Das halbe Dutzend ist voll
In zwei Dreierschritten – 1998-2000 und 2007-2009 erreichten die St. Pöltener bislang sechs Mal das Finale. Alle fünf bisherigen Versuche diese zu gewinnen scheiterten. Der Angstgegner der letzten beiden Spielzeiten, die Vikings 2, die spielen heuer aber nicht mit. Im Finale (11. Juli in Salzburg) treffen die Rotgoldenen dieses Mal auf die Bulls.

Voraussetzung für den Einzug in die Silver Bowl war im Halbfinale von Kemeten der erste Sieg über die CNC Gladiators, denen man zuvor zwei Mal unterlag. Der glückte den Niederösterreichern und fiel zudem mit 37:9 noch dazu recht deutlich aus.

In einer ungemein ruppigen Partie, bei der der Trashtalk und versteckte Fouls oftmals mehr als das Spiel selbst im Vordergrund standen, hatten die Gäste nach einem verunglückten Start bald Oberwasser. Seit dem Sieg über die Black Lions wirken die Invaders wie ausgewechselt, dazu kam, dass ihre beste Angriffswaffe – US-Runningback Jospeh Bo Moncur – nach einer Knieverletzung wieder halbwegs fit wurde und eine Glanzpartie ablieferte.

Gladiators vor Zäsur
Gar nicht fit sehen die Gladiatoren derzeit aus. 23 Spieler bequemten sich auf den Sportplatz in Kemeten – Manuel Houtz und Chris Carter verweilen bereits im Urlaub. Generell steht das Team vor einer schwierigen Entscheidung, die auch im Abschlusshuddle thematisiert wurde. Bis hierher und nicht weiter (Division 1-Playoffs) kommen die Burgenländer, machen sie so weiter wie bisher. Die Frage lautet also: Ist man zufrieden mit dem Resultat – dann bleibt die Sideline weiterhin frei von (echten) Coaches und der Zenit ist erreicht. Oder trennt man sich von der Flip-Flop-laid-back-Mentalität und zieht neue Saiten auf? Die Antwort wird wohl nicht vor Ende der CEFL-Saison zu erwarten sein.

Guter Start für die Gastgeber
Dabei begann auch die dritte Partie gegen St. Pölten für die Nomaden des Südburgenlands (nach wie vor kein Stadion) recht vielversprechend. Einem lost fumble der Invaders folgte ein Fieldgoal von Bernhard Kamber zur 3:0-Führung.

Die war man nach einem 50-yards-Lauf von Joseph Bo Moncur zum 3:7 (PAT Marvin Okelola) aber alsbald los und die Invaders bekamen die Partie in den Griff.

Im zweiten Spielabschnitt wurde Gladiators-Quarterback Bernhard Kamber von Mathias Pruckner intercepted und kurz darauf war Moncur wieder auf und davon- 3:14 (PAT Okelola).

Was die Gladiators in der Phase (zweites Viertel) auch versuchten – die Invaders hatten auf alles eine Antwort parat. Nennenswerte Raumgewinnen wurden kaum erzielt, so war das 3:21 noch vor der Pause fast eine logische Folge. Andreas Inzinger besorgte den dritten TD – der Extrapunkt von Okelola per Kick sitzte wieder.

Kemeten ist nicht Rudersdorf
Bei dem Spielstand ging es auch in die Pause. Die Invaders haben schlechte, ja sogar ganz schlechte Erinnerungen an die letzte Partie im Burgenland. Damals genoß man bei einer 21:0-Führung den Pausentee und ging in Hälfte zwei in Rudersdorf noch schwer unter die Räder.

Die Erinnerung erfuhr eine kurze Auffrischung, als Bernhard Kamber kurz nach Wiederbeginn David Hailiman mit einem 17-yards-pass in die Endzone zu 9:21 (PAT blocked) bediente. Die erfahrenen Invaders Spieler hatten in der Phase alle Hände voll zu tun ihre jüngeren Kollegen runter zu holen, bei ein zwei Spielern drohten die Sicherungen zu fliegen, die sich zu sehr auf persönliche Scharmützel einließen.

Das ‚cool-down‘-Programm zeigte Wirkung, denn dieses Mal gab es keine Aufholjagd der Gladiators. Invaders Quarterback Justin McKenzie erzielte selbst das 9:28 (PAT Okelola), kurz danach (wir sind bereits im letzten Viertel) fiel die endgültige Entscheidung nach einem Safety, als die Invaders-Defense, genauer gesagt Mario Hörhager, Andreas Inzinger und Gerhard Wehringer, den Gladiators-Ballträger in der eigenen Endzone zu Boden brachten.

Kurz vor Ende der Partie setzte Andreas Inzinger mit seinem zweiten Touchdown den Schlusspunkt in der Partie zum 9:37 (PAT Okelola)

Fazit
Klare Sache für die Invaders mit kurzen Wacklern im ersten und dritten Viertel. In Summe aber ein in der Höhe auch verdienter Sieg, der nicht ganz von ungefähr kam. Die Invaders haben nach ihren Niederlagen im Grunddurchgang – es waren gleich fünf an der Zahl – experimentiert und ihr Spiel erfolgreich adaptiert. Die Tendenz zeigt klar nach oben. Trotzdem wird man wohl 2010 wieder einen Head Coach in der Landeshauptstadt sehen wollen.

Im Endspiel wartet mit den Salzburg Bulls ein Gegner auf die Invaders, der kein Spiel 2009 gegen ein Division 1-Team bislang verloren hat und mindestens ebenso großen Appetit auf die Silver Bowl verspürt wie sie. Das Finale könnte also ein absoluter Kracher werden, bei dem mit Will Galusha (Bulls) und Joseph Bo Moncur (Invaders) zwei US-Amerikaner mit den Hauptrollen besetzt sind.

Division 1 Halbfinale
1.QT
2.QT
3.QT
4.QT
TOTAL
GLA vs. INV
3:7
0:14
6:7
0:9
9:37
05. Juli 09 | 15:00
Sportplatz | Kemeten´

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