Die Verbände Deutschlands, Österreichs und der Schweiz verkündeten heute einen Big6 Bewerb zu gründen, der, anerkannt von der EFAF, im kommenden Jahr auch als Eurobowl ausgetragen wird.
Das Ganze ist auch Teil einer Agenda des europäischen Verbandes EFAF, der mit der EFL Elite (=Big6), der EFL, dem EFAF Cup und Regional Cups gleich vier Klubbewerbe für 2014 angekündigt oder zumindest in Aussicht gestellt hat.
Im August dieses Jahres wurde dort ein Klub-Beirat ins Leben gerufen und da war schnell bzw. vorher schon klar, wo es hingehen soll: Weg vom bisherigen Format, keine Spiele mehr für die Top-Teams gegen unterklassige Gegner, kleiner oder keine Fees, dafür soll sich die EFAF ums Marketing kümmern, die dahingehend auch einen Vertrag unterschrieben hat. Der soll u.a. den teilnehmenden Teams (mit Ausnahme der großen 6) Zuzahlungen für Reisekosten garantieren. Auch über die Namensrechte „EFL“ und „Eurobowl“, die der deutsche Verband hält, soll geredet worden sein. Ganz neue Saiten werden hier also auf einmal aufgezogen.
Bei den Big6 sollen, die Bezeichnung sagt es bereits, die besten sechs Mannschaften Europas in zwei Gruppen gegeneinander spielen. Namen wurden noch keine genannt, es läuft aber alles auf einen Bewerb der drei Gründernationen hinaus. Frankreich, welches eingeladen war den Meister zu schicken, hat bereits abgewunken. Eine Teilnahme der Briten, Italiener oder Spanier kann man aus sportlicher Sicht ausschließen, der skandinavische Block hat indessen offenbar ganz andere Pläne (siehe IFAF Europe). Die Top Teams aus Österreich und Deutschland + Calanda werde sich die Eurobowl 2014 vermutlich unter sich ausmachen. So sieht es derzeit aus. Wobei hinter den Schweizern noch Fragezeichen stehen. Zum einen wie sie finanziell aufgestellt sind, zum anderen wie und ob sie überhaupt eine Beschränkung der Imports verkraften können.
IFAF Europe mit eigenem Bewerb
Dessen ungeachtet traf sich Ende September die IFAF Europe zur quasi „Gegenveranstaltung“ in Warschau.
Dort wurde ebenfalls ein neuer Bewerb ins Leben gerufen, an dem alle nationalen Meister der Mitgliedsnationen automatisch teilnahmeberechtigt sind. Angesichts der Big6 Gründung kann man nun aber ausschließen, dass die Deutschlands, Österreichs und der Schweiz daran auch teilnehmen werden. Für Österreich vor Ort war der AFBÖ Vizepräsident Nikolaus Jellinek, der zumindest die JCL Giants Graz und Danube Dragons dort dabei haben möchte.
Der Bewerb soll in vier regionalen Gruppen zu je drei Teams stattfinden und endet in einem Final 4-Turnier.
Alles in allem eine relativ verworrene Situation, in der Österreich eine nicht ganz untypische Haltung einnimmt. AFBÖ Präsident Michael Eschlböck ist formal noch Chairman der IFAF Europe (und weiterhin auch Vizepräsident der EFAF), de facto aber bei beiden nicht aktiv im Amt. Seit seiner Inthronisierung seitens der IFAF ist keine Entscheidung von ihm gefällt worden, die Aufschluss über die Positionierung geben könnte. Insofern bezieht Österreich gar keine konkrete Position im Konflikt zwischen der EFAF und der IFAF. 
Hierbei geht es wohl auch um die EM 2014 in Österreich, an der ja auch zwei Skandinavier teilnehmen sollen. Will man die im kommenden Jahr hierzulande begrüßen, wird man „ihren“ Europa-Klubbewerb nicht gänzlich ignorieren können. Ob Graz und die Dragons sich dafür „opfern“ und ein Turnier mit den Mannschaften spielen, die zuletzt in der EFL keine Rolle mehr spielen konnten, das muss man noch abwarten.
Am Ende könnte, das die mögliche erfreuliche Nachricht, eine sportliche Entscheidung fallen. Der bessere Bewerb wird das Rennen gewinnen.

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