Aber auch die ‚Reggie Bush Saints‘ aus New Orleans wollen dort oben mitmischen. Football-USA klärt den verwirrten Leser auf.
Atlanta Falcons

‚Er wird es nie lernen‘, sagen die einen. ‚Er wird es noch lernen‘, die anderen. Atlantas Offensive Coordinator Greg Knapp befindet sich in letztgenannter Gruppe, die sich vorstellen kann, dass Michael Vick noch ein guter Quarterback werden kann. Man will gar nicht mutmaßen wie viele graue Haare der personifizierte Lost Fumble den OC bereits gekostet hat. Der neue QB Coach Bill Musgrave dürfte mit Vick ebenso seine liebe Mühe haben, denn in seiner sechsten Saison sollte der 26-Jährige sein Spiel auch langsam der Positionsbezeichnung anpassen. Auch wenn Vick über einen der stärksten Arme der gesamten Liga verfügt, ließ er bislang Geduld, Zielsicherheit und Abgeklärtheit vermissen, allesamt wichtige Zutaten um ein ganz Großer zu werden. Im dritten Jahr in dem Head Coach Jim Mora jr. die West Coast Offense praktizieren lässt, sollte diese dann auch einmal vom QB höchstselbst gespielt werden. Zu oft schon versuchte der erste Pick des 2000er Drafts einfach zu laufen, wenn seine erste Anspieloption abgedeckt war. Langsam stellen sich die Verteidigungen der NFL und der Division auf das Rezept der Falcons ein. So beispielsweise letzte Spielzeit, als Vick gegen die Panthers (insgesamt 3 Interceptions) oder die Buccaneers (2 verlorene Fumbles) durch eigene Fehler den Partien entscheidende Wendungen gab.

Es wäre also besser, wenn Vick 2006 zeigen kann, dass er nicht nur ein außerordentlich guter Läufer ist, sondern den Ball auch dahin werfen kann, wo ihn nur der eigene Mann fangen kann. Unnötig zu erwähnen, dass er seine bisherige Saisonbestleistung von 2936 Passing Yards und 16 TDs dabei übertreffen sollte. Neben TE Alge Cumpler sollen ihm dabei vor allem die beiden WR Michael Jenkins und Roddy White helfen. WR Brian Finneran, seines Zeichens einer der sichersten Passempfänger Vicks, muss nach seinem im Camp erlittenen Kreuzbandriss, vom kürzlich ertradeten Ex-Bronco WR Ahsley Lelie ersetzt werden. Dagegen wird das Laufspiel mit RB Warrick Dunn wiederum zu den besseren der Liga zählen.

Wengleich Head Coach Mora und General Manager Rick McKay in der Offseason so agierten, als ob dieses Jahr weniger mehr sein könnte, sicherte sich das Duo zwei schlagkräftige Spieler. DE John Abraham kam für einen Erstrundenpick von den Jets, S Lawyer Milloy als Free Agent von Buffalo. Der Abgang von OT Kevin Shaffer (zu Cleveland) soll von OT Wayne Gandy, der sich in seinem 13. NFL-Jahr befindet, kompensiert werden. So soll der Grundstein zu zwei aufeinander folgenden ‚Winning Seasons‘ gelegt werden, etwas das den Falken in der 40-jährigen Teamgeschichte noch nie gelungen ist.

Wichtigster Neuzugang: DE John Abraham (von New York [Jets])
Endlich konnte er weg. Kein Franchise Tag, kein Transition Tag, rein gar nichts. Nach seiner ersten, komplett absolvierten Saison seit drei Jahren will Abraham in Atlanta dort anknüpfen, wo er in New York aufgehört hat. Mit 10,5 Sacks und sechs erzwungenen Fumbles war er einer der wenigen Lichtblicke der letztjährigen Jets Defense. In Atlanta bekommt er mit DE Patrick Kerney sogar noch einen der besseren Defensive Ends auf der gegenüberliegenden Seite der D-Line zur Verfügung gestellt. Wenn man bedenkt wie gut die Herren bereits für sich alleine genommen sind, dürfte deren Kombination jedem gegnerischen QB kalte Schauer über den Rücken jagen.

Schwerwiegendster Abgang: OT Kevin Shaffer (zu Cleveland)
Aus Mangel an namhaften Alternativen entfiel die Wahl auf Shaffer, dem in Atlanta allerdings keine allzu große Bedeutung zukam, da er als Left Tackle eher für das Run Blocking zuständig war. Die wirklich wichtige Aufgabe, die Protection von Vicks Blindside, muss nach wie vor von Right Tackle Todd Weiner erfüllt werden. Mit dem 11kg schwereren OT Gandy glaubt man in Atlanta nun auch im Run Blocking eine Verbesserung gegenüber Shaffer zu besitzen.

Gedrafteter Spieler, der sofort einschlägt: CB Jimmy Williams (Virginia Tech)
Durch eine glückliche Fügung des Schicksals bekamen die Falcons an Stelle 37 des Drafts immer noch ihren Wunschspieler. Als Top 20 Pick eingestuft, fiel Williams fast ins Bodenlose ehe die Falken, die ihren Erstrundenpick bereits für DE Abraham getradet hatten, ihre Chance ergriffen. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Hokies-Teamkameraden und Pro Bowl CB DeAngelo Hall soll Williams die Position auf Jahre hinaus absichern. Wenn der zweite Starting Cornerback Jason Webster so spielt, wie er das letztes Jahr tat, dürfte Williams bereits sehr früh zum Einsatz kommen.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
… die Falcons dorthin zurückkehren können, wo sie bereits vor zwei Jahren waren. Dort verlor Atlanta im NFC Championship Game gegen Philadelphia zwar deutlich, aber die Marschroute von HC Jim Mora war klar. Mit einer 6-2 Bilanz in den ersten acht Spielen legten die Falken dann auch einen fulminanten Start hin, nur um in der zweiten Saisonhälfte dann einzubrechen und mit der umgekehrten Bilanz aufzuwarten. Eine Saison ohne Playoff-Teilnahme wird in Georgia zu wenig sein, gleichzeitig gilt es aber zu bedenken, dass man sich in einer der stärksten Divisionen der Liga befindet. Die ausgezeichnet besetzte Defensive muss voll und ganz auf die Offensive und Michael Vicks Entwicklung als Pocket Passer vertrauen. Nur durch sein Spiel kann den Panthers, den Bucs und den Saints Einhalt geboten werden.

Furchtlose Vorhersage
Wie gut Michael Vick sein kann, hat er durch zahlreiche Highlights schon oft bewiesen. Wie schlecht Michael Vick sein kann, hat er ebenfalls schon oft genug gezeigt. Auf jeden Fall kann er Spiele im Alleingang gewinnen und verlieren. In einer enorm starken Division wäre es ratsam die eigene Fehlerquote drastisch zu minimieren, um auch nur den Hauch einer Playoffchance zu haben. Mit Pittsburgh, den Giants, Cincinnati, Philadelphia und den sechs Divisionsduellen warten insgesamt zehn schwere Spiele auf die Falken. Schwer vorstellbar, dass Atlanta diese heil überstehen wird. Wir lassen uns von Vick und Konsorten aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen. > 3. Platz NFC South (8-8)

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Offizielle Webseite: Atlanta Falcons
Blog: FalcBlog
Lokale Tageszeitung: The Atlanta Journal-Constitution
Amüsantes am Rande: Michael Vicks Alter Ego und die Reaktion der NFL


Carolina Panthers

Es ist ruhig im Panthergehege. Zu ruhig. Weder herzhaftes Gebrüll, noch sanftes Schnurren zeugen von irgendeiner Aktivität der Panther aus Carolina. Doch es ist etwas im Busch. Ungewöhnlich, dass einer der größten Favoriten auf den Titel nur so wenig Aufmerksamkeit generieren kann. Trainerwechsel, Gefängnisaufenthalte oder Holdouts von Spielern stehen vielleicht bei anderen Spielern und Teams auf der Tagesordnung, denkt sich der alte Trainerfuchs John Fox. Bei ihm aber nicht.

Seit er die Mannschaft 2002 nach einer 1-15 Saison übernahm, regieren Ordnung und Disziplin bei den Karoliner Kätzchen. Neben einer dominanten Defense stellte er Offseason für Offseason auch eine immer schlagkräftigere Offensivabteilung zusammen, nur um dann kurz vor dem Ziel um die Früchte seiner Arbeit gebracht zu werden (Superbowl XXXVIII, NFC Championship Game 2005). Manch anderes Team würde nun vielleicht überreagieren und im Zuge der Erhöhung der Gehaltsobergrenze viel Geld für Spieler, die einem nur kurzfristig weiterhelfen, bezahlen, um möglichst schnell die Superbowl zu gewinnen. Mit dieser Philosophie gingen aber schon viele Teams baden, prominentestes Beispiel der letzten Jahre sind die Tennessee Titans.

Die Probleme der letzten Saison wurden mit klugen Entscheidungen vorerst gelöst. Mit Running Back DeAngelo Williams draftete man einen Spieler, der dem dauerverletzten RB DeShaun Foster endlich Beine machen soll. Ex-Cowboys WR Keyshawn Johnson wird von den Doppel- und Dreifachdeckungen, die Steve Smith auf sich zieht, maßgeblich profitieren können und bietet QB Jake Delhomme mit 1,94m Körpergröße ein schwer zu verfehlendes Ziel. Sofern es DT Kris Jenkins wieder nicht schaffen sollte fit zu bleiben, hat man mit Maake Kemoeatu (von Baltimore) ebenfalls einen adäquaten Ersatz gefunden. Letztlich kann auch der Abgang von LB Will Witherspoon verkraftet werden, denn der letztjährige Erstrundenpick Thomas Davis soll 2006 auf der Weakside Linebacker Position spielen. Die Defense gehört weiterhin zum Besten, was die NFL zu bieten hat. Das starke Laufspiel und der solide Passangriff komplettieren das beeindruckende Team der Panthers.

Wichtigster Neuzugang: WR Keyshawn Johnson (von Dallas)
In seiner elften Saison wird sich der ehemalige Trojan zum ersten Mal in seiner Karriere mit der Rolle des zweiten Receivers begnügen müssen. Steve Smith war in der abgelaufenen Saison schon die unangefochtene Nummer 1 aller NFL-Receiver und soll dies nach Wunsch von John Fox auch bleiben. Da sich WR Keary Colbert aber nie so richtig mit der Rolle des zweiten Receivers zurechtfinden konnte, werden Johnsons Fangsicherheit, seine Fähigkeit Routen perfekt zu laufen, sowie seine tolle Blockarbeit dringend benötigt. Sofern HC Fox ‚Meshawn‘ und seine gelegentlichen Aussetzer auf und abseits des Spielfeldes einschränken kann, hat sich Carolina mit dem 34-Jährigen hochwertig verstärkt.

Schwerwiegendster Abgang: LB Will Witherspoon (zu St. Louis)
33 Millionen Dollar für 6 Jahre waren vermutlich zu viel, um ernsthaft über eine Vertragsverlängerung von LB Will Witherspoon nachzudenken. Obwohl er von St. Louis momentan noch als Middle Linebacker geführt, fühlt Witherspoon sich ob seiner Körpergröße (1,84m, 106kg) auf der Weakside wohler. Von dort sorgte er in Carolina regelmäßig für Druck auf den Quarterback. Thomas Davis, im College noch Safety, soll in seinem zweiten Jahr nun versuchen als Witherspoons Ersatz für Gefahr zu sorgen.

Gedrafteter Spieler, der sofort einschlägt: RB DeAngelo Williams (Memphis)
Wer die Panthers speziell in der Saison 2004 verfolgt hat, kann mit Sicherheit bestätigen, dass diese nicht wirklich vom Verletzungspech verschont geblieben sind. Besonders die Running Backs waren davon betroffen. 2004 wurde mit RB Nick Goings gar der fünfte Running Back zum Starter. Auch letztes Jahr erwiesen sich Carolinas Läufer als zu verletzungsanfällig. Im letztjährigen Championship Game in Seattle produzierte das einst gefürchtete Laufspiel bei zwölf Versuchen mickrige 36 Yards. Mit Williams haben die Panthers nun den Mann in den eigenen Reihen, der trotz eines durchschnittlichen College-Teams die meisten Gesamtyards in der NCAA-Geschichte erzielen konnte. Wenn er auch nur ein Bruchstück dieser Leistung in Charlotte abrufen kann, wird das Laufspiel der Panthers über kurz oder lang wieder zu seiner alten Dominanz zurückkehren.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
… die Panthers die Superbowl nach Charlotte holen. Zumindest wird in der NFC an den Panthers kein Weg vorbeiführen. Dass das Endspiel dann aber seine eigenen Gesetzmäßigkeiten hat, war nicht zuletzt im Februar zu beobachten. Wenn John Fox im Januar dieselben Spieler einsetzen kann, die ihm auch anfangs der Saison zur Auswahl stehen, dürfte es unglaublich schwer werden die Katzen zu zähmen. Ab Woche 12 sollten sie die Panthers dann aber doch warm anziehen. Mit den letzten sechs Spielen in Washington, in Philadelphia, gegen New York (Giants) und Pittsburgh, sowie in Atlanta und New Orleans muss man sich den Home Field Advantage schwer verdienen.

Furchtlose Vorhersage
Auch wenn jedes einzelne der oben angeführten Spiele ein Stolperstein werden könnte, dürften die Panthers mindestens drei dieser Partien gewinnen. Der Weg führt ganz eindeutig dorthin, wo man 2003 schon war und 2005 kurz vorher scheiterte. Carolina ist der heiße Tipp die NFC im Superbowl zu vertreten. > 1. Platz NFC South, (13-3), Divisionssieger

Mehr Info
Offizielle Webseite: Carolina Panthers
Blog: Eye of the Panther
Lokale Tageszeitung: The Charlotte Observer
Amüsantes am Rande: Panthers Cheerleader

New Orleans Saints

Leute, die den diesjährigen Draft live gesehen haben, dürften die ‚Reggie, Reggie, Reggie‘-Rufe der New Orleans Fans immer noch im Ohr haben. Gefeiert wurde dabei Ex-Trojan RB Reggie Bush. Der Pick des Heisman Trophy Gewinner wurde von den Fans derart frenetisch gefeiert, dass der geneigte Fan meinen könnte Bush habe für die Saints gerade den entscheidenden Touchdown in der Verlängerung der Superbowl erzielt. Auf jeden Fall gibt ein einziger Spieler einer ganzen Region nach dem verheerenden Hurrikan ‚Katrina‘ wieder Hoffnung. Bush erzeugte eine Euphoriewelle noch nie da gewesenen Ausmaßes. Neben enorm hohen Trikotabsätzen darf sich Besitzer Tom Benson auch über einen Vereinsrekord an verkauften Saisontickets freuen. Vielleicht nicht nur, aber vor allem wegen der grassierenden Bush-Mania.

Auch wenn Football-USA Reggie Bush lieber in San Francisco gesehen hätte, um dort zusammen mit Frank Gore ein, von der namentlichen Besetzung höchst interessantes, Backfield zu bilden, macht New Orleans sicher Sinn. Die Franchise braucht Spieler wie Bush um die, vom Schicksal gebeutelten, Menschen auch wieder zu den Heimspielen zu bekommen. Der Louisiana Superdome diente während des Hurrikans als Zufluchtsort für all diejenigen, die nicht mehr aus der Stadt fliehen konnten und wurde dabei beinahe zum Massengrab. Trotz der schweren Schäden durch den Hurrikan soll im Superdome ab 25. September wieder Football gespielt werden. Im Rahmen einer Monday Night Football Übertragung werden sich die Atlanta Falcons gleich davon überzeugen können, dass die Saints des Jahres 2006 nicht mehr allzu viel mit den Saints des Vorjahres gemein haben.

Nach 5 nicht gerade von Erfolg geprägten Jahren ging es HC Jim Haslett endlich an den Kragen. Mit Sean Payton kam ein junger Coach, der in Dallas bereits als Assistant Head Coach die harte Schule von Bill Parcells kennen gelernt hatte. Sein erster Schritt könnte hinsichtlich der nächsten Jahre auch gleich der wichtigste gewesen sein. Als QB Drew Brees von den Chargers einfach gehen gelassen wurde, ergriff Payton die sich ihm bietende Chance beim Schopf. Wie das bei neuen Head Coaches nun mal so ist, standen eine Menge weiterer Veränderungen ins Haus. 13 Spieler wurden gehen gelassen (darunter C LeCharles Bentley oder DE Darren Howard), insgesamt zehn neue geholt. Nach der miserablen 3-13 Bilanz des Jahres 2005 war ein Aufräumen auch bitter nötig.

Wichtigster Neuzugang: QB Der Brees (von San Diego)
Wie Football-USA-Leser mittlerweile wissen sollten, wachsen Franchise QBs nicht auf Bäumen. Wenn man mit Drew Brees einen jungen Quarterback, dessen besten Jahre noch vor ihm liegen, zum Nulltarif bekommt, darf man sich also getrost ins Fäustchen lachen. Diesbezüglich herrscht bei NFL-Experten immer noch Unverständnis vor. In den letzten beiden Jahren hatte Drew Brees maßgeblichen Anteil daran, dass aus den Chargers eines der gefährlichsten Offensivteams wurde. Speziell unter Druck traf Brees immer wieder die richtigen Entscheidungen und war nur schwer aus seinem Rhythmus zu bringen. Die Schulterverletzung vom letzten Saisonspiel scheint nach eigenen Angaben ausgeheilt zu sein. Jetzt heißt es eine weitere Franchise von ganz unten nach oben zu führen.

Schwerwiegendster Abgang: DE Darren Howard (zu Philadelphia)
Ein drittes Mal wollte General Manager Mickey Loomis Howard nicht das Franchise Tag verpassen, zu hoch wäre sein Gehalt gewesen. Philadelphia war hingegen dazu bereit dem 29-Jährigen 30 Millionen über 6 Jahre zu geben. New Orleans agierte jedoch mit größerer Vorsicht. Wenn Howard fit war, zählte er zu den besseren auf seiner Position. Da dies aber gerade in den letzten beiden Jahren immer seltener vorkam, wurde die logische Konsequenz gezogen. Der neue Defensive Coordinator, Gary Gibbs, will nun dem DE-Duo Will Smith und Charles Grant den Vorzug geben.

Gedrafteter Spieler, der sofort einschlägt: RB Reggie Bush (Southern California)
‚Electric‘. So wurde Reggie Bushs Performance in der Preseason gegen die Tennesee Titans beschrieben. Sein zweiter Lauf ging bereits über 44 Yards und untermauerte einmal mehr sein enormes Talent. Mit 69 Total Yards bei acht Ballberührungen konnte sich auch das Endergebnis sehen lassen. Die Fans der Saints hatten auch sicher nichts dagegen, wenn Bush in der NFL eine ähnliche Leistung wie im denkwürdigen Spiel gegen Fresno State im letzten Herbst abliefern würde. In diesem Spiel stellte er mit 513 All-Purpose-Yards einen neuen PAC-10 Rekord auf. Auch wenn Bush sich die Carries mit RB Deuce McAllister, der von einem Kreuzbandriss zurückkehrt, teilen muss könnte es bald auch in der NFL ‚Thunder‘ und ‚Lightning‘ geben. Abgeleitet vom letztjährigen USC-Backfield in dem Bush (‚Lightning‘) und Lendale White (‚Thunder‘) regelmäßig für Chaos in der gegnerischen Defense sorgten, könnte McAllister einen formidablen Donner abgeben. Der bullige Athlet stellt die ideale Ergänzung zum spritzigen Bush dar. Zusammen werde sie nur schwer zu stoppen sein.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
… die Saints die das Jahr 2005 durch eine gute Leistung vergessen machen können. Von einer positiven Bilanz zu sprechen wäre vermessen, aber eine Verbesserung der Bilanz um drei bis vier Siege liegt im Bereich des Machbaren. Der Wille zum Sieg sowie eine Tendenz nach oben müssen erkennbar sein. Die chronisch erfolglose Franchise, mit mickrigen zwei Divisiontiteln seit der Gründung im Jahr 1967, wird noch ein paar Jahre brauchen um wieder vollends konkurrenzfähig zu sein. Der Schnitt von Sean Payton war zwar richtig, aber zu radikal um bereits in seinem ersten Jahr hohe Erwartungen an das Team zu stellen.

Furchtlose Vorhersage
Reggie Bush im College zuzusehen war eine Augenweide. Reggie Bush wird mit dieser Tradition in der NFL nicht brechen wollen. Mit einem Schlag mutierte eine biedere Mannschaft, die vorher nur für ihren Hang zur Geldverschwendung (Stichwort: Aaron Brooks) bekannt war, zu einem Team, das, im Gegensatz zur letzten Saison, nun auch zur Prime Time herzeigbar ist. Wenn Brees und Bush ähnlich gut harmonieren wie Brees und Tomlinson, stehen uns schöne Footballstunden ins Haus. Will New Orleans in diesem Jahr Spiele gewinnen wird dieses Streben mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Shootout enden. Die Defensive braucht immer noch viel Arbeit und wird in diesem Jahr wieder zu den schlechtesten der NFL zählen. Keine guten Voraussetzungen um in einer starken Division zu überstehen. Auch egal. Wenn die Defense ständig Punkte kassiert, sehen wir Reggie Bush eben öfters. > 4. Platz NFC South (5-11)

Mehr Info
Offizielle Webseite: New Orleans Saints
Blog: Black and Gold
Lokale Tageszeitung: The Times-Picayune

Tampa Bay Buccaneers

Woran denkt man bei den Zahlenkombinationen 12-4, 7-9, 5-11 und 11-5. Was im ersten Moment nur für eingefleischte Fans der Tampa Bay Buccaneers offensichtlich sein wird, beschreibt die Saisonbilanzen der Bucs aus den letzten vier Jahr. Mit dem Superbowl Sieg vor vier Jahren ging es bergab. Doch mit dem letztjährigen Divisionstitel scheint die Talsohle durchschritten.

Der Schnitt wurde offensichtlich gemacht. Gefühlsmäßig aber nur bei der Offensivabteilung, befinden sich in der Tampa Bay Defensive, die maßgeblichen Anteil am Superbowl-Sieg hatte, doch immer noch dieselben Spieler. Durchschnittliche 29,8 Jahre deuten dort zwar auf ein sehr erfahrenes, allerdings auch altes Personal hin. Leistungsträger wie DE Simeon Rice oder die LB Shelton Quarles und Derrick Brooks befinden sich bereits weit jenseits der 30. Wenn man bedenkt, dass die Defensive auch letztes Jahr ausschlaggebend für die etwas überraschende Playoff-Teilnahme war, so könnte einem Fan der Bucs mulmig werden. Die alte Weisheit besagt, dass Spieler nach ihrem 30. Geburtstag in der Regel stark abbauen. Irgendwann wird dies auch den Stützen der Buccaneers Verteidigung widerfahren. Irgendwann. So lange Defensive Coordinator Monte Kiffin die Seinen so wunderbar dirigiert will einem das aber nicht richtig in den Kopf. Harten und kompromisslosen Defensiv-Football will man in Tampa schließlich auch weiterhin sehen.

Die Offensive rund um den neuen Starting Quarterback Chris Simms will dem natürlich in nichts nachstehen. Auch wenn dem Sohn von Ex-Giants QB Phil Simms noch von der University of Texas der Ruf nachhängt in großen Spielen regelmäßig abzutauchen, kann sich das Offensiv-Talent rund um ihn mittlerweile sehen lassen. Seine Offensive Line wurde durch den Draft stark verbessert. RB Carnell ‚Cadillac‘ Williams geht als amtierender ‚Offensive Rookie of the Year‘ in die neue Spielzeit und WR Michael Clayton will ebenfalls an seine überragende Rookie-Saison anknüpfen. Offensiv-Guru und Head Coach Jon Gruden dürfte auch Neuzugang David Boston zu Höchstleistungen trimmen. Gepaart mit WR Joey Galloway steht den Bucs somit ein vielseitiges und sehr gefährliches Trio zur Verfügung. Malcom Glazer, Eigentümer von Tampa Bay und Manchester United, wird ob der Dominanz von Chelsea London in der Premier League wohl alle Hoffnungen auf einen Titelgewinn in seine Bucaneers setzen müssen.

Wichtigster Neuzugang: David Boston (von Miami)
Wenige Spieler bekommen nach solch durchwachsenen Jahren, die WR David Boston durchlebt hat, die Chance auf einen Neuanfang. In Tampa Bay soll für den ehemaligen Pro Bowl Receiver endlich wieder die Sonne scheinen. Sofern er das komplexe Offensiv-Schema von HC Jon Gruden intus hat, dürfte Boston wenig Probleme haben sich auf der Wide Receiver Position in das Starting Lineup zu arbeiten. Mit dem alternden Joey Galloway und dem letzte Saison erschreckend schwach spielenden Michael Clayton als Konkurrenz darf sich Boston durchaus Chancen ausrechnen, während der Saison als Starter zum Zuge zu kommen.

Schwerwiegendster Abgang: QB Brian Griese (zu Chicago)
Brian Griese ziehen zu lassen zeugt von den hohen Erwartungen, die in QB Chris Simms gesetzt werden. Eine offene Competition um den Platz als Starter wäre sinnvoller gewesen, denn was die Buccaneers als Backups auf dem Roster führen stimmt im Falle einer Verletzung von Simms nicht gerade zuversichtlich. Tim Rattay und Jay Fiedler beeindrucken vermutlich nur noch beim Hallenmikado, in der NFL konnten und werden sie es nie.

Gedraftete Spieler, die sofort einschlagen: OG Davin Joseph (Oklahoma) und OT Jeremy Trueblood (Boston College)
Wenn man bedenkt, dass RB Carnell ‚Cadillac‘ Williams trotz einer unterdurchschnittlichen Offensive Line eine derart gute Saison hingelegt hat, möchte man sich gar nicht ausdenken was erst möglich sein wird, wenn der ehemalige Auburn Tiger über gute Vorblocker verfügt. Mit Guard Davin Jospeh und Tackle Jeremy Trueblood wurde die Offensive Line nicht nur mit 284kg, sondern auch mit zwei großen Talenten verstärkt. Eine Investition, die für das Laufspiel der Bucs auf lange Sicht sehr wertvoll sein wird. Es soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass man mit Notre Dame Receiver Maurice Stovall in der dritten Runde einen Passfänger mit enormem Potential holen konnte.

Die Saison ist ein Erfolg, wenn …
… die Divisionskrone verteidigt werden kann. Die bissigen Panther und die aggressiven Adler werden diese Saison in dieser Angelegenheit aber sich ein ernstes Wörtchen mitreden wollen. Sicherlich will man in Tampa Bay nach der letzten Saison im Jahr 2006 aber noch höher hinaus. Sollte QB Chris Simms in seiner ersten Saison als Starter die Bucs aber in die Playoffs führen darf man sich in Florida diesmal auch durchaus Chancen ausrechnen, dass sich seine bis dahin gesammelte Erfahrung dann in Form von Playoff-Siegen rechnen wird.

Furchtlose Vorhersage
Das Erfolgsrezept der Bucs aus dem letzten Jahr: Eine Prise Brian Griese (5-1 Bilanz als Starter), ein wenig Puderzuc … äh Chris Simms (6-4 Bilanz), ein 100kg schwerer Cadillac und ganz viel Defense. Fertig ist das Playoff-Team. Chefkoch Simms wird diese Saison ohne seinen Lehrmeister Griese ganz alleine ein Menü zaubern müssen. Ob die Mahlzeit dann auch schmecken wird, können wir uns momentan noch nicht wirklich vorstellen. Ein einziger Cadillac macht schließlich noch keine vollwertige Mahlzeit. In der Defensive gilt, dass viele alte Köche den Brei verderben werden. Wir sagen pfui und hoffen, dass 2007 ein besseres Mahl kredenzt wird. > 2. Platz NFC South (8-8)

Mehr Info
Offizielle Webseite: Tampa Bay Buccaneers
Blog: Bucstats
Lokale Tageszeitung: St. Petersburg Times

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