FA: Gemeinsam mit Tobias Oberzeller willst du ein österreichisches Football-Magazin am Markt etablieren. Wie ist der Status Quo und was wollt ihr mit dem Heft erreichen?
Dr. Manfred Schlitzer: Mit Meisterschaftsstart 2010 gibt’s unser Magazin KICK OFF. Erstmals verteilt wird es bei der Cheerleadermeisterschaft am 13. März im Dusika Stadion. Es wird sich der gesamten Pallette des Footballs widmen. Vom klassischen Tackle-Football über den Flag- und Nachwuchsbereich bis hin zum Cheerleading. Wir wollen nicht nur den Spitzensport darstellen, sondern das gesamte Phänomen Football. Man darf uns nicht missverstehen: Wir können und wollen keine aktuelle Football-Berichterstattung liefern, dazu gibt es ja football-austria.com. Internetmedien sind da wesentlich flotter unterwegs als die ‚alte Dame Print.‘ Wir wollen mit Kick off aber den Football von seiner attraktivsten, buntesten Seite zeigen, den Fans und der Wirtschaft Appetit auf das Gesamtpaket Football machen.

Du hast bis Jahresende für die SportWoche, sprich den Styria Verlag, gearbeitet. Da hast du erzählt, dass sich ein Football-Heft, etwa für die EM 2009 in Wolfsberg, nicht rechnen würde…
Als Verkaufsmagazin ganz bestimmt nicht. Die Styria hatte aber auch schwere Bedenken in Bezug auf ein Gratisheft, das beim Event verteilt und der SportWoche beigelegt wird. Das liegt wohl an den geschmalzenen Bürokratiekosten, die sich der Verlag aufhalsen muss. Wir produzieren KICK OFF im Rahmen unserer eben in Gründung befindlichen Firma Sports Media Services SMS. Wir sind personell extrem schlank aufgestellt, arbeiten in einem 30-Quadratmeter-Büro im Medienhaus unseres Ex-Chefs Herbert Pinzolits in der Wiener Kaiserstraße. Unser gesamter Mini-Verlag besteht nur aus Herbert Eichinger (Ex-Chefredakteur des Sportmagazins), Claudia Pekar (Ex-Marketing bei Premiere) und mir. Alle anderen Beteiligten arbeiten projektbezogen mit uns zusammen. So können wir um Hausecken günstiger produzieren als ein Riesenverlag.

Und wie wollt ihr das Heft an den Leser bringen?
Alle österreichischen Footballklubs und vor allem der Verband AFBÖ mit Michael Eschlböck haben uns ihre Unterstützung beim Vertrieb zugesagt. Vor Ort übernehmen dann die einzelnen Klubs die Verteilung. Derzeit wird bei uns eine Auflage von 35.000 Stück nachgefragt. KICK OFF soll es bei jedem österreichischen Footballspiel geben und bei jeder football-affinen Veranstaltung. Und zwar gratis!

Die Finanzierung erfolgt rein über den Anzeigenverkauf?
Richtig. Und da haben wir einen Volltreffer gelandet. Wir haben Tobias Oberzeller als Co-Herausgeber und Anzeigenleiter gewonnen. Er ist nicht nur ein alter Freund aus glorreichen Sportmagazin-Tagen, sondern er lebt Football. Das hat er ja als Puls4-Moderator an deiner Seite bewiesen, aber auch als Veranstalter der Vikings Business Lounge. Und nicht zuletzt ist er ein grandioser Verkäufer.

Wie oft soll KICK OFF erscheinen?
Wir haben uns mit Blick auf die Heim-WM 2011 an dieses Projekt herangewagt. Heuer wird es nach dem Heft zum Saisoauftakt noch eine Ausgabe zur Austrian Bowl bzw. zur EM in Deutschland geben. Und ein drittes im Herbst, das sich dem NFL-Auftakt, vor allem aber dem österreichischen Nachwuchs und dem Flag Football widmet. 2011 soll ein Super-Bowl-Special, wiederum der Season-Guide und schließlich das Megaheft zur Heim-WM folgen. Bis dahin hoffen wir KICK OFF so etabliert zu haben, dass wir aus der Footballszene und vom Markt nicht mehr wegzudenken sind.

Wer arbeitet sonst noch bei Kick off mit?
Es haben die Kolumnisten Michael Eschlböck, Walter Reiterer, Daniel Fettner und Verena Czech-Böhm dankeswerter Weise unentgeltlich mitgearbeitet. Sonst wäre so ein Magazin kaum zu produzieren. Herbert Eichinger und Tobias Oberzeller gehören sowieso zur Stammmannschaft von Kick off, Helmut Salzwimmer und Martin Obermayr sind fixe Partner in unserem SM-Team.  Grandiose Arbeit haben vor allem die Fotografen Christian Hofer, Herbert Kratky, Florian Schellhorn und Paul Feuersänger geleistet.

Wie ist der Anzeigenverkauf gelaufen? Habt ihr viel Geld in den Sand gesetzt?
Wir wollten ursprünglich mit 24 Heftseiten plus einem etwas schwereren Umschlag starten. Das überraschend starke Echo in der Inseratenwirtschaft hat uns zu einer Erweiterung auf  36 Seiten ‚gezwungen‘. Wir werden mit diesem Heft zwar nicht reich, aber wir schreiben fesche schwarze Zahlen.

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