Gerald Breymann ist, oder besser gesagt war für viele ein Phantom. Junge Spieler hörten zwar öfter seinen Namen – Breymann holte mit den Giants in den 90er-Jahren immerhin vier Staatsmeistertitel und wurde dabei als treibende Kraft der Defense beschrieben – bis zu seinem Auftritt im Nationalteam 2009 bei der B-EM bekam man den gebürtigen Salzburger aber über Jahre nicht zu Gesicht.

Kein Wunder, war der heute 36-Jährige lange Zeit über in den USA am College und danach in der Arena League, nach einer sechsjährigen Pause ab 2007 dann bei den Düsseldorf Panther in Deutschland tätig. Nun ist er zurück in Österreich.

Im Gespräch mit Christoph Wagner verrät der Neo-Bulle wie er an die Salzach kam, wer seine Vorbilder sind und was er von den Bulls hält.

Wie kam es zu diesem Wechsel von Düsseldorf zum AFL Aufsteiger Salzburg Bulls?
Ich habe mich mit meiner Frau im Juni entschieden nach Österreich zu gehen. Als wir dann mit dem Nationalteam den EM Titel holten, stellte sich für mich die Frage, wo ich nächstes Jahr spielen werde. Sowohl Graz als auch Innsbruck waren interessiert, und boten mir auch an für sie zu spielen. Da ich aber in Salzburg berufstätig bin, war es für mich unmöglich für diese beiden Teams zu spielen. Ich besuchte dann ein Training der Salzburg Bulls und war sehr erfreut über das Team. Danach war für mich klar, dass ich für Salzburg spielen werde.

Wie konkret waren die Angebote aus Graz und Innsbruck?
Sehr konkret. Beide wollten, dass ich fix für sie spiele.

Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft und vom Coaching Staff?
Die Mannschaft ist sehr jung und super motiviert, sie hat sehr gute Veteranen, darunter Johannes Geser, Andi Diwald oder Lukas Miribung, die die Mannschaft sehr gut führen. Der Coaching Staff ist einer der motiviertesten und engagiertesten die ich in meiner Karriere je erlebte habe. Alle Coaches arbeiten nebenberuflich bei den Bulls und wir haben somit also nicht die Voraussetzungen der vier großen Vereine – Giants, Raiders, Vikings und Dragons.

Wie lang sind Sie schon jetzt im Training bei den Bulls?
Seit November.

Sind sechs Spiele im Grunddurchgang nicht etwas zu wenig?
Klar wäre es interessanter mit mehr Teams zu spielen, so wie es in Deutschland abläuft.

Wie sehen Sie ihre Rolle bei den Bulls? Ein Spieler mit ihrer Erfahrung auf dem Football Feld ist doch fast schon automatisch ein Leader…
Ich werde den Bulls helfen wo ich kann. Ein Leader zu sein bedarf es mehr als nur viel Erfahrung zu haben. Man muss auch als Person mit dem restlichen Team gut harmonieren.

Wie gut kennen Sie die Gegner in der Austrian Football League?
Ich kenne natürlich die Nationalteamspieler, habe zwei Wochen mit ihnen trainiert. Die Teams als solches kenne ich gar nicht mehr, außer ihre Namen, denn es hat sich sehr viel verändert in der Zeit in der ich im Ausland war.

Werden wir Sie auch in der Offense sehen?
Möglich. Wo immer mich die Bulls brauchen da werde ich auch spielen.

Wie sind Sie zum Football gekommen?
Als ich in Graz studiert habe hat mich ein Studienkollege, der bei den Giants gespielt hat, permanent genervt ich sollte doch mal mitkommen zu einem Training. Das hab ich auch gemacht. Danke nochmal dafür!

Haben Sie ein Vorbild als Spieler?
Kevin Greene, er war eigentlich der derjenige der mich am meisten inspiriert hat. (Anmerkung: 1985-1999 Linebacker/Defensive End für die Los Angeles Rams, Pittsburgh Steelers, Carolina Panthers und San Francisco 49ers; 160 Sacks; 3x 1st Team All-Pro)

Sonntagsfrage: Wem drücken Sie die Daumen – Saints oder Colts?
Saints natürlich!

Christoph Wagner ist Redakteur bei Football-Austria.com
Sie erreichen Ihn unter [email protected]

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