Die dritte Liga wurde 2007 erwachsen – es stehen noch drei, eventuell sogar vier spannende Begegnungen mit Division 2-Teams am Spielplan.

Will man den gesundheitlichen Zustand des heimischen Footballs eruieren, dann geht man als Medium in der Regel her und betrachtet die AFL oder die europäischen Bewerbe. In Wahrheit gibt es weitaus aussagekräftigere Indikatoren, die einem sagen wie es um den Sport in den Land steht. Es gibt keinen Grund um in Jubelgesänge einzustimmen, allerdings auch wenig Anlass zur Trauer, betrachtet man Österreichs Divisionen.

Die Division 1 hat sich heuer endgültig als Super-Liga etabliert. Es gab tolle Spiele (VIK² vs. INV, VIK² vs. GLA, WOL vs. VIK², BUL vs. INV), einige Überraschungen (BUL vs. SSH, KNI vs. INV) und man darf gespannt sein, wie sich die Sache 2008 darstellen wird. Bleibt man bei drei Ligen? Kommen neue Teams nach? Steigen die Black Lions tatsächlich ab? Steigen gar auch noch die Blue Devils ab? Fakt ist: Mit der Einführung der Regel, dass zwei Klasse-A-Spieler erlaubt sind, wurde die Sache um so spannender.

Die Division 2 stand in Sachen Spannung und Überraschung dem nichts nach. Auch sie ist keine "Wirtshausliga" mehr, wie einer, eine Liga darüber, seine eigene bezeichnete, sondern, wie der Name des Pokals schon sagt, eine Challenge. Die Hammers aus Schwaz schrieben den ersten Akt der Aufführung. Drei Spiele – drei hohe Siege. Bevor man noch das Haupt vor dem Neueinsteiger neigen konnte, verlor der das Restprogramm sanglos und auch klanglos. Die steirischen Derbys zwischen den Stallions und den Giants II entwickelten sich zu Schlagern, die Thunder wuchsen wieder zur alten Stärke heran, die Red Lions aus Hall schlugen sich am Ende wacker und sogar die Rams durften sich noch über einen unverhofften Sieg freuen. Womit die Titans das einzige Team aller drei Ligen ohne Sieg bleiben werden, außer die Devils verlieren ihre zwei Spiele gegen die Lions in der AFL. Alles in allem: sehr erfreulich. Auch die Gestaltung der Gamedays nimmt dort Formen an und (man höre und staune) es wird an den Nachwuchs gedacht. In Amstetten scheint sich etwas zusammenzubrauen und auch die Stallions wurden hier aktiv.

Relegationsmatch Ja oder Nein?
Wie es heute aussieht werden sich die Titans aus der Division I ein Relegationsmatch ersparen können. Nur bei einem Sieg der Giants II müssten sie damit rechnen, dass ein solches stattfinden könnte. Die anderen drei Klubs haben andere Sorgen und werden so ein Spiel nur zum Spaß wohl eher auslassen. Wobei: wissen kann man es nie. Schauen wir uns die zwei Semifinal-Spiele an.

Division 2 – Playoff
Amstetten Thunder vs. Turek Graz Giant²
17. Juni 07 | 15:00
Umdasch-Stadion, Amstetten
Officials: Edelmüller / Müllner / Lair / Wahl / Leue / Czogalla

Das Spiel gab es heuer schon zwei Mal. Beide Male trugen die Männer des Donners den Sieg davon. Die Giants II haben sich erst durch einen knappen Sieg im Nachtragsspiel gegen die Red Lions Hall für die Playoffs qualifiziert, sind daher auch Aussenseiter. Allerdings ein gefährlicher Underdog, haben sie bewiesen an guten Tagen zuschlagen zu können, gewannen sie eines der beiden "Kernöl-Derbys" gegen die Stallions. Das könnte also durchaus eine enge Kiste werden, allerdings nur dann, wenn den Grazern nicht so viele Fehler unterlaufen wie gewöhnlich. Die werden von den Routiniers aus Amstetten in der Regel in Punkte umgemünzt.

Redaktions-Orakel
Michael Nemeskal: Sieg Thunder
Christoph Wagner:
Martin Pfanner: Sieg Thunder
Andreas Chramosta: Sieg Thunder
Walter H. Reiterer: Sieg Giants II

Division 2 – Playoff
Styrian Stallions vs. Schwaz Hammers
17. Juni 07 | 16:00
Sportplatz, Maria Lankowitz
Officials: Ulicny / Fritz / Kreimel / Hölbling / Zwicker / Tadic Z.

Stallions, wer sonst?
Es sieht danach aus, als hätten die Hammers ihr Pulver bereits verschossen. Eine Verletzungsserie machte aus dem Sieger-Team eine dezimierte Gruppe von Verlieren. Den Gmundner Rams zur Freude, die so dann doch noch zu einem vollen Erfolg kamen. Was ist in Schwaz passiert? In jedem Spiel hatten die Unterländer eine Reihe von Verletzten zu beklagen, bis sie am Ende gerade noch spielfähig waren. Obmann Florian Windisch wähnte sich im Klaren: Wir haben uns falsch vorbereitet. Daraufhin konsultierte man einen Sportmediziner zur Analyse. Das Ergebnis war ernüchternd. "Wir waren uns bereits sicher, dass wir falsch trainiert hatten", so Windisch. "Das war aber allem Anschein nach nicht so. Es gibt zwar einzelne Fälle, wo man sagen kann, dass die Vorbereitung nicht optimal war, aber in Summe haben wir weniger Fehler gemacht als "erhofft". Das Ergebnis war leider hart: Football ist ein Sport mit hohem Verletzungsrisiko und wir hatten einfach zu 90 Porzent Pech. Die Seuche am Hals. Lieber wäre mir gewesen, man hätte rausgefunden, dass wir uns vertan haben beim Aufbau vor der Saison, denn dann wüßte ich jetzt was wir tun müssen. So wissen wir nur: schlechtes Jahr erwischt, better luck next time. Wir würden uns gerne bei den Stallions für die Niederlage revanchieren und in das Finale einziehen. Ich befürchte nur, dass das eine Mission Impossible wird. Versuchen werden wir trotzdem alles. Das Spiel beginnt bei 0:0, alles ist möglich."

Zundl zündelt zögerlich
Stallions Headcoach Steve Zundl läßt keine Deutung seiner Einstellung zu. "Die Stallions wollen in das Finale und die Stallions werden in dieses auch kommen. Alles andere wäre jetzt eine Enttäuschung. Ich weiß genau, dass es mein Team drauf hat, unabhängig davon ob der Gegner gesund, kränklich, munter, müde, in Rot oder in Schwarz spielt oder sonstwas ist, hat, kann oder nicht ist hat oder kann. Interessiert mich ehrlich nicht welche Sorgen die haben, denn ich habe eigene. Geholfen hat uns heuer, dass wir gut trainiert haben, die Zusammenarbeit mit den Gladiators und wir dabei stets locker geblieben sind. Wir haben Spiele gewonnen, wir haben Spiele verloren. Wir sind weder jubelnd, noch zermürbt durch die Gegend gelaufen. So ist Football – you win, you loose. Wir wollen in dieses Endspiel und ich rechne damit, dass wir dort entweder auf die Giants oder Thunder treffen werden (lacht). Ehrlich: Es ist völlig egal. In einem Finale gibt es Favoriten nur mehr am Papier. Gewinnen wir die Liga heuer – Hurra – werden wir Zweiter – auch gut. Ich werde bei den Stallions bleiben – das Programm beginnt jetzt erst zu wirken. Das kann eines Tages ein sehr gutes Team werden und dann wäre ich gerne ein Teil davon. Mir macht das sehr viel Spaß."

Redaktions-Orakel
Michael Nemeskal: Sieg Stallions
Christoph Wagner:
Martin Pfanner: Sieg Stallions
Andreas Chramosta: Sieg Stallions
Walter H. Reiterer: Sieg Stallions

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