Österreich war durch den Investmentbanker Gabriel Dielacher und den Gladiators Vorstandsmitgliedern Paul Edelsbrunner und Andreas Mayer vertreten.
Zielsetzung der Sitzung war ein gegenseitiges Kennenlernen der Ligavertreter, des Comissioners, Schiedsrichterverbandes, wie auch des Disziplinarausschusses und die Abklärung von technischen Details im Hinblick auf die Registrierung der für die SELAF-Spielserie spielberechtigten Spieler.

Alle Vereine können nun bis Mitte März einen 53 + 5 Mann (Injury Reserve) Roster anmelden. Die Nettospielzeit wird auch nach Vorschlag des Comissioners und der Gladiators von vier mal zehn auf vier mal zwölf Minuten angepasst. Gespielt wird voraussichtlich in zwei Gruppen, inklusive Interconference-Spielen, sowie auch mit einem Play-off-System zum für den 20. Oktober geplanten Saisonfinale. Es wurden mehrere Variationen von Spielplänen grundsätzlich abgestimmt. Ein endgültiger Spielplan wird bis 22.Dezember vorliegen.

Hektische Last-Minute Meldungen

Im Vorfeld der Ligasitzung ging es noch hektisch zu, nachdem in den Tagen zuvor seitens weiterer Vereine dringendes Interesse an einer SELAF-Teilnahme deponiert wurde. Goran Nisavic, Initiator der SELAF-Spielserie dazu: ‚Wir haben derzeit neun Kandidaten für – aus heutiger Sicht – sechs verfügbare Plätze. Wir werden uns bemühen, hier mit den Vereinsvertretern eine bestmögliche Lösung auf die Beine zu stellen."

Grundsätzlich geht man davon aus, dass die Liga 2007 auf sechs Teams aufgestockt wird – ein Spielmodus mit sieben Teams wurde von den Beteiligten Vereinsvertretern für grundsätzlich gut durchführbar befunden. Für 2008 wurden bereits weitere Vormerkungen zur Kenntnis genommen.

Die Gladiators zeigten sich nach der Sitzung mehr als zufrieden. Glads Manager Andreas Mayer: "Die Sitzung war enorm konstrunktiv und innovativ. Nachdem wir vorher schon gute Kontakte zu den SELAF-Teams hatten wurden unsere Erwartungen noch übertroffen. Die Liga sprüht vor Ideen, wir konnten uns hier gut einbringen und, so hoffe ich, auch wichtige Impulse geben."

Die Zagreb Thunder Überraschung

Nachdem bereits seit einiger Zeit über eine mögliche Beteiligung von norditalienischen Teams an der SELAF gemunkelt wurde, lieferten die Zagreb Thunder die Überraschung des Abends, als sie ihrerseits den Wunsch an einer Teilnahme bereits im kommenden Jahr anmeldeten. Hintergrund: Infolge der derzeit laufenden NFL-Live Übertragungen hat sich in Kroatien eine rege Szene entwickelt und Thunder konnte seine Kadergröße von 25 auf ca. 60 Spieler ausbauen und man bastelt mittlerweile bereits an einem Jugendteam. Während die etablierten SELAF-Teams den Bewerbungen aus Österreich, Ungarn und Italien grundsätzlich positiv gegenüberstanden (Gladiators wurden einstimmig aufgenommen), geht man bei der SELAF jedoch davon aus, dass man die Thunder lieber erst 2008 in der SELAF sehen möchte, im kommenden Jahr jedoch bestmöglich dazu beitragen will, die Entwicklung des kroatischen Footballs weiter aktiv zu fördern. Spieler der Zagreb Thunder sollen 2007 bei den Gladiators mitspielen.

Kroatisch-Burgenländische Freundschaft

"Wir waren vor der Sitzung beim Training der Thunder in Zagreb", so Andy Mayer, "Nachdem sie in der kommenden Saison noch nicht mitspielen können, werden wir einige ihrer Spieler zu uns holen und auch mit dem Verein eng kooperieren. Geplant sind gemeinsame Trainingseinheiten und die Organisation von Freundschaftsspielen. Wir wollen den Kroaten helfen für 2008 eine schlagkräftige Truppe zu formen, um dann mit einem eigenen Team in der SELAF antreten zu können. Das hilft beiden Mannschaften."

Die Angst vor der Monstersaison legt nun auch Mayer langsam ab. "Ich war doch ein wenig besorgt nach der AFBÖ Ligasitzung, die uns den überraschenden Aufstieg in die erste Division I brachte, ob wir dieses Programm denn auch durchstehen können. Das Team war nur euphorisch – Packen wir es an! Mittlerweile ist meine Skepsis doch gewichen. Wir haben derzeit 35 Mann in der Kampfmannschaft und es werden bis zum Saisonstart noch mehr sein. Derzeit haben wir einen tollen Zulauf zu verzeichnen und das Nachwuchsprogramm läuft ebenfalls sehr gut. Sagen wir es so: Der erlaubte Roster in der SELAF von 53 Mann mit 5 Spots für verletzte Spieler wird uns womöglich noch entgegenkommen, sollte sich die Sache in der Dynamik weiterentwickeln. Wir rekrutieren neue Spieler und Nachwuchs aus unserem Umfeld und es gibt Spieler die von anderswo zu uns finden. Den Plafond haben wir noch nicht erreicht. Wir müssen jetzt die Basis legen für unsere Zukunft. Wir haben die Chance langfristig ein gutes Footballteam in Österreich um im europäischen Raum zu werden. Ich bin darüber noch immer überrascht – blicke ich zwei Jahre zurück – wo waren wir da? Daher müssen wir diese Möglichkeiten jetzt nutzen, auf der positiven Welle surfen, denn es kommen auch wieder stürmische und windstille Tage auf uns zu. Alles in allem ist das was derzeit passiert für den Verein aber reiner Wahnsinn. Ich hab die Jungs noch nie so aktiv, so aufgedreht und motiviert erlebt. Das macht viel Spass zur Zeit."

Amerikaner bei den Glads?

Zum Thema Klasse-A Spieler bei den Gladiators meldete sich Quarterback und Neo-Sponsorensucher Bernhard Kamber zu Wort. "Legionäre sind definitiv ein Thema", so der Kärntner, "allerdings nur dann, wenn wir das nötige Geld dafür aufstellen können. Es schaut zur Zeit aber nicht allzu schlecht aus. Wir sind an einigen Kooperationen dran, sollten sich hier weitere Partnerschaften ergeben, dann wird die Sache spruchreif."

Wer würde dann im Blickfeld der Gladiators stehen? Kamber hat gute Kontakte zu einigen ehemaligen Mitspielern aus den USA, darunter auch zu Runningback Keath Bartynski. "Keath hätte Football-Austria wohl gerne!? Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir uns den leisten können und wollen, aber wenn, dann werden es ein oder zwei Spieler aus der gehoben Importklasse sein, die bereits in Österreich gespielt haben. Vor allem müssen sie ins Team passen und uns auf Positionen eine echte Verstärkung sein", so Kamber abschließend.

SELAF-Schlüsselfiguren Nisavic und Dielacher

Goran Nisavic berichtete über einen erfreulichen Ausblick im Hinblick auf die geplante Präsenz der SELAF in den Bereichen Printmedien und TV. Seitens des Sponsor- und Mediapartner-Pools wurde der Wiener Investmentbanker Gabriel Dielacher in den Ligavorstand kooptiert.

Dielacher im O-Ton nach der Sitzung: ‚Was das Publikumsinteresse betrifft, hat American Football den in der Region bereits etablierten Sportarten wie Fußball zuletzt ernsthaft Konkurrenz gemacht, oder diese gar bereits ausgebremst. Der auf lokaler Ebene aufgeflammte Enthusiasmus für diesen Sport trifft sich vorzüglich mit der seitens der NFL auf verschiedensten Ebenen mehr oder weniger subtil lancierten weltweiten Expansionsstrategie. Ich sehe meine Aufgabe der SELAF und den dort involvierten Teams im Interessensdreieck Wirtschaft – Medien – Vereine als Moderator unterstützend zur Seite zu stehen. Jetzt gilt es, Medien und Wirtschaft behutsam, aber dennoch wohl strukturiert, mit dem Thema American Football vertraut zu machen und die Vereinsstrukturen durch entsprechende Hilfestellung bei der Anbindung an die Wirtschaft dauerhaft in ihrer Substanz zu stärken. Die SELAF bietet hierfür eine bestmögliche Plattform. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe.‘

Die Sitzung klang danach bei einem gemeinsamen Abendessen sehr harmonisch aus.

SELAF Roundup

Powerhouse Belgrad
Die Belgrade Vukovi haben vor einigen Wochen mit dem Vukovi Powerhouse ihr eigenes Krafttrainingszentrum eröffnet, man trennte sich gleichzeitig einvernehmlich vom langjährigen Trainer Igor Hoffmann. Hoffmann: ‚Ich bin bei den Vukovi am Gipfel meiner Möglichkeiten angelangt‘Goran Nisavic: "Es gibt in Serbien keinen besseren Trainer als Hoffmann – wir werden uns daher im Ausland umsehen müssen und sind jetzt dabei den Trainerstab für die kommende Saison auf die Beine zu stellen."

Die Vereinsführung hält sich da noch weitgehend bedeckt. Bislang unbestätigte Gerüchte: Bereits seit einer Woche sei in Belgrad ein der Öffentlichkeit noch nicht bekannt gemachter Alumni der Alabama Crimson Tide als Defensive Coordinator am Werken – angeblich gelernter LB/DE mit serbischer Abstammung und dort seinerzeit Zimmerkollege eines Herrn Namens Shaun Alexander. Auf der Homepage liest man jedoch noch: Headcoach gesucht!

Bürgermeister Challenge
Die Bürgermeister der Hauptstadt Belgrad und des SELAF-Champions Kragujevac überbieten sich wechselseitig in der regelmäßigen Konsumation von NFL-Live Übertragungen. Beiden Teams wird seitens der öffentlichen Hand mit der Bereitstellung von auf Footballsport abgestimmten Trainingszentren kräftig unter die Arme gegriffen.

Equipment
In den kommenden Wochen wird aus Serbien eine Sammelbestellung von mehr als 500 Ausrüstungssets abgehen. Im Umfeld der SELAF überlegt man sich, wie man die damit erzielten Preisvorteile Spielern und Vereinen von Nicht-SELAF-Teams zugänglich machen kann.

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