Von den Teams im Aufwärtstrend sind hier ganz besonders die Buccaneers zu erwähnen. Raheem Morris nahm den schlechtbezahltesten und jüngsten Kader der NFL in Woche 1, verlor etliche Starter bzw. Leistungsträger und hohe Draftpicks an Verletzungen und endet eine Overtimeniederlage von einer Playoffteilnahme entfernt bei einem 10-6 in der härtesten Division der NFL. Zuletzt nahm er Josh Freemans Truppe mit nach New Orleans, um endlich den lange herbeigewünschten Sieg gegen ein winning team zu schaffen. Chase Daniels hin oder her, die Bucs gewannen verdient im Superdome, und Freeman ist dort ungeschlagen.

Mit den Siegen der Packers und Giants war aber eine Playoffteilnahme für die Bucs nicht möglich, was nun auch die zweite bemerkenswerte NFC South Regel bricht: Erstmals seit Bestehen der Division kam das letztplatzierte Team des Vorjahres nicht in die Playoffs. (Die Saints haben heuer das in der Division bisher nie dagewesen Kunststück vollbracht, back-to-back-Playoffauftritte zu erspielen.) Die Giants sind wie die Bucs mit 10-6 aber sicher fair, und freuen sich darüber, dass die 7-9 Seahawks auch mal mitspielen drüfen.

Es ist nicht ganz klar, wie es so weit kommen konnte. Dieser eine unfassbare Spot hatte vielleicht was damit zu tun. (Es ist natürlich ein herrlicher Zug des Schicksals, ein Spiel, in dem ein 7-9 Team ein Playoffheimspiel ergattern wird, durch derartig grottenschlechte Schiedsrichterei mitentschieden zu lassen.) Auch die Frage, ob Sam Bradford heuer nicht ein wenig unter seinem Ko-Personal litt, wurde in dem Spiel dank vieler hässlicher Drops bejaht. Bradford ist erst der dritte Rookie QB in der Geschichte der NFL, der für 3000 Yards warf. Seine company? Der eine, ein gewisser Peyton "Sowieso" Manning, wurde gerade in seine elfte Pro Bowl einberufen und führte sein Team zum neunten Mal in Folge zu double digit wins und einer Playoffteilnahme. Der andere, Matt "#1 Seed" Ryan, hat derzeit die zweitbeste aktive Siegesbilanz (.717, hinter Tom Bradys .776)  und glich den Sonntag Dan Marinos Rekord für Siege in den ersten drei Karrierejahren (33) aus. Gute Company, Sam. Steve Spagnuolo hat die Defense massiv rehabilitiert in diesem Jahr (von 31 auf 12 in Scoring, von 31 auf 19 in DVOA) und holte Bradford einen fantastischen Tackle, Roger Saffold, mit dem zweiten Pick im heurigen Draft.

Die Rams sind wie die Bucs in einem Rebuild-Jahr viel weiter gekommen als erwartet, und versprechen Gutes für die langfristige Zukunft. In der kurzfristigen Zukunft warten auf zwölf Teams die Playoffs, und die meisten verabschiedeten sich aus der regular season in beeindruckender Weise. Chicago und Philly verloren zwar knappe und für ihre Playoffs bedeutungslose Duelle, und die Saints waren nicht ganz den Bucs gewachsen, aber im Großen und Ganzen sehen alle Playoffteams playoffwürdig aus – mit Ausnahme der Seahawks, natürlich, und der Chiefs, die zwar auch nichts mehr zu gewinnen hatten, aber dennoch miserabelst aussahen. Ob man sich hier rechtzeitig für die Ravens wappnen wird können, trotz der Charlie Weis-Ablenkung? Eine spannendes Wochenende ist uns gewiss. Außer vielleicht im Staate Washington.

Random Thoughts

  • Erinnern wir uns noch an die statistisch sicher unsignifikante Pick Six explosion, die man heuer miterleben durfte? Seit 2003 gab es nicht mehr so viel Interception Return TDs, und das, obwohl die Interception-Prozentzahl ligaweit auch heuer, wie schon die ganzen Nuller Jahre lang, stabil um die 3.0 % herum lag. Ob es wirklich der Ansatz eines Trends oder ein Ausreißer ist (wie z.B. das freakige 2008, als ca. 10 % der üblichen INTs einfach verschanden) wird sich wohl erst in Zukunft zeigen.
  • Selten so ein wunderschönes Defense-Match gesehen, wie Green Bay gegen Chicago.
  • Wir gratulieren Kollegen Christoph Wagner herzlich zum verdienten Saisonsieg bei unseren Expert Picks. Ein Artikel, der sich genauer mit den Picks und unseren Offseason Predictions auseinandersetzt, folgt noch in den kommenden Tagen.

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