In Teil 1 haben wir prognostiziert, dass kein D-Liner in den Top 10 gedrafted werden wird. Als Ausgleich dazu gibt’s bei den Picks 17-32 nur fünf Mal Offense.

1st Round, 17th Pick – Cincinnati Bengals (via Okaland Raiders) select: Mark Barron (S, Alabama)

Was gibt es Schöneres, als einen Rookie zu draften, der sofort von Tag 1 eine Lücke schließt und das auch kann. Mark Barron ist die klare erste Wahl als Safety Prospect. Er war im College ein wichtiger Bestandteil der mit besten Defense der Nation, versteht Football und seine Facetten. Physisch entspricht er genau dem, was man von einem Safety erwartet: Lange Arme, mächtig gebaut und groß. Gut vorstellbar, dass er bereits einen Teil seines Rookie Salary auf die Seite gelegt hat um für (natürlich unberechtigte) unnecessary rougness Strafen vorzusorgen. Die gute Bengals Defense wird besser und bleibt weiter Polizei-erfahren. (ST)

1st Round, 18th Pick – San Diego Chargers select: Cordy Glenn (OG, Georgia)

Am 1. März beendete Kris Dielman aus gesundheitlichen Gründen seine sportliche Laufbahn. Als ungedrafteter Spieler kann er auf vier Pro Bowl Teilnahmen und zwei Berufungen in das All Pro Team zurück schauen. Sein Nachfolger Cordy Glenn startete 50 Spiele für die University of Georgia (Rekord) und zeigte dabei, dass er sowohl eine gute Figur auf Tackle wie auch auf Guard machen kann. Seine primäre Position ist Guard und dort wird er von Anfang an starten können bei den Chargers. (CW)

1st Round, 19th Pick – Chicago Bears select: Quinton Coples (DE, North Carolina)

Quinton Coples als komplementärer Pass Rusher und Nachfolger von Julius Peppers? Einer der großen Boom-or-Bust-Kandidaten landet bei den Bears ,und Rod Marinelli reibt sich die Hände. Wenn Coples sein überragendes Potential als prototypischer DE irgendwo entfalten sollte, dann wohl in einem Veteran-Locker-Room wie in Chicago und auf der gegenüberliegenden Seite seines Vorgängers in North Carolina, Julius Peppers, auf den sich die protection schemes konzentrieren werden. Der Pick bleibt riskant, aber kein anderer Kandidat gibt den Bears mehr Upside: Die alternde Defense benötigt dringend junge Playmaker, will sie ihr Level halten, und Pressure ist der effektivste Weg, um von den Lücken im Tampa-2-System abzulenken. (GH)

1st Round, 20th Pick – Tennessee Titans select: Whitney Mercilus (DE, Illinois)

Zwei Sacks in zwei Jahren im College folgten dann plötzlich 16 Sacks und 9 forced Fumbles 2012. Whitney Mercilus ein One Year Wonder? Titans Fans sollten jedoch nicht den Fehler machen und ihn jetzt schon mit Jevon Kearse vergleichen. Mercilus ist zwar ein Freak was die Athletik betrifft, als Football Spieler ist er noch lang nicht soweit wie es Kearse war, als er in die NFL kam. Das ganze Potential hervorzuholen ist die primäre Aufgabe von Tracy Rocker. Selbst ein Rookie, als NFL Coach, hat dieser am College sehr erfolgreich gearbeitet und Spieler wie Nick Fairley, Peria Jerry oder Jamaal Anderson hervorgebracht. Die Titans hoffen, dass beide Rookies einschlagen werden. (CW)

1st Round, 21st Pick – Cincinnati Bengals select: Michael Brockers (DT, LSU)

Nicht, dass die Bengals Defense so löchrig wäre, aber Brockers Potential ist einfach zu verlockend. Der Redshirt Sophomore hat in einer äußerst talentierten D-Line-Rotation bei L.S.U. seine ersten Gehversuche hinter sich gebracht und bringt seine exzellente körperliche (Ver-)Fassung nun in die NFL. Er wird einiges lernen und erstmal erwachsen werden müssen. Aber seine Athletik und sein großartiger Motor wecken große Hoffnung. Schlägt der Defensive Tackle wie erwartet ein, wird die AFC North wohl zur kompletten No-Running-Zone. (ST)

1st Round, 22nd Pick – Cleveland Browns (via Atlanta Falcons) select: Mike Adams (OT, Ohio State)

Die Browns verloren zwar S Mike Adams an die Broncos, aber sie holen hier den deutlich besseren Nachfolger: Ein Monster bei 6’8“ und 320 ist Adams der perfekte RT für die McCoy-Rettungsoperation, die Holmgren in dem Draft vollführen muss. Tony Pashos ist (erfreulicherweise) weg, und Adams Schwäche gegen speed rushers, die ihn "nur" zu einem LT-Project machen würde, sind auf RT bei weitem nicht so exponiert, wo man in ihm einen sofortigen (und soliden) Starter sehen sollte. Er ist die sichere Wahl hier, auch wenn kein BPA. (MM)

1st Round, 23rd Pick – Detroit Lions select: Janoris Jenkins (CB, North Alabama)

Hier kommt ein absoluter Boom or Bust Pick der Lions. Jenkins hat alles was man sich von einem #1 CB wünscht, sensationellen Speed, beeindruckende Instinkte und sehr gute Coverfähigkeiten, 2 Zahlen die das noch untermauern: 38 bzw 40. So viele Yards hat Jenkins im direkten Duell 2010 gegen A.J. Green und Julio Jones, #4 bzw. #6 Pick im 2011er Draft, zugelassen. Dann gibt es leider noch die andere Seite von Jenkins, abseits des Feldes: Öffentliche Schlägereien, diverse Drogendelikte und einige Verhaftungen durch die Polizei. Das führte soweit, dass er vor seinem Seniorjahr von der University of Florida verwiesen wurde. Sein letztes Collegejahr konnte er dann, unter dem nicht unbekannten Headcoach Terry Bowden, bei der University of North Alabama in der DII absolvieren. Die Frage wird sein, ob man den großartigen Footballspieler ohne den Privatmann Janoris Jenkins draften kann. (RH)

1st Round, 24th Pick – Pittsburgh Steelers select: Jerel Worthy (NT, Michigan State)

Die Steelers hatten seit Anfang der 90er effektiv nur zwei starting Nose Tackles. In den 90ern war es Joel Steed, in den 2000ern war es Casey Hampton. Die Karriere des letztgenannten Texaners neigt sich nun dem Ende entgegen. Die Steelers pickten schon 2009 und 2011 Defensive Lineman in der ersten Runde. Heyward kommt als NT nicht in Frage, Hood hat seine Heimat auf DE gefunden. Worthy wäre der ideale Pick an dieser Stelle. Ein Jahr hinter ‚Big Snack‘ (Nickname von Hampton) zu lernen und dann 2013 übernehmen. Die Spielanlage und auch das Spielverständnis hat Worthy sehr wahrscheinlich jetzt schon. (CW)

1st Round, 25th Pick – Denver Broncos select: Dontari Poe (DT, Memphis)

Endlich kommen wir zum vielleicht polarisierendsten Kandidaten der gesamten Draft Class 2012: Vom frühen 2nd-Rounder bis zum Top-10-Pick und wieder zurück wurde Dontari Poe nach seiner herausragender Combine-Leistung in unterschiedlichste Höhen gehyped, und wir reihen uns hiermit eher auf der unteren Seite des Spektrums ein. Poes physische Anlagen sind unbestritten, und so verwundert es umso mehr, dass er in Memphis gegen mäßige Competion nicht mehr zustande bringen konnte. Die Broncos benötigen aber einen DT, und die riskante Entscheidung für Poe scheint mit dem 26. Pick vertretbar, wenn man sein unglaubliches Potential in Betracht zieht. (GH)

1st Round, 26th Pick – Houston Texans select: Kendall Wright (WR, Baylor)

Als eines der vielen Teams am Ende der 1. Runde, die auf der Suche nach einem Passempfänger sind, haben die Houston Texans mit Wright einen guten erwischt. Der 40yd Dash ist nicht weiter von Belang, der Receiver aus Baylor ist einfach ein Playmaker. All zu oft hat er die gegnerischen Defenses eingelullt, überrascht, ver****t oder einfach geschlagen. Mit seinen hasenartigen Richtungswechseln und der ständigen Gefahr der tiefen Pässe muss man stets ein Auge auf ihn werfen. Wenn er nicht zu oft unkonzentriert ist, haben die Texans mit Kendall Wright ein großartiges Gegenüber zu Andre Johnson ergattert. (ST)

1st Round, 27th Pick – New England Patriots (via New Orleans Saints) select: Nick Perry (DE, USC)

Perry ist ein exzellenter pass rusher, der aber vermutlich  zum two point-stance wechseln müsste, um in der NFL erfolgreich zu sein, auch wenn er lieber in einer 4-3 bleiben möchte. Gut, dass Belichick derzeit eine gespaltene 3-4/4-3 Defense spielt, wo er für einen pass rusher mit Perrys Freakhletik immer gut Verwendung finden wird können, jetzt, wo Mark Anderson in Buffallo ist. (MM)

1st Round, 28th Pick – Green Bay Packers select: Peter Konz (C, Wisconsin)

Nachdem Langzeit-Center Scott Wells in St. Louis unterschrieben hat, wurde kurzfristig noch Jeff Saturday in der Free Agengy geholt. Dieser ist aber mit 37 absolut keine Langzeitlösung für die Mannen um Aaron Rodgers. Konz passt an #28 ideal in das Beuteschema des Greenbay Frontoffice als einer der besten noch verfügbaren Spieler und mit Abstand bester Center des heurigen Jahrgangs. Dazu ist die Situation geradezu ideal für Konz, der noch ein Jahr hinter einem der besten Center der letzten Dekade das Handwerk bei den Profis lernen kann, ohne in eine verfrühte Starterposition gezwungen zu werden, um den Job danach selbst zu übernehmen. (RH)

1st Round, 29th Pick – Baltimore Ravens select: Dont’a Hightower (LB, Alabama)

Die Ravens ohne Ray Lewis? Nein, auch 2012 wird Ray Lewis (36 Jahre) im Dress der Ravens zu sehen sein. Der künftige Hall of Famer ist allerdings, verständlicherweise, langsamer geworden und hatte 2011 Probleme mit der Coverage von Tight Ends. Die Ravens erleben hier einen Glücksfall, und zu ihnen fällt ein Spieler, der eine ähnliche Spielernatur ist wie Lewis und auch schnell in eine Leader Rolle reinwachsen wird können. Im College setzte ihn Nick Saban zeitweise als DE ein, wo er sowohl gegen den Run, als auch als Pass Rusher eine gute Figur machte. Diese Vielseitigkeit wird es ihm erlauben schnell Playingtime zu bekommen. (CW)

1st Round, 30th Pick – San Francisco 49ers select: Devon Still (DT, Penn State)

Eine der besten Front Seven der Nation bekommt einen 1st Round Rookie dazu? Wieso nicht, Stärken stärken. Devon Still ist der Pick für die Zukunft und die diesjährige Rotation. Im letzten Jahr haben die drei Starter an der Line gefühlt durchgespielt. Da schadet Frischblut nicht. Devon Still hat Potential, zeigt Athletik, Penetranz (im doppelten Sinn) und kann mit seiner Power und seinen Händen ordentlich Stress erzeugen. Es besteht kein Zweifel, dass DLine Coach Tomsula und Harbaugh ihm Feuer unterm Hintern machen, wenn er nicht mit ebendiesem bei der Sache ist. (ST)

1st Round, 31st Pick – New England Patriots select: Brandon Thompson (DT, Clemson)

Nachdem mit Perry der 19. platzierte pass rush der Liga (6.5% Adjusted Sack Rate) repariert wurde, muss man sich noch um die 29. run stopping line kümmern. Thompson ist ein run stopper wie er im Bilderbuch steht, und was ihm im pass rush fehlt, ist reinste Technique. Gut, dass Belichick zumindest ein bisschen Ahnung von Coaching hat, nicht wahr? Thompson wird "Yams" genannt wegen seiner riesigen Oberschenkel, ist ein study buddy (Academic Honor Roll in 2010), was Belichick gefallen dürfte, und sollte die Box der grottigen Patriots Defense endlich konsolidieren. (MM)

1st Round, 32nd Pick – New York Giants select: David Wilson (RB, Virginia Tech)

Der Super Bowl Champion könnte mit dem letzten Pick der ersten Runde in unterschiedlichste Richtungen gehen, aber Value und Need kommen hier aus Sicht der Giants in der Person von Devin Wilson zusammen. Der explosive Running Back wäre mehr als ein guter Ersatz für Brandon Jacobs und könnte gemeinsam mit Ahmad Bradshaw Eli Manning und eine O-Line im Umbruch entlasten. Wilson ist ein beweglicher RB mit zahlreichen Moves, um zum 2nd Level zu gelangen, und verfügt über die Schnelligkeit um dort gehörigen Schaden anzurichten. Gegen ihn sprechen mangelnde Erfahrung in Pass Protection und zu viele Fumbles, aber diese Schwächen sind trainierbar. (GH)

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