Breaking News: Die San Francisco 49ers besiegen die San Francisco 49ers in einem knappen Monday Night Football Schlagabtausch!

Drei kleine Hinweise, wenn man schon den defending Champ bei Passing, Rushing und First Downs an die Wand spielt:

  1. Drei Turnovers innerhalb der gegnerischen 30-Yard-Linie führen im Regelfall nicht zu Punkten.
  2. Snaps sind die Sache, wo der eine dem anderen den Ball ruhig und kontrolliert zukommen lässt, als ob er ein Geschenk, ein Segen, nicht ein Stück brenneder Kohle ist.
  3. Der goldene Sohn sollte nicht nur den kalten Stein, sondern auch das braune Ei hin und wieder in den Blick nehmen.

Für die Saints bedeutet das Spiel, dass die Defense noch immer, wie letztes Jahr alles, was sie im kleinen suuboptimal macht, mit Big Plays wieder wettmacht, dass Reggie Bush für sechs Wochen ausfällt (was laut Football Outsiders ein gutes Zeichen ist, averagen die Saints seit 2006 ca. einen TD mehr, wenn er nicht mitspielt), und dass nach diesem harten Duell eine kurze Woche zwischen ihnen und den Falcons steht, die bei ihrer Playoffrevanche gegen die Cardinals fast eingeschlafen und somit vielleicht einen Tick ausgeruhter sind.

Andere Highlight-Games waren wohl Houstons OT-Thriller gegen Washington, wo die Texans abermals beweisen konnten, dass sie 2010 endlich ein four-, ja sogar ein five-quarter team sind. Kudos für Matt Schaub für fast 500 Yards Passspiel, Andre Johnson für diesen 4th and 10 TD zum Ausgleich nachdem die Texans schon 17 Punkte hinten waren, und Gary Kubiak für’s eiskalte Timeouthändchen. Außerdem haben wir gelernt, dass Mark Sanchez QB spielen kann. Der Jets-Sieg gegen die Patriots war ein super Effort, keine Frage, aber ein bisschen frage ich mich, ob das Spiel nicht eher einen Decline der Pats, als die erwartete, versprochene Awesomeness der Jets signalisiert.

Jay Cutler ist 2-0, Tony Romo 0-2, und keiner will’s gewesen sein. Ein leicht nervöser Freund von mir, der Bears-Fan ist, warnte aber, dass dieser Chicago-Sieg in Dallas wie der Sieg gegen Pittsburgh letztes Jahr sein könnte: Man schlägt ein vermeintlich gutes, aber in Wirklichkeit massiv überschätztes Team in seiner schlechtesten Phase, und zieht daraus Schlüsse für die Saison. Sind wir also mal Vorsichtig mit den Schlüssen, aber bisher müssen wir unser Bild von den Bears massiv revidieren: Das sieht soweit sehr gut aus. Wie auch Tampa Bay, übrigens, ein Spaß, denen beim, ähm… Rebuild zuzuschauen. Aber für das 2-0 der Bucs gibt es ja eine Regel, die es eh nicht so überraschend dastehen lassen sollte. Der letzte der NFC South spielt in der Folgesaison immer super, playoffsuper sogar. Mal sehen, wie weit Josh Freeman es tatsächlich bringt, aber defensiv wie offensiv passt grad alles in Tampa. Die verrückteste Statistik der Woche? Freeman schlug Carolina nachdem sie ihn fünf mal intercepted haben letztes Mal, 2009. Das ist, man glaubt es kaum, die Regel: Dies war der achte derartige Comebacksieg in Folge, in dem ein QB ein Team schlägt, das ihn zuvor mindestens fünf Mal abgefangen hat. Seit 2005 hält die Serie.

Ansonsten gab es das Weekend nur eine furchtbar einseitige und langweilige Manning Bowl II, deren Highlight der Helmwurf von Brandon Jacobs war (bin gespannt, welches Team sich den schnappt), den man nur als eine passende symbolische Protestaktion gegen die unzähligen in der NFL herumfliegende Helme deuten kann, eine Brett Favre-Performance, die nur von der Joe Flacco-Performance unterboten wurde, und jede Menge anderer QB-Konstellationen, die aber im Gegensatz zu den beiden grad erwähnten tatsächlich Einfluss auf die Starter-Frage haben. Michael Vick spielte super, wird aber nächste Woche trotzdem für Kevin Kolb gebencht. Vince Young wurde für Kerry Collins ausgewechselt, der aber genausowenig gegen diese Steelers Defense (Holy!) anrichten konnte. Jason Campbell machte in Oakland Platz für Bruce Gradkowski, der das Team zum Sieg führte und schon letztes Jahr die Bengals und Steelers geschlagen hat. Bei den Steelers wird vermutlich Charlie Batch, der 4th-stringer, auflaufen, da Dennis Dixon für drei bis fünf Wochen verletzt ist. Jimmy Clausen erhält seinen ersten NFL Start, weil Panthers-HC John Fox um seine zukünftige Karriere coacht, und Matt Moore zu lange braucht, um ihm die selbige zu retten. Ryan Fitzpatrick übernimmt bei den Bills das Ruder von Trent Edwards, was – der Gradkowski-Entscheidung nicht unähnlich – eigentlich erstaunlich viel Sinn macht. Und wer in Arizona werfen wird, ist nach Woche zwei sogar noch unklarer als während des Sommers.

Alles in allem also trigger happy Coaches wohin man blickt. Welche dieser Entscheidungen Früchte tragen wird, wird sich erst später herausstellen, aber eine spannende Situation ist dieses QB-Chaos in einer QB-driven Liga allemal. Irgendwann müssen die Teams ja schließlich wieder Stabilität in die vermeintlich wichtigste Position am Roster bringen.

Random Thoughts:

  • Eagles LB Ernie Sims hat übrigens mit dem (viel zu knappen) 35:32 Sieg über seine Ex-Lions das erste Mal seit 1000 Tagen gewonnen. Wir danken Peter King für diese herrlich nutzlose, aber doch amüsante Information.
  • Der Tod von WR Kenny McKinley ist ein tragischer Schlag für die Broncos. Kein Team überwindet derartige Verluste leicht, erst Recht nicht, wenn sie wiederholt in kurzen Abständen passieren.
  • Bei den vielen Verletzungen heuer ist glaube ich 2010 wirklich das Signaljahr schlechthin für Teams, die kaum langjährige Aufbauarbeit, Draftstrategie oder Depth-Fokus aufweisen können. Gleichzeitig werden wir vermutlich auch mehr Backups-die-zu-Superstars-werden sehen.

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