Tatsächlich hat man alle Hände voll zu tun, denn mit dem Umzug von der Stammspielstätte Hohe Warte auf den Sportklubplatz gilt es auch einige organisatorische Hürden zu überspringen.

So stand auch die neue Spielstätte im Mittelpunkt des Interesses. Neben dem sportlichen Leiter Felix Hoppel und Headcoach Tom Symthe stellten sich noch Neuzugang DL Michal Latek, der von den Junioren in die Kampfmannschaft aufgerückte DB Johannes Bintinger, sowie Defense Coordinator Chris Calaycay den Fragen der versammelten Presse in der Champions Bar des Wiener Hotels Marriott. PR Manager Alfred Neugebauer moderierte, Präsident Karl Wurm „stand an der Bar und hatte kein Geld“, Vizepräsident und Platzsprecher Michael Holub saß unter den Journalisten und tat so als gehöre er dazu. Motto: Watch the fakes! 🙂

Die Tücken des Sportklubplatzes – kein Schatten ohne Licht.
Das Wichtigste zuerst für alle Vikings Fans. Es ist absolut sinnlos kommenden Sonntag mit dem Auto nach Hernals zu fahren. Der Sportklubplatz hat keinen eigenen Parkplatz und sogar ohne Veranstaltung im Stadion herrscht dort seit Jahren ein evidenter Parkplatznotstand. Benutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel!

Im Stadion selbst sind zwei Tribünen geöffnet. Die gleich beim Eingang relativ neue Steiltribüne (Süd) mit der Hernalser Hauptstraße im Rücken und die alte Längstribüne auf der vom Eingang aus gesehen linken Seite. Die Osttribüne ist baupolizeilich gesperrt, die legendäre „Friedhofstribüne“ (Stehplätze) wird nur bei Bedarf geöffnet.

Viele Fans wird es eventuell abschrecken erstmals bei einem Footballmatch hinter dem Tor Platz zu nehmen, jedoch hat man von der Steiltribüne West einen guten Überblick auf das ganze Spielfeld. Durch die Höhe bekommt man auch einen Eindruck wie „weit“ ein Spielzug gegangen ist – man braucht also keine Angst zu haben nichts mitzubekommen. Die „Action“ mit Platzsprecher Michael Holub und DJ Frozen Fritz wird sich dahingehend auch auf das Gretzl Süd-Ecke-Westtribüne konzentrieren, also auf den Corner direkt nach dem Haupteingang.

Ein Problem hat man auch mit der Cheerleader Squad. Im Moment ist man noch am „experimentieren“ wo man die Show der Cheers stattfinden läßt. Der Platz ist sehr klein dimensioniert, laut Alfred Neugebauer wird sich hier aber sicher eine schöne Lösung ergeben. Generell ist man bei den Vikings, trotzt aller Adaptionsprobleme, guter Dinge und sieht durch die neuen Gegebenheiten nicht zuerst die Probleme (die man laut Neugebauer sowieso lösen wird), sondern vor allem die Chance Football Live mal etwas anders zu präsentieren. Mit der Südtribüne hinter dem Tor hat der österreichische Footballfan erstmalig die Gelegenheit Football aus luftiger Höhe zu erleben.

Fix ist bereits der Rück-Umzug im kommenden Jahr. 2006 werden die Heimpartien der Vikings auf der umgebauten Hohen Warte stattfinden.

The boys from hernoise
Zum sportlichen Teil. Das erste Match gegen die Falcons am vergangenen Wochenende hat man zwar klar gewonnen, Felix Hoppel sieht darin aber noch keinen Freibrief für Seriensiege. Den ersten Härtetest wird man sich am kommenden Sonntag gegen den Meister aus Tirol unterziehen müssen. Erst dann wisse man wo man sportlich steht. Die sportlichen Ziele der Vikings sind klar: die Austrian Bowl wieder nach Wien zu holen und die Titelverteidigung in der EFL. (Eurobowl)

Über die Gegner in der AFL 2005 zeigt man sich beinahe begeistert. Was sich in der Liga dieses Jahr getan hat sei ein Gewinn für den österreichischen Football. Die Veranstaltung in Wolfsberg wurde als perfekt inszeniert bezeichnet, ebenso positiv die Stimmen Richtung Graz und Hohenems.

Hier freue man sich auf Seiten der Vikings schon sehr auf Christoph Piringers Legionärstruppe und auf ein Wiedersehen mit Keath Bartynski (er kenne ja die Vikings D-Line wie kein anderer). Relativ beeindruckt ist man vom neuen Raiders QB Nick Eyde, wobei man hier auch Geoff Buffum noch als zusätzliche Option sieht.
Buffum steht am offiziellen Spieler Roster der Tiroler und da Eyde vor allem ein starker Läufer ist, würde es Karl Wurm nicht wundern, wenn man Buffum auch dieses Jahr wieder am Feld sieht.

Football-Austria.com glaubt das im Übrigen nicht. Der Trick ist bereits jener, daß Buffum überhaupt am Roster steht, aber er wird nur im äußersten Notfall den Ball in die Hand nehmen. Diesen wollen wir den Tirolern nicht wünschen, denn Eyde präsentierte sich gegen die Blue Devils letzten Sonntag als Klassemann.

Die Vikings haben übrigens am letzten Wochenende nicht gescoutet, da es seit diesem Jahr ein sogenanntes Video-Exchange Programm in der AFL gibt. Dieses besagt, daß jedes Team Videos von seinen Heimmatches herstellt und dem nächsten Gegner zur Verfügung stellt. So sparen sich alle Anfahrtskosten. Ein wenig NFL-Flair also.

Der Vikings Roster 2005
Insgesamt 9 Spieler der Junioren finden sich auch am Roster der Kampfmannschaft wieder. Stellvertretend für diese vor Ort: DB Johannes Bintinger, der gegen die Falcons bereits im Einsatz war. Auf die Frage was denn der Unterschied zwischen den Junioren und der Kampfmannschaft sei, hatte der jungen Mann eine sehr einleuchtende Antwort parat: „Die Gegner sind größer und das Playbook dicker.“ Sein Hauptproblem sei eigentlich nur, sich die hohe Anzahl der Spielzüge zu merken. Ansonsten wurde er im Team gut aufgenommen. Der traditionellen Einweihung von Frischlingen, auch als „Rookie-Singen“ im Mannschaftsbus bekannt, hat er sich geschickter Weise entzogen, indem er kurzerhand nach dem letzten Match in Kärnten blieb. Hier scheint dem Burschen aber noch etwas bevorzustehen. Code Violett?

Außerdem neu im Team (von heimischen Vereinen zu den Vikings gewechselt):
WR Robert Marzall-Fernandez , DB Richard Mikula (beide Danube Dragons) und OL Harmut Pötzelberger (Linz Steelers). Pötzelberger lebt und arbeitet nach wie vor in Oberösterreich. Er fährt zu jedem Training nach Wien und wieder zurück. Sein Engagement dürfte sich bezahlt machen, da der hochtalentierte Linzer gute Chancen auf einen Fixplatz in der Vikings O-Line zu haben scheint.

Die den Vikings gerne nachgesagte „Amilastigkeit“ können wir ihnen – vor allem im nationalen Vergleich – nur schwer nachweisen. Im Roster finden sich drei US-Imports. Die WR Luke Atwood und Charley Enos, so wie Lance Gustafson, der dieses Jahr nur mehr als RB zum Einsatz kommen wird, also nicht mehr in der Defense „verheizt“ wird. Gustafson hat sich übrigens im zweiten Viertel der Austrian Bowl die Schulter gebrochen, spielte damals aber durch. In der Off-Season wurde er operiert und ist nun wieder voll fit.

Dual Paßport Spieler am Roster der Vikings finden sich deren 2 und noch ein halber.
Der oft fälschlicher Weise als US-Amerikaner betitelte Shawn Olson (CAN/POL) besteht darauf aus Kanada und nicht aus den USA zu stammen.
Neil Maki (USA/FIN) kann man ebenfalls als vollwertigen Dual Paßport durchgehen lassen, was man von DL Michal Latek (USA/POL) so nicht mehr behaupten kann. Latek ist in Polen geboren und aufgewachsen. Als Jugendlicher kam er in die Staaten und heute scheint es als fände er in Europa wieder seine Heimat. Dazu muß man wissen, daß Latek der „schnellste Aufreißer“ aller Zeiten bei den Vikings ist. Seine österreichische Freundin hat er bereits am Flughafen kennengelernt, als er sich am Weg nach Österreich befand. Womöglich die selbe Frau welche die Ferse des Keahtilleus lädiert hat?

Latek fühlt sich jedenfalls in Europa bzw. Österreich pudelwohl, wie sich der Mann von der Colgate University auch freudig überrascht vom hohen Spielniveau in Österreich zeigt. Es würde uns nicht wundern, wenn Latek sein Zelt dauerhaft in Österreich aufschlägt. Ein typisches Vikings Schicksal, wie es Defense Coordinator Chris Calaycay bereits ereilt hat. Im positiven Sinne. Der Amerikaner hat eine Cheerleaderin der Vikings geheiratet und es gibt bereits Nachwuchs.

Ansonsten findet man 48 Österreicher und zwei Deutsche am Roster der Wiener.

Verletzte:
Out for Season:
DB Shawn Leever
DB Gregor Pachmann
LB Philpp Mager
Demnächst wieder dabei:
OL Norbert Baumberger
DL Thomas Vanicek
LB Roman Floredo
OL Christoph Wieshofer

Headcoach Tom Smythe hat die Niederlage gegen die Tyrolean Raiders in der Austrian Bowl des vergangenen Jahres noch nicht verschmerzt und will die Innsbrucker dieses Jahr unbedingt in Schach halten. Sein Credo: „Sammle gute Leute um dich und gehe ihnen dann bei ihrer Arbeit aus dem Weg.“ Scherzhaft fügte er hinzu: „Sollte ich selbst nicht die Sache vergeigen, dann haben wir gute Chancen dieses Jahr wieder ganz oben zu stehen.“

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