Nach der WM ist vor der EM. 2014 wird Österreich bei der A-Europameisterschaft antreten. Eventuell wird die auch hierzulande gespielt. Der AFBÖ überlegt, ob er sich für eine weitere Großveranstaltung bewirbt. Bis dahin hat das Herrenteam eigentlich „Pause“. Aber nicht ganz. 
Die jungen Männer, die im Sommer 2011 in Sevilla erstmals den Junioren EM-Titel gewannen, die sollen dann im Kern auch das Nationalteam 2014 bilden. Zusammen mit jenen Spielern, die heute dem Juniorenalter bereits entwachsen sind. Projektname: Team Future. So will man 2012 auch die Charity Bowl mit Junioren gegen ein US-College bestreiten.

Coaches verabschiedet
AFBÖ Vizepräsident Karl Wurm machte klar, dass kein Platz mehr für Rhoades und auch andere Trainer der WM beim neuen Team eingeplant sind. „Wir haben alle Coaches nach der WM mit Glanz und Gloria verabschiedet. Wir müssen in die Zukunft blicken und wir möchten einen überwiegend österreichischen Coaching Staff haben.“

Rhoades hat mittlerweile auch einen neuen Arbeitgeber. Der 65-jährige US-Amerikaner wurde für die kommenden Saison als Offense Coordinator vom schwedischen Meisters Carlstad Crusaders verpflichtet.

Favorit auf den Cheftrainerposten ist damit Horst Obermayer. Der ehemalige Vikings Nachwuchstrainer brachte den Erfolg mit dem Juniorenteam des AFBÖ und soll auch das Team Future in selbige führen.

Schlecht vorbereitet
Kritik an den Trainern, die das Team in den WM führten welches am Ende den nur enttäuschenden siebenten Platz holte, hört man, wenn überhaupt, nur zwischen den Zeilen.
„Ich glaube die größten Fehler haben wir in der Vorbereitung gemacht“, erklärt Wurm. „Die Phase war zu lang und zu intensiv. Wir müssen die sportliche Vorbereitung auf ein Großereignis anders gestalten, denn wir haben es mit Amateuren zu tun. Da haben wir Fehler gemacht und damit meine ich nicht nur die Coaches, die das so wollten, sondern auch den Verband, also auch mich, der da zustimmte. Wir sind allerdings lernfähig und werden diesen Fehler nicht reproduzieren. Das Ergebnis an einer Philosophie oder gar an einzelnen Spielzügen festzumachen, das wäre mir zu kurz gegriffen.“
Dass Obermayer ursprünglich aus „seinem Stall“, also den Vikings kommt, das stört Wurm nur dann, wenn man es anspricht. 
„Es gibt keine „Vikings“, „Raiders“, „Giants“ usw. im Nationalteam.“, so Wurm. „Wir brauchen genauso Coach Dieplinger, wir brauchen Coach Kipperer, wir brauchen Coach Grein. Sollen wir den Mann, der für Österreich als Headcoach die erste Goldene mit einem Nationalteam holte, ausschließen, weil er vorher bei den Vikings war? Und die anderen, weil sie auch bei einem Verein waren oder gar sind? Ich sehe das nicht.“
Wie Rhoades ist auch das Thema Ivan Zivko für Wurm beendet. Und das schon längst. Der bisher einzige österreichische Cheftrainer der Neuzeit, der mit seinem Team eine Austrian Bowl gewinnen konnte (Dragons, 2010), wird auch in Zukunft keine Rolle im Nationalteam spielen. 
„Die Frage erübrigt sich. Wir haben Ivan Zivko vor langer Zeit zwei Mal gefragt, er hat sich am Ende zwei Mal gegen das Nationalteam entschieden und das ist zu akzeptieren. Wir gehen daher davon aus, dass ihm eine Aufgabe in dem Umfeld einfach nicht interessiert. Sollte sich das ändern, dann wird er uns das sicher mitteilen. Bislang sah ich ihn nur bei Gegnern des Nationalteams im Einsatz. Um zu lernen, wie er sagte. Das ist für uns auch ein klares Signal gewesen, wo seine Präferenzen liegen. Auch das akzeptieren wir.“, so Wurm abschließend.

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