Ganz innig willkommen heißen ihn dabei die Chrysler Vikings, welche seit zwei Jahren in einem Missverhältnis zur mittlerweile rein deutschen Fluktuationsliga mit holländischer Beteiligung stehen. "Österreich lebt vom Tourismus", so ein schmunzelnder Vikings Präsident Karl Wurm, "daher freuen wir uns über jeden ausländischen Besucher im schönen Wien."
Teamnews Vikings: NEUER RASEN FÜR DAS FOOTBALL FINALE
Wie willkommen ist Fatah tatsächlich?
"Nur über meine Leiche entsenden wir Spieler an die NFLE! Sie nehmen uns österreichische Spieler weg, die wir dann durch kostspielige Imports ersetzen müssen. Wir bekommen keine Ablöse oder ähnliches, so kann es nicht gehen. Wie gefährlich ein Engagement in der NFLE ist musste Florian Grein von den Tyrolean Raiders erkennen, der sich im Februar zu Beginn des Trainingslagers in den USA das Kreuzband einriss und noch heute nicht einsatzfähig ist.", so Wurms recht eindeutiges Statement.
Grein ist nach wie vor in der "Obhut" der NFLE, welche befürchtet, dass sie der Tiroler verklagen kann, ist er bei seiner Entlassung nicht wieder zu 100% rehabilitiert. Man kann getrost von sportlicher Schutzhaft sprechen, wobei der Gefängnisbetreiber dabei der Schutzsuchende ist. Der Besuch Shuans kann auch unter dem Aspekt der Rechtfertigung seines Jobs gesehen werden. Mama NFL hat auf seine europäische Tochter ein Argusauge geworfen, da in good old europe vieles im Argen liegt. Der Zuschauerschwund in den letzten Jahren hat die Teams aus Spanien und Großbritannien dahingerafft, man konzentriert sich seither auf das Kernland Deutschland, wo es aber nun auch keine roten Rosen mehr regnet. Einige GFL Teams stehen der NFLE ähnlich gegenüber wie die Vikings, was man in den Staaten natürlich gar nicht gerne sieht.
Die Abneigung der Vikings gegen die NFLE war nicht immer da, ist jedoch empirisch (an)gewachsen. In früheren Zeiten begrüßte man sogar deren Interesse an Spielern der Wikinger, was sich nicht schlagartig, sondern schleichend geändert hat. Legendäre Auftritte von Scouts bei Juniorenmatches, wo sie es sich samt Bierglas in der Endzone auf einem Klappsessel gemütlich machen wollten (Wurm drohte damals mit sofortigem Rauswurf von der Schmelz), haben dazu ebenso beigetragen, wie die dekadente bis ignorante Art bei der Behandlung der ausgesuchten Spieler. "Die Spieler bekommen einen Schrieb wo sie am Tag X um 10 Uhr in Frankfurt sein sollen. Anfahrt, Verpflegung, Taggeld etc. sollen gefälligst wir oder die Spieler selbst zahlen. Als ob wir glücklich darüber sein müssten, dass sie uns unsere Spieler wegnehmen. Das ist eine Unart und so gar nicht europäisch. Früher sahen wir das als Auszeichnung für unsere Arbeit, heute kann ich guten Gewissens keinen Spieler empfehlen zu einem Tryout der NFLE zu fahren. Ich kann niemanden vorschreiben was er in seiner Freizeit zu tun hat, Freistellung bekommt bei uns aber keiner mehr dafür, so lange es keine Regelung gibt, welche uns nicht als Deppen dastehen läßt. Ich stelle mir vor, daß es neben der Einladung auch noch ein Ticket, Verpflegung und ein Reporting gegenüber dem Verein gibt. Ganz zu Schweigen von einer Ablöse an diejenigen die jahrelang in den Spieler investiert haben."
Zu Fatah, so Wurm, habe er persönlich ein gutes Verhältnis, was aber nichts an seiner Haltung gegenüber der NFLE ändere. "Shuan Fatah bekommt selbstverständlich einen VIP Sitzplatz und wird von uns mit aller Gastfreundschaft hofiert. Ich freue mich persönlich auch darauf ihn wieder zu sehen. Er soll sich ein gutes Bild von uns und den Lions machen können. Ich habe aber auch klargemacht, dass es im Stadion keine Möglichkeit mehr geben wird mit den Spielern direkt in Kontakt zu treten. Ich will nicht mehr sehen, daß Leute sich am Spielfeld tummeln, die dort überhaupt nichts verloren haben und dazu gehören auch Vertreter der NFLE."
Gruber fraglich
Beim gestrigen Training verletzte sich OL Valentin Gruber im Duell mit Norbert Baumberger am Knöchel. Er ist derzeit bei Teamarzt Dr. Stefan Schenk in Behandlung und für die Eurobowl am Samstag fraglich.
Deutsche verpflichtet?
2006 könnten wieder deutsche Vereine im Kampf um die Eurobowl eingreifen. Nicht ganz freiwillig, sieht die EFAF nämlich für eine Nichtteilnahme beim EFL Bewerb eine empfindliche Geldstrafe vor. Die deutschen Teams haben es die letzten beiden Jahre vorgezogen nicht am Bewerb teilzunehmen, dies zwar bedauert und mit dem Terminstress in der GFL begründet. Es scheinen daher nur mehr die EFAF-Cup Teilnehmer der Deutschen im Top 20 Ranking auf, welches sich illustrer Weise nur aus 19 Teams zusammenstellt. Gleich vier österreichische Teams sind dort vertreten. Um auf dieser Top 20 Liste einen Platz zu bekommen, muss man lediglich in einem europäischen Bewerb mitmachen. Gewinnen tut dafür keine Not – man ist dann so oder so Top. Erster und letzter Platz auf diesem wenig aussagekräftigen Papier sind daher auch fix in heimischer Hand. Die Marburg Mercenaries als EFAF-Cup Sieger sind auf Platz 5 das derzeit bestplazierte deutsche Team. Den letzten Vergleich eines deutschen Top-Teams mit einem österreichischen gab es 2003. Damals standen die Braunschweig Lions im Finale der Eurobowl und konnten die Chrysler Vikings in Braunschweig knapp besiegen. Die Duelle im EFAF-Cup hat man zuletzt deutlich verloren.

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