Klassenunterschied in Dornbach: Vikings demontieren Giants
Wie bereits im ersten Halbfinale zwischen den Raiders und den Devils, setzte es auch im zweiten Duell den erwartungsgemäß klaren Favoritensieg. Das Endergebnis von 49:23 hört sich zwar verhältnismäßig knapp an, doch die Grazer hatten zu keiner Zeit die Chance, die Austrian Bowl zu erreichen. Die Giants waren den Wienern in allen Belangen hoffnungslos unterlegen.
Ihre Vorstellung gegen überreife Titelanwärter war ebenso ernüchternd wie die der Devils am Vortag. Am Dornbacher Sportclubplatz mutierten die Giganten zu Zwergen und blieben im „Zwinger“ gefangen, bis es 49:3 stand – erst dann gönnten die Wikinger den Blaugoldenen etwas Auslauf.
Blitzstart und lila Punkteflut
Das Spiel begann standesgemäß: Kickoff-Return-Touchdown durch Neil Maki. Nach wenigen Sekunden stand es 7:0, während die Giants-Defense bereits beim Ankick ihr Schicksal zu akzeptieren schien. Nach einem Fieldgoal der Grazer zum 7:3 übernahm Violett das vollständige Kommando.
Ein 45-Yard-Lauf von Charley Enos sowie Touchdowns von Lance Gustafson und Pasha Asiladab schraubten den Pausenstand auf 35:3. Giants-QB Les Courtemanche fand sich, wie das gesamte Team aus Graz, nie im Spiel zurecht und wurde zum Zuschauer degradiert.
Ehre, wem Ehre gebührt: Thomas Herz in der Hall of Fame
In der Halbzeitpause wurde es feierlich: Der ehemalige Vikings-Spieler und Coach Thomas Herz wurde durch AFBÖ-Präsident Michael Eschlböck in die österreichische Football Hall of Fame aufgenommen. Herz nahm die Ehrung bereits zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin entgegen, da er zur Austrian Bowl XXI nicht anwesend sein kann. Unter dem Applaus der rund 1.500 Zuschauer bedankte er sich sichtlich gerührt bei Weggefährten und Fans.
Gnade vor Recht in der zweiten Hälfte
Nach Wiederbeginn erhöhte erneut Pasha Asiladab auf 42:3, bevor Neil Maki per Interception-Return das 49:3 markierte. Mitte des dritten Viertels hatten die Vikings genug gesehen und brachten ihre Backups auf das Feld.
Was folgte, war eine 16-minütige „Fumble-Orgie“ auf beiden Seiten. Die Giants nutzten die Spielzeit gegen die zweite Garde der Wiener zur Ergebniskosmetik durch Phillip Lang, Armando Ponce de Leon und DB Christoph Schreiner. Hätten die Vikings das Tempo beibehalten, wäre das Spiel wohl mit 60+ Punkten geendet. So blieb es beim gütlichen 49:23 – das steirische Gesicht blieb zumindest zahlenmäßig gewahrt. Am 16. Juli wartet nun in der Südstadt das Gipfeltreffen gegen die Papa Joe’s Tyrolean Raiders in der Austrian Bowl XXI.
Abseits des Feldes: Gift, Galle und Schnalz-O-Meter
Nach dem Match war Vikings-Manager Karl Wurm trotz des Sieges kaum zu besänftigen; er ärgerte sich maßlos über die Unkonzentriertheiten im letzten Viertel und eine Verletzung von Ralph Pointner.
Für Gesprächsstoff sorgte zudem ein „Aufenthaltsverbot“ für das Schnalz-O-Meter der Grazer Fans. Das 4 Meter hohe Gerät zur Lautstärkemessung durfte im engen Stadion nicht aufgestellt werden. Als Entschädigung gab es Freikarten für die Grazer Fan-Häuptlinge, die den Vorfall mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus kommentierten.
Teamnews Vikings: Dieses war der erste Streich
Teamnews Giants: Nichts zu holen in Dornbach
Für einen dicken Elefanten hat man scheinbar Platz in Wien, aber für schlanke Schnalz-O-Meter nicht?Im Bild: Nellie, the elephant Foto: Walter H. Reiterer |
Herr Wurm (der böse Wurm – es gibt ja bekanntlich gleich zwei von ihnen) hat übrigens den Grazer Fanclub (G-Freakzzz) den 4 Meter hohen Schnalz-O-Meter im Stadion verboten (ein außerirdisches Ding, welches die Lautstärke mißt), da es angeblich zu viel Platz braucht und – jetzt kommt es – nicht Wiener ist! Die Grundfläche des Schnalz-O-Meters beträgt immerhin 1,5 x 1,5 Meter, der Stahl dafür wurde allerdings in Linz abgestochen. Ein Kosmopolit der in Wien keine Aufenthaltsgenehmigung bekam. Der Sportklubplatz scheint wirklich sehr knapp bemessen zu sein. Christian Vogrinec, Häuptling der G-Freakzzz und Miterfinder des Schnalzos, bekam zur Entschädigung vom (guten) Wurm zwei Freikarten fürs Match, wofür er sich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken möchte. „Diese Karten haben unser Budget gerettet!“, so Vogrinec eventuell süffisant. |
AFL Halbfinale
Chrysler Vikings vs ÖKO-Box Graz Giants 49:23
(14:3/21:0/14:0/0:20)
03.07.2005, Kickoff: 14.58h, Sport-Club Platz, Wien, 1.500
Referees: Savicevic / König T. / Edelmüller / Albrecht / Bremser K. / Müllner
Football-Austria.com Spielbewertung (max. 10 Balls)
Spielniveau:
Ambiente:
Unterhaltungswert:
Caiprihina Test (Ali):
Football-Austria.com MVPs:
Pasha Asiladab (Vikings)























