Die neue Regelung hätte Franchises mit besseren Draft Picks dafür belohnt, wenn sie einen Angehörigen einer Minderheit zum General Manager oder Head Coach machen. Die Teambesitzer stimmten in einer Telefonkonferenz gegen diesen Antrag. Zuvor wurde dieser, Berichten zufolge, unter den Teams kontrovers diskutiert.

Aktuell sind über 70 Prozent der Spieler Angehörige einer Minderheit. In den Führungsebenen der NFL-Klubs spiegelt sich dieses Verhältnis jedoch gar nicht wider. Nur zwei General Manager und vier Head Coaches gehören Minderheiten an.

„Rooney-Rule“ wird ausgeweitet

Allerdings haben die Teambesitzer verbesserte Möglichkeiten für Angehörige von Minderheiten in Führungspositionen zu kommen verabschiedet. Die 32 Teams sind künftig dazu verpflichtet zwei Kandidaten von Minderheiten für freie Trainerposten zu interviewen, statt bisher nur einen. Bei der Besetzung eines Coordinators oder General Managers muss nun ebenfalls mindestens ein Angehöriger einer Minderheit eingeladen werden.

Darüber hinaus ist die sogenannte „Rooney-Rule“ in Hinkunft auf eine Vielzahl von Führungspositionen anzuwenden. Die Teams müssen nun Minderheiten und/oder weibliche Bewerber in die Befragungsprozessen für alle Front-Office-Positionen auf hoher Ebene einbeziehen. Dazu gehören Klubpräsidenten und leitende Angestellte in den Bereichen Kommunikation, Finanzen, Personalwesen, Recht, Football, Vertrieb, Marketing, Sponsoring, Informationstechnologie und Sicherheit. Das Ligabüro wird diese Anforderungen ebenfalls einhalten.

„Wir glauben, dass die Schritte und Initiativen dazu beitragen werden, Fortschritte in diesem Bereich zu erzielen“, sagte NFL Commissioner Roger Goodell. Vor allem ist unsere Arbeit nicht erledigt. Wir konzentrieren uns weiterhin auf eine Reihe anderer Initiativen, bis wir in diesem Bereich größere Erfolge erzielen.“

Verbesserungsbedarf sieht auch Troy Vincent, Executive Vice President für Fußballoperationen der NFL und ehemaliger Spieler und Präsident der Spielergewerkschaft. „Wir haben uns in diesem Bereich schlecht geschlagen“, war sein Kommentar zu den letzten zwei NFL Saisonen.

Nach der Saison 2018 verloren acht Cheftrainer ihre Arbeit. Nur eine Stelle wurde von einem Minderheitskandidaten besetzt (Brian Flores für die Miami Dolphins). Nach der letzten Saison wurden fünf Stellen frei und mit Ron Rivera (Washington Redskins) nur ein Minderheitskandidat neu eingestellt.

Wiederöffnung verläuft schleppend

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ersetzte eine Telefonkonferenz unter den 32 Teambesitzern das geplante Frühjahrstreffen in Marina del Rey, Kalifornien. Das Jahrestreffen der Liga im März in Florida wurde abgesagt.

Am selben Tag wurde den Teams eine begrenzte Wiedereröffnung ihrer Trainingseinrichtungen gestattet. Die meisten Klubs taten das aber aufgrund von lokalen Beschränkungen in ihrem Bundesstaat nicht.

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