Denn wer sich auf die Suche nach Informationen der kommenden EM macht, braucht Geduld und gute Nerven. Das ist kein neuartiger Zustand, sondern seit den letzten beiden Turnieren Normalität. Es gibt keine eigene Webseite zum Turnier, keinerlei Informationen auf der Webseite und/oder den Social Media Kanälen des internationalen Verbandes, keinen Ansprechpartner, keinen Spielplan und auch keine Teilnehmerliste. Zumindest kein öffentlich einsehbare. Bis heute (siehe am Ende). Vielleicht kommt das ja alles noch, denn von der aktuellen Damen Weltmeisterschaft in Finnland wird zumindest berichtet.

Allgemeine Ratlosigkeit herrscht auch bei der ELF bezüglich ihrer aktuellen Bye Week, die so eigentlich gar nicht vorgesehen war. Diese sei deshalb zusätzlich entstanden, weil in dieser das Spiel Österreich gegen Deutschland stattfinden sollte. Also eine Länderspiel-Pause. Das glaubte bis zuletzt zumindest der PR Mann der ELF.

Nur gibt es zur Sache nicht mehr als eine Absichtserklärung des deutschen Verbandes AFVD und eine Zustimmung des AFBÖ darüber reden zu wollen. Seit klar ist, dass heuer noch EM-Spiele stattfinden werden, war das kein Thema mehr und wird frühestens eines 2023 sein. Wenn überhaupt, denn auch Deutschland muss bzw. darf mit dem Nationalteam 2022 und 2023 wieder antreten. Der Grund für die extra Pause scheint simpel: Österreichs Nationalteam befindet sich im Trainingslager und damit sind eine Menge Spieler (33) und auch etliche Coaches für die ELF nicht verfügbar.

Vorrunde gegen Franzosen und Ungarn

Zurück zum eigentlichen Thema. Hätte der AFBÖ nicht jüngst eben genau dieses Nationalteam Camp in Innsbruck thematisiert, man hätte glatt vergessen können, dass die nächste EM-Vorrunde bereits ante portas steht. Und zwar am 9. Oktober in Marseille gegen Frankreich und zwei Wochen danach, am 23. Oktober, zu Hause (Spielort noch offen) gegen Ungarn. Das heisst: Österreich ist mit diesen beiden Nationen in einer Gruppe und der Ausgang der beiden Spiele, der bestimmt auch die Ausgangslage für die Finalrunde der EM im Jahr 2023. Einmal mehr bemüht der AFBÖ seine Mission (den EM Titel zu holen) und weiss, dass man beide Nationen schlagen muss, um im kommenden Jahr das Halbfinale zu erreichen.

Zum 3. Mal ohne Deutschland

Dem gängigen Narrativ, dass Österreich im europäischen Football mit dem Nationalteam eine führende Rolle einnimmt, fehlen nämlich weiterhin ein paar Zahlen und Fakten, die diese Erzählung stützen. Obwohl Nemesis Deutschland zwei Mal von dem Bewerb ausgeschlossen war, oder aus „organisatorischen Gründen“ nicht teilnahm (und auch dieses Mal nicht unser Gegner sein wird), reichte es in der Zeit für ein Mal Silber und ein Mal für Rang 5. Endstationen waren Frankreich bzw. Italien.

Seit 1983 wurde das AFBÖ Team zwei Mal Fünfter, ein Mal Sechster, es gab zwei Mal Silber und ein Mal Bronze, zwei Mal scheiterte man in der ersten und ein Mal in der zweiten Qualifikationsrunde. Im Medaillenspiegel belegt Österreich damit Rang 7 von 9 Nationen die jemals eine EM-Medaille gewonnen haben. Vor uns liegt nicht nur das Trio GER/FRA/ITA, sondern auch Finnland, Großbritannien und Schweden.

EM mit Russland, aber ohne Deutschland

Der AFBÖ weiss aber mehr noch als seine Spieltermine und Gegner, nämlich auch alle anderen Gruppen und Teilnehmer dieser zweijährigen Europameisterschaft. Und da staunt man nicht schlecht, spielt hier Russland in der Gruppe A mit Italien und Großbritannien. Deutschland sucht man wie bereits erwähnt vergebens, denn das Team des AFVD muss, eben wegen vergangener Streitigkeit und Nichtteilnahmen, im B-Pool antreten. Dort finden man – auch das kein Scherz – die Ukraine und Weissrussland, so wie die Türkei, Israel, Irland und Spanien.

Wie das alles mit der aktuellen politischen Lage, dem Krieg in der Ukraine und den Sanktionen gegen Russland zusammenpasst, das kann aktuell niemand beantworten. Neben Spielen in Moskau oder Kiew, scheint auch ein direktes Duell Belarus-Ukraine nur schwer vorstellbar.

American Football EM 2022/2023 Gruppeneinteilung
Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
Italien Schweden Finnland Frankreich
Großbritannien Serbien Dänemark Österreich
Russland Schweiz Tschechien Ungarn

Im Innsbrucker Trainingslager waren insgesamt 61 Spieler mit dabei, darunter auch 27 aus der AFL.

Österreichs Teamchef Max Sommer dazu: Wir freuen uns, nach 9 Monaten Pause endlich wieder mit dem Nationalteam zusammenzukommen. Im Camp setzen wir im Hinblick auf das entscheidende EM Spiel gegen Frankreich im Oktober einen klaren Fokus auf die taktische Vorbereitung. Klar ist, dass die Fitness und Gesundheit der Spieler im Vordergrund stehen muss, da sich ein Großteil unserer Kaderspieler noch mitten in der ELF Saison befindet. Eine weitere Besonderheit bei diesem Camp ist der Ort. Zum ersten Mal sind wir mit dem Herren-Nationalteam im American Football Zentrum Innsbruck zu Gast. Neben den erwarteten optimalen Bedingungen, wollen wir auch ein wichtiges Zeichen an unsere Footballcommunity im Westen des Landes setzen. Wir wollen uns eine Grundlage für unser EM Spiel gegen Frankreich erarbeiten. Der Ausgang des Spiels in Marseille wird darüber entscheiden, ob unser Traum vom ersten EM-Titel für Österreich weiter lebt.

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VEU
VEU
9. August 2022 00:07

Warum waren kaum Spieler der Raiders dabei?

VEU
VEU
9. August 2022 09:42

Hallo?

Ist hier jemand?