Das spektakuläre Finale hat für Ryan aber auch eine Schattenseite.

136.000 Zuschauer sahen im Schnitt den Sieg der Steelers über die Cardinals. Zu Hochzeiten waren an die 200.000 Personen vor den Schirmen. Das gab es noch nie, seither der ORF die Super Bowl (1997) überträgt.

‚Nach zwölf Jahren ernten wir langsam die Früchte der Aufbauarbeit. Es ist das erste Mal, dass wir durchgehend deutlich über der 100.000er-Marke lagen‘, so Ryan, der als Kommentator des Spiels am Ende allerdings mit seiner Fassung zu ringen hatte.

Ein Super Bowl-Skandal
Auf NBC und ESPN handelte man die Szene rasch ab, im ORF hakte Ryan aber beim letzten Spielzug der Cardinals im Finale mehrmals nach. Ryan sprach live von einem Skandal, auch am Tag danach bleibt er dabei. Es geht um die Szene, bei der Kurt Warner den Ball verlor (Fumble). Die Entscheidung, die durchaus strittig war, wurde nicht (oder wenn dann nur blitzartig) angesehen, bevor Pittsburgh das Spiel abknieen konnte.

Ryan dazu: ‚Der Skandal für mich ist nicht, dass man keinen incomplete pass gegeben hat, sondern, dass es überhaupt keine vernünftige review der Szene gab. Es wäre zu akzeptieren, wenn es nach einer Bilderstudie zu so einer Entscheidung gekommen wäre. Die gab es aber nicht! Dabei gibt es eine klare Anweisung seitens der NFL, jede strittige Entscheidung in den letzten zwei Minuten noch einmal genau anzuschauen. Und sei es jeder Spielzug in diesen zwei Minuten. Und dann, bei der Super Bowl, bei einer Spiel entscheidenden Szene, da tut man das auf einmal nicht? Ich bin gespannt, ob die NFL dazu offiziell noch etwas sagen wird. Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien, aber Pittsburgh wurde schon bei der Super Bowl 2006 nicht gerade benachteiligt. Das hat eine schiefe Optik für mich. Je öfter ich mir die Szene in Zeitlupe anschaue, desto eher sehe ich hier nämlich die Möglichkeit, dass es auch einen incomplete pass geben hätte können. Das Ende war für mich so nicht sauber. Ich würde das auch für Pittsburgh reklamieren. Die NFL hat sich dazu außerdem um eine sensationelle Schlussszene gebracht. Warner hätte einen hail mary Pass werfen müssen. Man stelle sich vor, der macht in der Situation noch einen Touchdown…‘
Rekord auch im Marriott
Eine Rekordbesuch konnten auch die Raiffeisen Vikings vermelden. 1.900 Karten wurden laut Vikings-Manager Alfred Neugebauer vorab verkauft, zusammen mit der Abendkasse, geladenen Gästen und VIPs hätten 2.500 das Marriott heimgesucht. Durch die Auflösung der Raum greifenden Firmenlogen wurde allerdings Platz geschaffen und das Gedränge hielt sich dadurch in Grenzen. Einzelne Beschwerden über mangelnde Sitzgelegenheiten gab es laut Neugebauer aber trotzdem.

Die Mehrheit der Besucher der Vikings Party fand man im Lager des Underdogs aus Arizona wieder. Viele der Gäste waren allerdings keine Hardcore Fans und verließen die noble Hütte schon zur Pause. Nachzulesen im Artikel des Kollegen vom Standard.

16:9 vs. 4:3
Der ORF übertrug die Super Bowl in High Definition Qualität und im 16:9-Format. Darauf wäre man im Marriott technisch theoretisch auch gerüstet gewesen. Das Signal des vom Sponsor Premiere Star eingeleiteten NASN America war allerdings nicht HD-tauglich und im 4:3-Format. Schnipp schnapp und ein wenig unscharf. Anders als das Chili – ein echter ‚afterburner‘. Alles in allem aber wie jedes Jahr ein starker Event der Vikings. Nächste Jahr vielleicht gemeinsam mit dem ORF?

Ungläubige
Den Tyler Durden-Preis für die unfreiwillig innovativste Übertragung bekommt aber der US-Sender KVOA TV in Arizona. Der wurde ‚gehacked‘ (oder auch nicht). Jedenfalls lief auf dem Kanal einige Sekunden ein Porno statt dem Spiel, was natürlich zahlreiche Amerikaner ‚irritierte‘. So beschwerte sich eine gewisser Joel Hilander aus Tucson bei der Associated Press, dass er und seine Kinder den Clip sehen mussten. ‚Ich konnte es nicht glauben. Und ich konnte nicht glauben, dass das auch meine Kinder sahen!‘

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