Aus den ’20 undisputed all time high‘ wurden ’19 all time high‘ Spieler. Das Adjektiv ‚undisputed‘ (unumstritten) hat man ausgelassen, ebenso fehlt nun Raiders OL Franz Spielvogl auf der Liste, der laut HC Bernhard Binstorfer aus familiären Gründen seine Teilnahme absagen mußte. Klare Ziele wurden definiert: Der Durchmarsch muß her und 2009 der Titel bei der A-EM.

Bei den 19 Spielern gibt es bis auf Spielvogl keine Änderung. Die Aufstellung steht wie angekündigt. Siehe auch: Undisputed all time high.

Der komplette Coaching Staff:

Bernhard Binstorfer (Headcoach)
Shawn Olson (Offense Coordinator)
Chris Calaycay (Defense Coordinator)
Ivan Zivko (Offense Assistant, WR Coach)
Claus Neumann (Offense Assistant, OL Coach)
Mario Klima (Defense Assistant, LB Coach)
Geoff Buffum (Defense Assistant, DL Coach, Special Teams Coordinantor)

Nicht dabei bei der offiziellen Vorstellung waren die Teilnehmer der Swarco Raiders Tirol (Florian Grein, Mario Rinner, Jakob Dieplinger, Geoff Buffum) und der Cineplexx Blue Devils (Mark Falger, Christian Steffani).

Unumstritten nicht unumstritten
Gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Kernteams im Dezember des vorigen Jahres setzte deren General Manager, AFBÖ Vize und Vikings Präsident Karl Wurm das englische Wörtchen undisputed vorne an. Diese Spieler seien unumstritten. Das gefiel nicht allen, zudem Wurm auch noch meinte, daß, wenn einer dieser Spieler heuer eine schlechte Saison spielen würde, er trotzdem diesen Status beibehält. Cheftrainer Bernhard Binstorfer sieht das anders.

Ich weiß nicht bei welcher Gelegenheit Karl Wurm das gesagt hat. Für mich ist aber klar, daß diese Spieler ihre Nominierung rechtfertigen müssen. Wir haben versucht die besten 19 ins Team zu holen, sind davon überzeugt, daß es sich derzeit auch um die besten auf ihrer Position handelt. Unumstritten ist bei mir aber nur der Spieler, der auch jederzeit seine Leistung bringt.

Die Ziele für die kommende Jahre wurden von Binstorfer klar definiert.

Ausrichtung und Gewinn der C-EM 2007 in Österreich, Gewinn der B-EM 2008, Europameistertitel (A-EM) 2009. Das ersten freundschaftliche Länderspiel soll im Oktober 2006 in Wien gegen den regierenden Europameister Schweden stattfinden.

Nach einem eher passionsfreien Gala Diner im SAS Palais (Fisch auf feiste Art, Mousse de Chocolat so hart wie Omas Kekse aus dem Vorjahr) ging es für das Nationalteam auf in die Ferry Dusika Halle, wo es nicht nur den rund 2800 Zuschauern der Cheerleader Meisterschaften präsentiert wurde, sondern auch die Siegerehrung der Cheer-, Stunt und Dance Squads vornahm. Fotogalerien finden Sie demnächst auf Football-Austria.com.

Kommentar
Ein Schelm ist wer sich denkt ‚undisputed‘ wäre weise Voraussicht von Wurm gewesen. Immerhin kann, aber muß es nicht passieren, daß einige ’seiner (Vikings) Spieler‘ heuer nicht mehr gar so hell glänzen wie in den letzten Jahren. Diese Situation bezeichnet Vikings Vize Gregor Murth als ’schizophren‘, da ja Karl Wurm an zwei Dinge denken müßte. An den Verein (Vikings) und an den Verband, sprich: das Nationalteam. Jeder Spieler der sich im Nationalteam verletzt, wäre ein herber sportlicher Verlust für die Wikinger.

Man muß allerdings keine Geisteskrankheit bemühen um die Sache darzustellen, da man im Duden auch das Wort Interessenskonflikt findet, welches hier eindeutig besser paßt. Diese Situation ist nicht neu. Das macht sie aber um nichts besser. So gesehen wäre jeder Spieler der Vikings der sich nicht im Nationalteam verletzt, weil er dort einfach nicht spielt, ein herber Image Schaden für die Violetten. Obwohl der Trainerstab und das Team zu über 50% aus Wikingern besteht, habe man darauf nie hingesteuert. Solche Jobs, wie den Manager des Nationalteams, möchte sonst außerdem niemand machen. Es gäbe keine Alternativen.

Tatsächlich ist dieses Nationalteam in fester und fixer violetter Hand. Inhaltlich wie personell. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt ganz sicher nicht das Schlechteste. Von oben, von unten von seitwärts und der Tiefe greifen die Wiener hier zu, nur die vierte Dimension (Zeit) könnte zum Problem werden.

Sollten die Wikinger ihrer dominanten Rolle in der AFL bis zum ersten Match des Nationalteams im Oktober verlustig werden ist dann nur mehr eines unumstritten. Nämlich warum man darüber nicht streiten darf. Das hat Binstorfer abgestellt. Noch dazu ist kein einziger Ball in der AFL geworfen und kein Spiel gewonnen oder verloren worden. Die Möglichkeit daß die Vikings in der kommenden Saison ihre Vorherrschaft aber ablegen (teilen?) müssen, war seit Jahren nicht mehr so hoch. Zudem aus ihren Reihen bereits durchsickerte mit dem neuen Quarterback Toby Henry im Training nicht gänzlich glücklich zu sein. Das alleine reicht natürlich bei weitem nicht für eine seriöse Prognose aus, aber man darf sich heute fragen was Binstorfer macht, wenn die Hälfte seiner 19 Jungs sich urplötzlich in einer neuen Situation wiederfinden? Rein fiktiv – runtergebrochen auf eine Möglichkeit. Erreichen die Wiener im Juli nicht die Austrian Bowl, wie rechtfertigt man dann ein Roster welches zur Hälfte aus der drittbesten Mannschaft besteht? Mit ‚ich habe doch vorher undisputed gesagt‘ wäre es in dem Fall hoffentlich nicht getan. Dem Nationalteam ist heute, in der Konstellation, zu wünschen, daß die Vikings weiterhin am Drücker bleiben. Dem Football in Österreich täte noch ein Jahr Wiener Dynastie nicht besonders gut. Es liegt allerdings nicht an den Vikings sich zu besiegen. Das vergessen manche Leute gerne. Der Unterscheid zwischen Umbau und Selbstschwächung ist evident. Auch heuer sind die Wiener Mitfavorit auf den Titel – um das nicht falsch zu verstehen.

Binstorfer hat bei all dem hoffentlich völlig freie Hand und kann auf alle möglichen Szenarien ungehindert und ohne Zuflüsterer reagieren. 26 Spieler werden zudem noch nachnominiert. Sind die Vikings in der Lage weiter den Ton im österreichischen Football anzugeben, wird aus den 50% schnell eine Dreiviertelmehrheit werden. Beginnt der Wikinger Felsen heuer aber zu bröckeln, dann wird man diesen Prozentsatz alleine aus Hygienegründen reduzieren müssen. Ansonsten bestünde nämlich erhebliche Schizophrenie Gefahr.

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