Aber auch Footballspieler, Gründer der Budapest Wolves und, nach einer künstlerischen Schaffenspause, wieder als Vizepräsident des ungarischen Verbandes tätig, der nach einigen Irritationen nun die Mitgliedschaft bei der EFAF anstrebt.

Der 35-jährige ehemalige Berkely-Student wuchs in München auf und kam über seinen Vater ins Filmbusiness. Er drehte Musikvideos für die Ärzte, stand mit John Cusack und Rutger Hauer vor der Kamera und war Programmdirektor und Show-Produzent des TV-Senders RTL Klub. Seine Show-Formate standen im katholischen Ungarn nicht selten im Mittelpunkt von erregten Diskussionen. Als Buchautor (Wenn ich das über den Klub erzähle), sorgte er für Furore und rechnete mit dem ungarischen Medienbusiness ab, wo er seine Rolle in selbigem nicht gerade unbescheiden formuliert: ‚Was immer ich im Showbusiness gemacht habe in dem Land, war es entweder die erste oder die beste Sache seiner Art.‘ Dorthin, genau gesagt nach Budapest, hat es ihn auch wieder verschlagen, wo er 2005 und 2006 zum sexiest man des Landes gekürt wurde.

Zurück am Zepter

Seit kurzem verheiratet mit dem Model Szabina Toman, gründete er 2004 den American Football-Verein der Budapest Wolves und den ungarischen Verband, mit dem sich der streitbare Macher bald nicht mehr so gut verstand. ‚Der Verband dachte, dass er auch ohne die Wolves gut zu Rande kommt‘, sagt Àrpa. ‚Das tat er dann aber nicht. Ohne die Wolves gibt es in Ungarn keine Medien, keine Sponsoren, keine Geld und keine Zuschauer. Diese Dinge haben sich nun aber geklärt, ich war ja auch zwischendurch örtlich längere Zeit weg, bin jetzt aber wieder in Amt und Würden.‘

EFAF-Mitgliedschaft angestrebt

Der ungarische Verband strebt, nachdem die Beitrittsunterlagen einige Zeit in Schubläden verstaubten, nun eine Mitgliedschaft bei der EFAF an. ‚Wir wollen das, denn wir möchten in Zukunft auch auf der europäischen Bühne auftreten. Unser Status ist jener eines partnerschaftlichen Mitglieds, später soll das in eine Vollmitgliedschaft münden.‘

Der Boom ist vorbei?

Den Unkenrufen, dass der Zuschauerboom im Nachbarland vorbei ist, trotzt Àrpa. ‚Unsere finanziellen Ressourcen sind enden wollend. Wir bewerben daher nicht jedes Heimspiel gleich stark, da wir auch nicht jedes Mal eine große Show abziehen. Das kommende SELAF-Spiel gegen Novi Sad ist aber wieder ein solches, wo wir heftig Gas geben. Mit Rolling-Boards, Plakaten, Anzeigen und mit Hilfe der Medien. Da werden dann auch wieder viele Zuschauer im Stadion sein.‘

SELAF
Budapest Wolves vs. Novi Sad Dukes
27. Mai 07 | Kickoff tba
BVSC Stadion, Budapest

Wozu Pyramiden? – Bad Boy Attila

Das Image des ‚Attila des Schrecklichen‘ legte Àrpa er auch als Zampano der Wolves nicht ab. Von politischer Korrektheit völlig befreit, stimmt er das Show-Klavier zu Hause hart an. Die Wolves kokettieren in Farben (Rot, Schwarz, Weiß) und Symbolen mit dem dritten Reich, nannten ihr Heimstadion kurz auch mal ‚Wolfsschanze‘. Der Wolves-Fahnenträger scheint, wie so manch anderer Statist, aus einem Leni Riefenstahl-Film entflohen zu sein – das Verhältnis Ungarns zum Nationalsozialismus und dem Holocaust ist zudem ein sehr Widersprüchliches. ‚Alles Quatsch‘, relativiert Àrpa. ‚Damit haben wir inhaltlich nichts zu tun. Wer meint, dass wir hier die ollen Nazis verherrlichen, der hat auch mit Rammstein sein Problem. Wir spielen Football und machen rundherum eine eigene Show. Es geht um Sport und nicht um Politik.‘

Zur Wolves-Show gehört seit Anbeginn auch das weibliche Geschlecht. Die Rolle der Mädels ist klar definiert: Sexy Blickfang. Die Legende besagt, dass Àrpa selbst die sehr knapp bemessenen Skirts der Tänzerinnen schneiderte, seine Einstellung zum Thema dürfte nicht jeder Sportlerin in Österreich gefallen. ‚Wenn ich Pyramiden sehen will, dann fahre ich nach Ägypten. Bei einem Footballspiel erwarte ich mir etwas anderes.‘

Das Frau auch eine neue Rolle im Àrpa-Film zugedacht werden könnte, besagt das Gerücht, dass es im kommenden Jahr auch eine Wolves-Damenmannschaft geben soll. Ob es dort dann ganz ohne Lingerie abgehen wird, bleibt abzuwarten.

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