Es war das spannendste der heurigen vier Spiele zwischen den Raiders und den Vikings. Am Ende krönten sich die Tiroler mit ihrem zwölften Saisonsieg in der AFL vor 5.546 Zuschauern in der St. Pöltner NV Arena aber erneut zum Austrian Bowl Champion und spielten Liga übergreifend mit 16 Siegen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine „Perfect Season“.

Die Vikings starteten mit ihrer Offense und einem ersten Fehler. Bernhard Seikovits verlor den einhändig getragenen Ball, Arno Schwarz sicherte sich den Forced Fumble – das erste Turnover gleich zu Beginn und das ist guter Feldposition für die Raiders. Doch die Vikings Defense hielt dem ersten Angriff der Raiders, auch begünstigt durch Strafen gegen Tiroler, stand. Nach einem kurzen Punt kamen die Wikinger wieder mit ihrer Offense auf Feld.

Und die schlug dann voll ein. Yannick Mayr, der schnellste Mann am Feld der NV Arena, erzielte mit einem 59 Yards Catch & Run das 0:7 (PAT Chris Kappel).

Die Raiders Offense blieb zunächst dann kalt, es war deren Defense, die den zweiten Turnover besorgte. Stanley Aronokhale schnappet sich einen Fumble von Marko Gagic an der Vikings 12. Eine Pass Interference gegen Patrick Donahue warf die Tiroler zwar kurz zurück, am ende scorte aber Fabian Abfalter zum 7:7 Ausgleich (PAT Arno Schwarz).

Weitere Big Plays der Vikings

Die nächste Offensiv-Bombe der Vikings ließ nicht lange auf sich warten: Austin Herinks Pass für 61 Yards auf Maurice Wappl, der sträflich alleine gelassen wurde, besorgte das 7:14.

Die Raiders spielten in ihrem nächsten Drive erstmals einen vierten Versuch in der eigenen Hälfte aus und landeten knapp ein First Down. Doch dann schlug auch die Vikings Defense zu. Viel Druck von Alexander Watholowitsch, der auf Sean Shelton zu rauschte und Lucky Obgevoen holte Sheltons Fumble aus der Luft und retournierte ihn zum 7:21.

Heikle Strafen gegen die Raiders

Die Antwort der Raiders folgte postwendend beim Kickoff. Sandro Platzgummer retournierte ihn zum 14:21. Und gleich danach schien es als hätte Vincent Müller mit einem Pick Six den Ausgleich erzielt, doch eine Pass Interference nahm den Touchdown von Board und die Vikings 15 Yards weiter vor. Es folgten weitere 15 Yards wegen unnötiger Härte gegen die Raiders und ein Offside – 35 Yards binnen kürzester Zeit gegen die Tiroler, die die Vikings an deren 35 brachten. Den Drive schloss Herink mit einem Pass auf Mayr zum 14:28 ab. Die Antwort gab Patrick Donahue, den Shelton in der Endzone zum 21:28 bediente. Das war auch der Halbzeitstand.

Vikings Blackout führt zum Ausgleich

Der Starting Drive der Raiders schien bereits gestoppt, als nach dem Punt ein Vikings Spieler den Ball berührte und die Raiders das Spielgerät danach sicherten. Die Feldposition nutzte Sean Shelton mit einem lauf zum 28:28 Ausgleich.

Die Wikinger waren um Ruhe in ihrem Spiel bemüht, denn so nah war man in der Phase des Spiels einem sieg über die Raiders heuer noch nie. Sie steckten einen guten Offense Drive zusammen, produzierten dann aber an der Raiders 30 ein turnover on downs. Die Raiders griffen nach dem Lenkrad und holten sich mit einem 70 Yards Lauf von Sandro Platzgummer die erste Führung im Spiel – 35:28 stand es nach dem TD und dem fünften guten PAT Kick von Schwarz.

Raiders vergeben Chance auf Vorentscheidung

Die Entscheidung nahte, als die Vikings ihren nächsten Offense Drive mit einem Punt beenden mussten und QB Herink in den Serien des dritten Quarters nicht mehr ganz frisch wirkte. Die Raiders mit dem Ball in den Händen auf der Suche nach einem 2 Possession Game vor dem letzten Seitenwechsel. Wieder machten die Raiders sich das Leben schwer mit Strafen und bei einem 4th Down versagten Arno Schwarz die Nerven und er vergab ein Fieldgoal aus 36 Yards. Trotzdem stand das dritte Viertel ganz im Zeichen der Tiroler, die aus einem Touchdown Rückstand einen Touchdown Vorsprung herausspielen konnten. Die Entscheidung musste im letzten Quarter fallen.

Die Vikings Offense mühte sich, das Bemühen alleine trug aber keine Früchte. Wieder mussten die Wiener punten und sich auf ihre Defense verlassen. Ein Catch von Marco Schneider brachte die Raiders in die gegnerische Hälfte, von dort mussten aber auch sie punten. Die schlechte Nachricht für die Vikings: Ihr Drive begann an der eigenen 3. Die nächste schlechte Nachricht: Ihrer Offense wollte nichts mehr einfallen und wenig klappte. Nach dem Punt übernahmen die Raiders midfield mit sechs Minuten auf der Uhr. Adrian Platzgummers Catch an der Vikings 13 brachte die Raiders an den Traum einer Perfect Season nah ran, der Touchdown von Patrick Donahue zum 42:28 noch viel näher. Noch zweieinhalb Minuten.

Letztes Aufbäumen der Vikings

Die Wikinger kamen nach vielen Flags gegen die Raiders und einem super Pass von Herink auf Maurice Wappl nochmal auf 42:34 heran (PAT no good) und mussten bei 61 Sekunden auf der Uhr einen Onside Kick versuchen. Den eroberten aber die Raiders, die danach die Uhr runterlaufen lassen konnten.

Zum Austrian Bowl MVP wurde Sandro Platzgummer gekürt.

Stimmen zum Spiel

„16 Siege, null Niederlagen. Das hat noch nie jemand geschafft in Österreich. Die Vikings haben uns heute alles abverlangt. Wir haben sie nicht unterschätzt, trotzdem haben sie so aufgespielt. Zur Pause noch hinten, aber in der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt was wir drauf haben. Gute Adjustments, ein genialer Quarterback mit Sean Shelton – er ist der Tom Brady Österreichs. Das zeichnet uns aus. Es gibt immer jemanden, der die Plays bei uns macht.“ — Ausrtian Bowl MVP Sandro Platzgummer, Raiders Tirol

„Wir haben super gespielt eigentlich, aber zu viele Fehler gemacht. Die erste Halbzeit war stark, aber es hat dann nicht alles zusammengepasst. Gratulation an die Raiders, sie hatten eine super Saison. Aber wir haben gezeigt, wir sind da. Ich kann nicht mehr erwarten von meinem Team, als dass es an die Grenze geht. Das haben alle heute getan.“Chris Calaycay, Head Coach Vienna Vikings

„Wir haben uns jetzt 16 Spiele durchgekämpft. Es war das erwartet harte Spiel. Unsere erste Halbzeit war grottenschlecht, am Ende drehten wir die Sache wieder in der zweiten Halbzeit. Wir haben die Vikings so stark erwartet. Perfect Season – etwas was wir noch nie erreicht haben. Ich will nur mehr nach Hause ins Bett und ein Foto mit dem Pokal machen.“Shuan Fatah, Head Coach Raiders Tirol

„Wir haben alles gegeben, aber am Ende waren es die kleinen Fehler, die beim Football alles aufmachen. Wir haben die Saison ein wenig Unglück gehabt, aber ich denke, dass wir nächstes Jahr die Leistung konstant halten und wieder eine Chance haben gegen die Raiders.“Yannick Mayr, Vienna Vikings

„Wir haben über die Saison Probleme besser gelöst als andere Mannschaften. Das heute und das Spiel gegen Calanda sind gute Beispiele, wie man mit Fehlern richtig umgeht, die wir in der ersten Halbzeit begangen haben. Gratulation an die Vikings, die heute einen super Job gemacht haben.“Sean Shelton, Raiders Tirol

„Ich hatte eine großartige Zeit bei den Vikings. Das Spiel gab mir das Selbstvertrauen, dass ich noch auf hohem Niveau Football spielen kann. Die Turnover für die Raiders waren in dem Finale ausschlaggebend“Andrew Spencer, Vienna Vikings

Austrian Bowl XXXV

Raiders Tirol (12-0) vs. Vienna Vikings (8-4) 42:34
(0:7/21:21/14:0/14:6) Spielstatistiken
SA 27. Juli 2019 19:00 Uhr, NV Arena · St. Pölten; 5.546 Zuschauer

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
1 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
1 Kommentatoren
ander Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
ander
Gast
ander

Gratulation den Raiders für die verdiente Perfect Season. Unter Führung von QB Shelton und LB Seeber nach miserablem Start immer die Nerven bewahrt obwohl am Ende einige aus der RefCrew noch den Vikings zu helfen versuchten. Great team!
PS: Mayr der schnellste Mann in der NV-Arena??? ich hätte da jemand anderen gesehen 😉