Bei der gestrigen Ligasitzung gab es einen Knalleffekt. Frei nach dem Schlager von Gus Backus standen sie an der Bar und hatten kein Geld. Die Baden Bruins sind dem Verband eine Summe von rund 5000 Euro schuldig, hatten bis zum 15.11. Zeit die Ausstände zu begleichen, bekamen einen Aufschub bis 3.12., konnten aber auch bei der Ligasitzung ihre "Spielschulden" nicht begleichen. Zwischenzeitlich verweilt ihr Präsident Martin Altbart in den USA, sein Bruder Michael und der Nachwuchscoach Armin Schneider mussten eine Bürgschaft unterschreiben um überhaupt noch beim Ligaplan der Division 1 berücksichtigt zu werden. Mehr Geld hatte der Verband, denn der kann und wird sich ab 2007 ein Herren Nationalteam "leisten".
Was waren das für Zeiten als die Kurstädter noch von der AFL 2007 sprachen? Gestern standen sie mit zuckenden Schultern und leeren Taschen vor den Liga Granden und konnten nicht Mal den Rest der Rechnung für das abgelaufene Jahr begleichen. Die Achselbewegungen der beiden Vertreter der Bruins waren darauf zurückzuführen, dass sie davon scheinbar nichts wussten. Es kam danach zu einer Abstimmung. Mit 4 zu 3 Stimmen (bei 2 Enthaltungen) wurde den Bären gerade noch eine letzte Frist eingeräumt. Wird bis kommendem Mittwoch nicht bezahlt, sind sie raus und die Division I wird umgebaut von drei 3er auf zwei 4er Gruppen.
Und so sieht es derzeit aus:
Danube Dragons
St. Pölten Invaders
AFC Rangers
Dodge Vikings 2
Budapest Wolves
Baden Bruins (?)
Swarco Raiders Tirol 2
Salzburg Bulls
Steelsharks Traun
Die Gruppeneinteilung ist (fast) reine Formsache, denn es wird wieder eine All-Season (Gesamt) Tabelle geben. Daraus resultieren dann die Playoffs (1. vs 4., 2. vs 3.). Gespielt wird bereits ab Ende März, Highlights sind bereits vorprogrammiert. So werden die Dodge Vikings II zwar nur ein Mal auf die Swarco Raiders Tirol (Interconference Game in Innsbruck), dafür aber gleich zwei Mal auf die Budapest Wolves treffen! Football-Austria.com weiß es heute schon: Die Schmelz wird bereits vor dem Spiel ausverkauft sein, denn man kann mit mindesten 1000 Fans aus Ungarn rechnen. Um das Heimmatch macht sich Wolves Manager Attila Árpa bereits heute "Sorgen". "Unser Stadion ist zu klein (Anm.: Fassungsvermögen rund 3500 Zuschauer) um gegen die Vikings dort zu spielen. Wir werden uns für dieses Match etwas überlegen müssen, wahrscheinlich ein größeres Stadion anmieten. Uns schwebt hier ein Night Game bei Flutlicht vor, mit der besten Show, welche die Wolves je geliefert haben. Gäste aus Österreich, auf die wir natürlich auch hoffen, können sich auf ein Footballspektakel der Extraklasse freuen.", so Árpa zu Football-Austria.com. Bemerkenswertes Detail am Rande: Die Wolves waren selbst nicht bei der Ligasitzung dabei, gaben ihre Stimme stellvertretend den Rangers. "Wir haben kein Stimmrecht in der Generalversammlung und damit auch kein Problem. Wir sind erneut als Gastteam dabei. Wir sagten also, dass uns alles recht ist, so lange wir gleich viele Heimmatches haben wie die anderen Teams. Die Rangers kennen wir und denen vertrauen wir, daher baten wir sie uns zu vertreten." Die Wolves werden dafür in der kommenden Saison mit einem Nachwuchsteam bei den österreichischen Meisterschaften antreten müssen.
Ein kompletter Spielplan über alle Ligen folgt demnächst!
AFL – alles klar!
Keine Überraschung gab es in der AFL. Auch keine Schuldner. Fünf Teams gehen an den Start. Jeder gegen jeden ein Heim- und ein Auswärtsspiel, es gibt keine Playoffs mehr. Die Austrian Bowl wird zwischen dem ersten und zweiten der Tabelle ausgespielt. Auch keine Überraschung – trotz einiger weniger Unkenrufe aus dem Süden – das klare Bekenntnis der Carinthian Black Lions zur AFL. Diese werden, wie mehrmals bereits angekündigt, 2006 in der höchsten Liga spielen. Illustres Detail am Rande: Just zu dem Zeitpunkt als bekannt wurde, dass einige Teams noch Schulden beim Verband haben, kam das Gerücht in Foren und Gästebüchern auf, dass die Black Lions 2006 nicht spielen werden. Sie gehörten aber bereits damals zu jener Gruppe von Teams, welche keine offenen Rechnungen beim Verband mehr hatten. Hier ist eher der Wunsch mancher Verprellter Vater des Gedankens, als irgendwelche Fakten.
Macher Mocher
An den Black Lions ging das betont spurlos vorüber. "Interessiert mich nicht was im Internet in Kommentaren zu lesen ist.", so Black Lions Präsident Manfred Mocher zu Football-Austria.com. "Wir haben uns als Verein dazu bekannt, einen Job zu erledigen der gut gemacht werden muss und keine Debatten mit Unbekannten zu führen, die sich aus irgendwelchen Gründen zu Wort melden müssen." Wir sagen: Recht so, Mister Macher Mocher.
Drei neue in der dritten Liga
Mit gleich drei Neueinsteigern wird auch die Division II in 2 Gruppen aufgeteilt.
Conference East
Vienna Knights
Gladiators
Styrian Stallions
Coference West
Amstetten Thunderbolts
Tirol Gunners
Gmundner Rams
Anders wie in der Division I wird es hier keine All-Season Tabelle geben, dafür 6 statt bisher 4 Spiele im Grunddurchgang. Jeder gegen jeden in der Gruppe Heim- und Auswärts plus zwei Interconference Spiele. So spielen die im Osten als Nummer 1 gerankten Vienna Knights gegen die Nummer 2 und 3 des Westens, Gunners und Rams, die Gladiators gegen Thunderbolts und Rams und die Stallions gegen Thunderbolts und Gunners.
Der erste jeweils einer Gruppe wird gegen den zweiten der anderen in den Playoffs stehen. Die Sieger spielen dann um die Challenge Bowl 2006. Die Neuneinsteiger haben allesamt die vorgegeben Hürden des AFBÖ übersprungen, die Teilnahme der Stallions und Gunners war schon länger klar, zuletzt meldeten auch die Rams ihr Interesse an, als neue Sponsoren akquiriert werden konnten.
Nationalteam 2007
AFBÖ Finanzchef Robert Katzmayer hat Geld "gefunden". Wahrscheinlich nicht das, welches ihm von den Bruins fehlt, aber genug um ein Herren Nationalteam ins Leben zu rufen, welches 2007 an der EM teilnehmen wird. Als Visionär kann man hier getrost Dr. Gregor Murth nennen, der mit seinem Konzept dem Verband ein wenig die finanzielle Angst nahm. Das Herren Nationalteam wird keine Ausbildungsstätte für Spieler sein, sondern nur mehr mit solchen operieren. Keine Ausbildungscamps, keine Schulungen, sondern "nur" gemeinsame Trainingseinheiten um ein Team zu bilden.
Headcoach, Manager und Grundkader
Das alles steht bereits mehr oder weniger fest! Oberster Trainer wird Bernhard Binstorfer, der auch dem Junioren Nationalteam als Coach vorsteht. Manager wird Vikings Präsident Karl Wurm. Das Grundkader steht ebenfalls – diese Spieler werden schon im Jänner 2006 ins Team einberufen. Um wen kann es sich dabei handeln? Die "undisputed all time high". Unverbindliches Name Dropping gefällig? Mario Rinner, Gebrüder Floredo, Christian Steffani, Gregor Kodella, Bernd Leitsoni, Florian Grein, Norbert Baumberger und andere übliche Verdächtige. Auf Basis dieses Grundkaders werden dann alle anderen österreichischen Spieler während der Meisterschaft 2006 die Gelegenheit haben sich für das Nationalteam zu empfehlen. Vorgestellt wird das Team am 11. März 2006 bei den Cheerleader Meisterschaften.
Konflikte vorprogrammiert?
Möglich, denn Binstorfer hat eine Vikings Vergangenheit, Wurm eine solche Gegenwart. Sollten sich im kommenden Jahr zufälliger Weise sehr viele Dodge Spieler für das Team qualifizieren, so können wir das Jammern der anderen Vereine heute schon hören. Andererseits wird man sich wohl oder übel großzügig aus dem reichhaltigen Wikinger Fundus bedienen müssen, will man erfolgreich sein. Die Quintessenz aus dem letzten, angeblich größten Tryout aller Zeiten bei den Violetten? 70 neue Spieler. In Worten: Siebzig! Kein Kabinendruckverlust also im Wikinger Flieger.
Wellness in Linz
Die Ligasitzung wurde gemessen an früheren Tagungen von den Teilnehmern in ihrer Stimmung als außerordentlich harmonisch und konstruktiv beschrieben. Lediglich in der Division I drückte der doch sehr überraschende Problemfall Bruins auf die Gemüter. Auf die Badener dürften nun einige Herrschaften ziemlich "angefressen" sein, um es mal umgangssprachlich auszudrücken. Ihre Deadline bis Mittwoch wird Gegenstand unserer Berichterstattung sein. Eventuell wird die Liga im kommenden Jahr ohne den Bruins und ihren Paws auskommen müssen.

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