt, die es verstanden hat ihre Probleme immer alleine zu lösen und nie über ein Budget verfügen konnte mit dem man wirklich etwas Großes hätte investieren können. Ich kenne jetzt den Verein seit fast drei Jahren und genau dieser Idealismus und der Zusammenhalt der Spieler hat mich bewogen die Führung und Organisation der Invaders zu übernehmen. Gemeinsam mit den sportlichen Leitern haben wir unser Ziel formuliert: Wir wollen so schnell wie möglich in allen Ligen präsent sein: Minis, Schüler, Jugend, Junioren und natürlich mit unserer Kampfmannschaft in der AFL. Wir haben seit 2010 sowohl eine Jugend als auch eine Juniorenmannschaft und auch in die Kampfmannschaft wurden 80% unserer Junioren integriert, die in der heurigen Saison ihre ersten Erfahrungen in Serbien und Ungarn holen konnten.
Durch zahlreiche Workshops in den Schulen und die offiziellen Try-Outs konnten wir im letzten Jahr zahlreich junge Spieler dazugewinnen und ich sehe schon für das nächste Jahr die Möglichkeit sowohl eine Mini- als auch Schülermannschaft zu stellen.
Wir wollen alles Geld in die Jugendarbeit stecken und wir verfügen jetzt über ein sehr beliebtes, kompetentes Trainerteam und mit einigen Junioren und Kampfmannschaftsspieler besitzen wir eine Gruppe engagierter Helfer mit denen wir mit den jungen Spielern arbeiten können. Mein Sohn, der bei der Jugend begonnen hat und inzwischen auch in der Kampfmannschaft spielt, hat mir gezeigt wie positiv die Entwicklung eines jungen Menschen laufen kann, wenn er sich einer sportlichen Lebensweise zuwendet und sich sozial in einem Verein engagiert.
Alles in allem sehe ich die Zukunft der Invader äußerst positiv, denn mit einer so hilfsbereiten und engagierten Truppe kann nur etwas Gutes für den Verein herauskommen.

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