Vergangenen Oktober verließ Offensive Lineman Jonathan Martin überraschend die Miami Dolphins. Kurz danach bereits gab es Gerüchte, er sei von seinem Teamkollegen Richie Incognito, der zwischenzeitlich suspendiert wurde, gemobbt worden. Ein Untersuchungsbericht bestätigt die Vorwürfe nun.
Incognito habe Martin regelmäßig mit rassistischen und homophoben Anspielungen terrorisiert, so lange bis Martin die Dolphins verließ. So die Kurzfassung des Berichts, der an der gesamten Dolphins Franchise kaum ein gutes Haar lässt. Auch sexuelle Anspielungen gegen Martins Mutter und seine Schwester seien an der Tagesordnung gewesen und es war nicht nur Incognito alleine, der Martin mobbte. 
Incognito, der die Vorwürfe zunächst bestritt, hat sich nun bei Martin via Twitter entschuldigt. Erst kürzlich kehrte er nach einer Pause auf die Social Media Plattform zurück. Allerdings relativierte Incognito seine Entschuldigungen später, denn er wäre lediglich schuldig im Sinne vulgärer Ausdrücke. Martin habe nicht die ganze Wahrheit erzählt. Die Beleidigungen seien aus seiner (Incognitos) Sicht beidseitig gewesen. Er selbst hätte sie gar nie so ernst genommen und glaubte auch, dass Martin nur Spaß mache.
Das sieht der New Yorker Anwalt Ted Wells, der mit einer Untersuchung der Affäre von der Liga beauftragt wurde, allerdings ganz anders. Wells Bericht bestätigt die Vorwürfe von Martin nicht nur, der Kreis des Mobs wurde durch den Bericht erweitert. So seien auch die O-Liner Mike Pouncey und John Jerry an der Sache beteiligt gewesen und Martin wäre bei weitem nicht ihr einziges Opfer gewesen.
Coach als Mitwisser und Gummipuppen zu Weihnachten
Auch O-Line-Coach Jim Turner wird in dem Bericht schwer beschuldigt. Er habe von den Vorgängen nicht nur gewusst, sondern sich aktiv daran beteiligt. Als Weihnachtsgeschenk im Jahr 2012 erhielten seine Liner eine aufblasbare Sexpuppe. Eines der nicht namentlich genannten Mobbing-Opfer soll von Turner eine männliche Puppe erhalten haben.
Einzig Head Coach Joe Philbin wird entlastet. Er habe davon zwar nichts gewusst, gleichzeitig wird ihm das Nichtwissen im Bericht aber vorgehalten, denn er hätte es, so Turner, wissen müssen.
Währen der Anwalt Martins sich über den Bericht freute und hofft, dass sein Mandant bald wieder spielen wird, schäumte der Rechtsvertreter von Incognito: Der Bericht sei aus seiner Sicht falsch und voller Fehler.
Die Führung der Miami Dolphins will den Bericht nun genau studieren, Besitzer Stephen Ross hat aber bereits angedeutet, dass er keinen der beiden Spieler wieder zu verpflichten gedenkt. Offen ist auch nor eine offizielle Reaktion der NFL. Hier könnte es noch hohe Strafen für die Spieler und die Franchise geben.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei