ESPN stellt Bill Simmons für mindestens drei Wochen kalt. Der seit 2001 für den Konzern arbeitende Gründer von Grantland hat NFL Commissoner Roger Goodell in der Affäre Ray Rice schwer angegriffen und dabei, so sein Arbeitgeber, weit übers Ziel hinaus geschossen.
Goodell soll die Videoaufnahmen von der brutalen Aufzugattacke des Ravens Runningbacks schon viel länger gekannt haben, als er zugibt. Eine Mitarbeiterin hat zugegeben, den ganzen Film bereits im April dieses Jahres bekommen zu haben. Goodell hingegen beharrt darauf, ihn erst vor kurzem im Internet entdeckt zu haben.
In einem jüngst erschienen Podcast, den ESPN wieder löschte, sagte Simmons dazu: "Goodell ist ein Lügner, wenn er sagt, dass er nicht wusste, was auf den Aufnahmen zu sehen ist. Ich sage es euch: Er lügt. Davon bin ich überzeugt. Wenn er einen Lügendetektortest absolvieren müsste, würde er durchfallen."
Zwickmühle für ESPN
Eine aktuelle Umfrage stärkt Simmons den Rücken. 72 Prozent der US-Amerikaner fordern eine Ablöse des Ligachefs und glauben ebenfalls, dass Goodell in der Sache nicht die Wahrheit sagte. Auf der anderen Seite hat ESPN erst 11,3 Milliarden Dollar für NFL-Übertragungsrechte bis ins Jahr 2021 auf den Tisch der NFL geblättert und kann derart negative Kommentare über ein teuer eingekauftes Produkt wenig abgewinnen. Die Zukunft von Bill Simmons beim Network wird sich wohl in den kommenden drei Wochen entscheiden.

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