Ebenfalls eingeladen sind die aktuellen Playoff Teilnehmer der Division I, jenen man einen Aufstieg in Zukunft (gar schon 2007?) zutraut.
Ausgerechnet im Grinzinger Restaurant Neuland findet dieses als wegweisend angedachte Meeting statt. Man erwartet sich keine Entscheidungen direkt danach, aber eine angeregte Diskussion und daraus resultierend die Grundlage für einen Masterplan. Einen solche halten einige in den Händen. Unter anderem der Blue Devils Präsident Christoph Piringer, der im Vorfeld gleich mit einer ganzen Reihe von Vorschlägen & Konzepten seine Kollegen auf verschiedenen Ideen aufmerksam gemacht hat. Diese sehen allesamt prinzipiell eine Teilung der AFL in eine Internationale & Nationale Gruppe vor, aber auch eine Einbeziehung anderer europäischer Teams in die AFL, nach dem Vorbild Wolves in der Division I, ist für den Hohenemser attraktiv. Die Reaktionen auf seine Vorschläge fielen unterschiedlich aus. Die Vikings können mit dem ein- oder anderen Papier durchaus etwas anfangen, sind aber offen für alles. Auch aus den Reihen der Dragons vernahm man zuletzt, daß die Sache so uninteressant nicht sei, wobei keineswegs neu. Die Bulls sollten sich diesen Ansatz ganz genau ansehen, denn ist der für sie eigentlich ideal. Gespannt darf man auf die Raiders sein, deren Verhältnis zu den Blue Devils sich während der Saison auf persönlicher Ebene massiv verschlechtert hat. Piringer spricht offen davon von Tiroler Offiziellen mit äußerster Arroganz und ungerechtfertigten Maßregelungen bedacht worden zu sein. Er wäre angehalten worden sich nicht einzumischen, wobei die Tiroler selbst gar nicht in der Lage seien die einfachsten Hausaufgaben zu erledigen, womit Piringer die Statistiken und das Videotauschprogramm meint, welche beide bei den Raiders nachweislich nicht funktionieren würden. Auch Vikings Präsident Karl Wurm ließ zwischen den Zeilen anklingen, daß hier so mancher Misston die Musik bestimme, was einer der Hauptgründe für seinen nun wieder zurückgezogenen Rücktritt aus dem Verband war.

Wie auch immer, sollten solche persönlichen Scharmützel den Grundgedanken des Treffens nicht weiter beeinflussen, wobei es natürlich auch noch ganz andere Perspektiven gibt.

Alles bleibt beim Alten?
Auch möglich für 2007 ist eine 5er AFL wie sie heuer gespielt wurde. Alle Teams bleiben der höchsten Liga erhalten und spulen noch ein Mal dieses Programm ab. Ohne Playoffs, jeder gegen jeden einmal Heim und einmal Auswärts. Zwei Fragen sind hier offen: Ob die Blue Devils mitmachen wollen und die Black Lions mitmachen können? Die Vorarlberger haben ihre Sponsorenverträge für 2007 präventiv für die AFL & die Division I abgeschlossen. Ein Abstieg würde nicht das Ende der Welt für sie bedeuten. Die Kärntner, welche unter akuter Personalnot leiden, machten zuletzt den etwas wirren Vorschlag, daß ihnen die großen Teams mit Personal unter die Arme greifen könnten. Das wurde allgemein als lieb gemeint, aber leider undurchführbar abgetan. Wie soll man einem Wiener erklären er soll ab jetzt in Klagenfurt spielen? Das wird es nicht sein; eine Finanzspritze ist hier noch am ehesten drinnen.

Knackpunkt Nachwuchs und Importregelung
Die personellen Sorgen führen Verbandsverantwortliche auf schlechte Nachwuchsarbeit zurück. Diese steht im Vordergrund des AFBÖ. Wer keine Nachwuchsarbeit betreibt, wird damit bestraft ganz unten bleiben zu müssen, wer zu wenig getan hat, den wird die Regulierung der Importspieler das Leben schwer machen. Und diese wird 2007 kommen. 6 Klasse A Spieler (im Prinzip US Amerikaner) sind dann noch am Roster zulässig, 3 dürfen gleichzeitig am Feld stehen. Der frommen Ankündigung mancher sich daran schon 2006 zu halten sind am Ende nur die Vikings und Black Lions nachgekommen. Alle anderen Teams hatten zumindest zeitweise mehr als drei US Amerikaner (inkl. Duals) am Feld stehen. In massiver Form die Blue Devils und Raiders, die in ihrem direkten Aufeinandertreffen mit bis zu 5 Amerikanern gleichzeitig am Feld positioniert waren. Die Gesamtzahl überstieg bei beiden das halbe Dutzend. So gesehen wird man sich in Tirol und Vorarlberg am ehesten auf Veränderungen gefasst machen müssen. 5 US Boys in der Defense werden 2007 wohl nicht mehr erlaubt sein, zwei wird man durch Österreicher ersetzen müssen, oder besser gesagt: durch nicht Klasse A Spieler. Ob Schweizer solche sind ist noch offen. Eventuell hat man hier ein Zuckerl für die Vorarlberger noch in der Hand, der ihnen den Verbleib in der AFL schmackhafter machen soll. Generell gilt aber: Nachwuchs First. Die Kontrollbesuche der letzten Wochen bei Nachwuchstrainingseinheiten dürften nur teilweise zufriedenstellend ausgefallen sein. ‚Sorgenkinder hat man abseits der schönen Erfolge bei den Kampfmannschaften einige, da soll man sich ja nicht davon täuschen lassen.‘, meinte zuletzt ein die Sache pragmatisch sehender AFBÖ Präsident Michael Eschlböck, der ein Fördern auch mit Fordern verbindet. ‚Ohne nachhaltigem Nachwuchsprogramm ist ein Team auf Dauer ganz oben nicht wettbewerbsfähig.‘ so Eschlböck glasklar. 2007 wird daher verlangt, daß die Nachwuchsteams schon im Frühjahr zumindest 2 Partien bestreiten müssen. AFBÖ Vize Karl Wurm sieht das noch rigoroser. ‚Manche traten heuer einfach nicht bei ausgemachten Freundschaftsspielen an und glauben das bleibt ja eh ohne Konsequenzen. Das wird es so nicht spielen. Das gilt für den Nachwuchs, wie für die Kampfmannschaften.‘

Die Entscheidung sich jetzt im Juli bereits zusammenzusetzen, ganze acht Monate vor dem Beginn der nächsten Saison, ist mit Sicherheit eine kluge. Die Diskussionen werden nämlich mühsam, die Entscheidungsfindung schwer, die Meinungen und Standpunkte werden auseinandergehen und zudem noch schwanken. Je früher man sich damit auseinandersetzt, um so besser für den Sport.

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