Der 29-Jährige, der eine 20-monatige Haft wegen illegaler Hundekämpfe abgesessen hat, erhielt von NFL-Commissioner Roger Goodell eine bedingte Spielerlaubnis ab Woche 6 der regular season 2009.

Somit bekommt der ehemalige Quarterback der Atlanta Falcons eine zweite Chance. Fraglich ist nur noch wo. Vick darf einen Vertrag bei einem NFL-Team unterschreiben, die letzten beiden Vorbereitungsspiele absolvieren und wäre ab der sechsten Spielwoche wieder einsatzberechtigt.

Vick bedankte sich in einer ersten Reaktion für das in ihn gesetzten Vetrauen der Liga, will nicht nur wieder in die NFL zurück, sondern auch Wiedergutmachung. Er bekannte sich vor rund zwei Jahren u.a. schuldig eigenhändig mehre Tiere, die nicht zum Hundekampf getaugt haben, getötet zu haben und möchte sich in Hinkunft für den Tierschutz aktiv einsetzen. Er hätte in den vergangenen zwei Jahren viel Zeit zum Nachdenken gehabt, seine Werte hätten sich verschoben und er übernehme im vollen Umfang die Verantwortung für seine Taten. Die Sache sei für ihn mit dem Absitzen der Gefängnisstrafe noch nicht beendet. Es gäbe da noch viel zu tun.

In den letzten Wochen machten sich Spielerkollegen und Trainer für eine Aufhebung der von der NFL verhängten Suspendierung stark.
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21. Juli 09 | 19:00 Wer will Vick?
Michael Vick ist wieder frei
Virginia. Ex-Falcons-Quarterback Michael Vick ist wieder auf freiem Fuße und will in die NFL zurück. Fraglich nur, ob die auch ihn will. Eine Entscheidung über die Aufhebung seiner Sperre offen

Der ehemalige Quarterback der Atlanta Falcons hat seine Strafe wegen illegaler Hundekämpfe verbüßt und ist seit Montag wieder frei. 2007 war er zu 23 Monaten Haft verurteilt worden, von denen er 18 im Gefängnis und weitere zwei mit elektronischen Fußfesseln im Hausarrest absaß.

Nun ist der heute 29-jährige ehemalige Superstar auf der Suche nach einem neuen Team. Aber nicht nur das Interesse der NFL-Mannschaften ist gering, auch liegt es am Liga-Commissioner Roger Goodell zuvor noch eine aufrechte Sperre einer Aufhebung zuzuführen. Der will sich von seiner Reue erst in einem persönlichen Gespräch überzeugen.

Von Atlanta entlassen
Fix ist, dass sein Ex-Team, die Atlanta Falcons, keinerlei Interesse an Vick zeigt und ihn im Juni auch offiziell entlassen hat. Die Falcons hatten durch Vick nicht nur einen enormen Imageverlust hinnehmen müssen, es gingen dem Klub auch etliche Millionen Dollar flöten. 20 Millionen forderten sie von Vick zurück – der begab sich schnurstracks in den Privatkonkurs. Da stellte sich dann heraus, dass der Besitzer eines riesigen Grundstücks und zweier Villen mit über 20 Millionen US-Dollar verschuldet war. Womit vermutlich auch das Motiv für Vicks Straftat gefunden war. Der Mann hatte und hat natürlich auch weiterhin ein veritables Finanzproblem.

130 Millionen legten die Falcons 2004 für Vick auf den Tisch, der als Quarterback einzigartig am Feld agierte. Seine Laufstärke machte ihn zum unberechenbarsten Spieler der Liga und gleichzeitig zum Liebling der Fans und der Werbewirtschaft. Auch bei seinen ehemaligen Sponsoren ist Vick unten durch. Nike hat die Bilder von Tierschützer-Protesten vor ihrer Firmenzentrale noch in lebhafter Erinnerung.

Comeback fraglich
Ob es also mit einem Comeback klappt, hängt nicht nur davon ab ob Vick überhaupt ein Team findet, welches sich einen ‚Michael non grata‘ leisten will, zuvor muss Roger Goodell entscheiden, ob sich die Suche für ihn überhaupt lohnt. Die NFL hat ihn nach den Player Conduct Rules gesperrt und die Sperre ist aufrecht. Zwar wurde noch nie ein Spieler nach der PCR für alle Zeiten gesperrt, Vick könnte aber der erste sein, den man gar nicht mehr haben möchte. Zuletzt wurde einem anderen Sorgenkind, Adam ‘Pacman‘ Jones, eine lebenslange Sperre von der NFL öffentlich angedroht.

Goodell äußerte sich zur Sache bisher vorsichtig bis kryptisch. ‚In der NFL spielen zu dürfen sei kein Grundrecht, sondern ein Privileg‘, ließ er vor kurzem der Öffentlichkeit wissen, was darauf hindeutet, dass die Aufhebung nicht fix ist. Noch im Juli soll es zu einem Vieraugengespräch zwischen Goodell und Vick kommen. Einige Spieler und Coaches sprachen sich für eine Aufhebung der Sperre aus.

Vom Hundekampfzüchter zum Tierschützer?
Offen ist auch die Frage nach Vicks Fitness nach der zweijährigen Zwangspause. Das Training der NFL-Klubs läuft bereits, Vick hält sich mit einem privaten Sportlehrer in seinem Garten fit. Ob das für die NFL reicht, wird allgemein bezweifelt.

Vick selbst darf sich öffentlich nicht äußeren. Freunde und Verwandte teilten der Presse aber mit, dass Vick geläutert sei und sich Tierschutzvereinen zur Verfügung stellen will. Organisierte Hundekämpfe sollen auf jeden Fall der Vergangenheit angehören.

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